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Distrikt

Plädoyer für Toleranz und Respekt

Distrikt - Plädoyer für Toleranz und Respekt
Günther Beckstein, Charlotte Knobloch und der Clubpräsident des RC Passau, Walter Keilbart © Anton Scholz

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch und Günther Beckstein im Gespräch beim Rotary Club Passau.

Stephanie Bräuer01.04.2020

„Eine großartige Persönlichkeit“ – so stellte der Bayerische Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein Charlotte Knobloch in der Redoute in Passau vor. Und mit ihrer leisen und doch eindringlichen Art bewegten dann die Ausführungen von Charlotte Knobloch nicht nur die anwesenden Rotarier, sondern auch eingeladene Schüler der Region.

Schluss mit Hasstiraden
„Lasst Euch von niemandem beeinflussen in der Frage, wen ihr zu lieben, wen ihr zu hassen habt“, appelierte sie, und Günther Beckstein stimmte zu: Hassreden und Gemeinheiten seien nirgendwo und zu keiner Zeit zu akzeptieren, weder im Gespräch noch in den sozialen Medien. Hass dürfe nicht salonfähig werden.

Wie sich solcher Hass anfühlt, kennt Charlotte Knobloch nicht nur aus ihrer Jugend sondern erfährt sie jeden Tag. In der jüdischen Gemeinschaft habe sich in den vergangenen Jahren ein Gefühl verbreitet, das „als leichtes Unwohlsein begann, sich später als spürbare Verunsicherung verfestigte und das nicht erst seit dem Anschlag von Halle bei vielen zu purer Angst geworden ist“. Die Gründe dafür seien vielfältig. Besonders bedenklich sei aber auch, dass inzwischen Kommentare in den sozialen Medien – von wüsten Beleidigungen bis hin zu offenen Drohungen – oft sogar unter Klarnamen veröffentlich werden. Die AfD sieht sie hier als „sichtbaren Ausdruck einer zunehmenden gesellschaftlichen Verrohung“. Dies erkläre auch, warum diese Partei, im Gegensatz zu früheren rechten und rechtspopulistischen Parteien  – NPD, DVU oder Republikaner – nicht wieder zügig  von der Bildfläche verschwunden sei. Nun seien die Parlamente gefordert, Wege zu finden, um mit antidemokratischen Strömungen aus ihrer Mitte angemessen umzugehen. Hass und Beleidigungen müssten zudem im Allgemeinen schärfer geahndet werden. 

Verabschiedet wurde Knobloch mit einer Spende von 5000 Euro für die Arbeit der Sinai-Grundschule.

Quelle: Passauer Neue Presse (gekürzt)