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Schenefeld

Hilfe für herzkranke Kinder

Schenefeld - Hilfe für herzkranke Kinder
Mit dem neuen, von Rotary finanzierten EKG untersucht die Ärztin Inge von Alvensleben einen bolivianischen Jungen © RC Schenefeld (zwei Fotos)

Im Hochland der Anden kommen jährlich etwa 3000 Kinder mit angeborenen Herzfehlern auf die Welt. Der Rotary Club Schenefeld sammelt Spenden für ihre medizinische Versorgung

Can Özren01.06.2022

Rund 60 Prozent der zwölf Millionen Bolivianer leben auf Höhen bis zu 5000 Metern im Hochland der Anden. Hier kommen jährlich etwa 3000 Kinder mit angeborenen Herzfehlern auf die Welt, das Risiko ist doppelt so hoch wie in Europa. Als eine wesentliche Ursache der Häufung angeborener Herzfehler wird der geringe Sauerstoffgehalt der Luft im Hochland angenommen. Zusätzlich erkranken zahlreiche Kinder und Jugendliche an erworbenen Herzfehlern, wie dem rheumatischen Fieber oder der Chagaskrankheit. „Diese Krankheiten lassen sich zwar behandeln, doch nur 20 Prozent der Bevölkerung hat eine Versicherung, die die Kosten für Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Herzerkrankungen übernimmt“, erzählt Clubpräsident Peter Kutsche. Die meisten Familien müsst en alle Kosten selbst tragen, bei einem monatlichen Mindestlohn von umgerechnet 130 Euro. Wenn ein chirurgischer Eingriff oder eine Katheter-Behandlung erforderlich sind, sind diese Familien finanziell völlig überfordert und können ihre Kinder nicht retten. Das wollten die Schenefelder nicht zulassen und stellten ein Global Grant auf die Beine, um den Kindern zu helfen.

Eingriffe aus Spenden finanziert

Der Impuls kam vom Herzverein e.V., der sich dafür engagiert, die medizinische Versorgung herz- und gefäßkranker Kinder in Bolivien zu verbessern. Der Sitz des Vereins in La Paz ist die kinderkardiologische Praxis Kardiozentrum. Dort untersuchen Ärzte die Kinder, stellen die Diagnose und besprechen gegebenenfalls die Therapie mit den Eltern. Eine Sozialarbeiterin klärt mit den Familien, wie viel Geld sie aufbringen können, den Rest finanziert der Verein aus Spenden. Die Priorität der Eingriffe geht nach medizinischer Dringlichkeit, nicht nach Wartezeit.

Erfolg dank zäher Beharrlichkeit

Über persönliche Kontakte zum Herzverein erhielten die Rotarier bei einem Vortag von Vorstandsmitglied und Ärztin Dr. Inge von Alvensleben Einblicke in die Tätigkeit des Vereins. „Kurzfristig haben wir eine Spende für ein Echokardiographiegerät realisiert“, so Kutsche. „Da der Herzverein für seine wichtige Arbeit ein neues Gerät benötigte, haben wir dann gemeinsam mit dem Rotary Club Sopocachi/La Paz in Koordination mit Rotary International ein Global Grant initiiert. Das Projekt erforderte vor allem unter den Bedingungen Pandemie einen langen Atem und zähe Beharrlichkeit.“ Vor kurzem übergaben die Rotarier dem Herzverein ein modernes tragbares Herzultraschallgerät vom Typ Philips CX50 und Zubehör im Wert von 50.000 Dollar.