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Brandenburg

Ein Club und seine Stadt

Brandenburg - Ein Club und seine Stadt
Hanno Stapperfenne konnte ein Modellauto von Präs. Bernhard Hoier (rechts) entgegennehmen – als Symbol für den gespendeten, behindertengerecht ausgestatteten VW-Caddy © Jacqueline Steiner

Wo stünde die Stadt Brandenburg ohne ihren Rotary Club? An vielen Ecken wird rotarischer Bürgersinn sichtbar

Matthias Schütt01.04.2018

„Der Club hat sich verdient gemacht“ – wohl kaum ein Festredner, der nicht diese oder ähnliche Elogen in seinem Manuskript hat. Es passt ja auch zum Leitbild von Service Above Self. Andererseits gibt es Clubs, die diesen Auftrag so deutlich sichtbar ausfüllen, dass es rhetorischer Streicheleinheiten gar nicht bedarf, wie den RC Brandenburg, der in diesem Frühjahr sein 25-jähriges Charterjubiläum feiert. Er ist im weiten Umfeld eines von wenigen Vorbildern, wie man als rotarische Gemeinschaft in der Öffentlichkeit Präsenz zeigt.

Insbesondere mit seinem Engagement zur Wiederherstellung und Weiterentwicklung der Stadtlandschaft, das sich noch immer an den Katastrophen des 20. Jahrhunderts abarbeitet. Überdies gestaltet der Club mit zwei Veranstaltungen das kulturelle Leben der Stadt maßgeblich mit: Seit 1996 feiert man immer am 3. Oktober mit den Bürgern der Stadt im Dom einen Festakt zur Deutschen Einheit. Und seit vielen Jahren gibt es auch ein rotarisches Neujahrskonzert, das laut Presse zum Jahresbeginn gehört „wie der obligatorische Kater nach Silvester“.

Heine und Undine
Aus der langen Erfolgsliste hier nur einige Beispiele: Schon 1995 flossen die ersten 40.000 DM an den Förderverein zur Erhaltung des Brandenburger Doms. Es folgte die Sanierung einer historischen Tritonen-Gruppe, die Anschaffung eines Tastmodells, die eigenhändige Wiederherstellung (und regelmäßige Pflege) eines verwilderten Gartendenkmals, die Sanierung eines Kirchendachs und – gerade erst abgeschlossen – der Neuguss einer gestohlenen Heine-Büste am Havel-Ufer. Nicht immer sind Schäden zu beheben, manchmal gilt es auch, kulturelles Erbe neu zu beleben. Wie mit einer Undine-Skulptur, die die Brandenburger Rotarier zur Erinnerung an den weitgehend vergessenen Dichter Friedrich de la Motte Fouqué stifteten.

Beim Charterjubiläum im Altstädtischen Rathaus – dort, wo vor 25 Jahren die Clubgeschichte begann – fasste Festredner Dieter Mindt, RC Berlin-Süd, diese Leistungen in der zitierten schlichten Aussage zusammen. Wie sich der RC Brandenburg verdient macht, das erfreut immer wieder die Bürger der Stadt und jetzt gerade die, die die Spenden aus Anlass des Jubiläums und des Neujahrskonzerts besonders nötig haben: die Obdachlosen der Stadt und die Kunden der Brandenburger Tafel.

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.