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Distrikt

Türen öffnen - Brücken bauen

Distrikt - Türen öffnen - Brücken bauen
Die Jugendbegegnungs- und Gedenkstätte Kreisau soll zur internationalen Verständigung beitragen. © Maik Hamerla (3)

In Krzyzowa/Kreisau (Polen) übergab Past-Governor Udo Noack den Erlös aus der Elbe-Charity-Tour.

Gabriele Arndt-Sandrock01.03.2020

Reiche Früchte getragen hatte die Elbe-Charity-Aktion, die auf Initiative von PG Udo Noack im Mai 2019 im Vorfeld der World Convention stattfand: Insgesamt kamen 57.000 Euro zusammen aus dem Erlös der Boat-Tour, DDF-Mitteln der Distrikte 1800 und 1940, privaten Spenden und einer Zuwendung des RC Wroclaw (Breslau). Der Betrag wird über einen District Grant des RC Hildesheim-Rosenstock verwahrt und über zwei Jahre der "Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau" für die europäische Jugendbegegnung zur Verfügung gestellt: Junge Menschen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren aus Polen, Deutschland und anderen europäischen Ländern, setzen sich mit der jüngsten europäischen Geschichte auseinander. Sie sollen inspiriert werden, sich dem interkulturellen Austausch zu widmen und sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen.

Rotarier als Brückenbauer

Mit der Übergabe des District Grants an die Repräsentanten der Stiftung fand die erfolgreiche Charity-Aktion während einer rotarischen Reise vom 24. bis 26. 11. 2019 ihren würdigen Abschluss.

Die Reise wurde gemeinsam von Anna Quirin, Geschäftsführerin der "Freya von Moltke-Stiftung für das neue Kreisau", und PDG Udo Noack organisiert. Die Delegation aus den Distrikten 1800, 1880 und 1940 setzte sich zusammen aus Teilnehmenden der Clubs Brandenburg/ Havel, Bernburg-Köthen, Hildesheim-Rosenstock, Langenhagen-Wedemark, Lüneburg, Lutherstadt-Wittenberg und Radebeul.

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Die Reisegruppe der deutschen Rotarier mit PDG Udo Noack (Mitte)

Ort des Widerstands und Ort der deutsch-polnischen Versöhnung

Kreisau ist ein geschichtsträchtiger Ort. Während des zweiten Weltkrieges traf sich dort auf dem Gutshof der Familie von Moltke eine Widerstandsgruppe. 1944 wurde die Gruppe von der Gestapo enttarnt - viele ihrer Mitglieder wurden hingerichtet.

Am 12. November 1989 kamen Bundeskanzler Helmut Kohl und der polnische Premierminister Tadeusz Mazowiecki in Kreisau zu einer Versöhnungsmesse zusammen, zelebriert vom Oppelner Erzbischof Alfons Nossol. Beim Friedensgruß umarmten sich die Regierungschefs – das Bild ging um die Welt und wurde zur Ikone der Völkerverständigung. 

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Eine anregende Tour nach Kreisau mit wichtigem Anliegen

In den Folgejahren wurde der Gutshof zur internationalen Gedenk- und Jugendbegegnungsstätte ausgebaut. Zeitgleich entstand die zivilgesellschaftliche Initiative "Für das Neue Kreisau".

Die Jugend-Projekte der Freya von Moltke-Stiftung werden von Rotary zunächst über zwei Jahre unterstützt. Eine anschließende weitere Förderung im Sinne einer nachhaltigen Partnerschaft ist bereits angedacht, denn ein zukünftiges Engagement von Rotary für diese Begegnungsstätte wäre eine wertvolle Investition in eine friedliche Zukunft Europas.