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München/Südafrika

Vorschulbildung in Südafrika – was ein Global Grant Projekt erreichen kann

München/Südafrika - Vorschulbildung in Südafrika – was ein Global Grant Projekt erreichen kann
Fiona Walker vom Host Club RC Somerset West zu Besuch in einer Krippe. © RC München 100

Der Rotary Club München 100 führte ein auf zwei Jahre angelegtes Global-Grant-Projekt für Township-Kinder rund um Kapstadt durch.

Stephanie Bräuer01.05.2020

2017 beschloss der RC München 100, in Kooperation mit dem Rotary Club Somerset West als Host Club und der gemeinnützigen Organisation HOEP (Heaven on Earth Project), rund 2000 Vorschulkinder im Alter von drei bis fünf Jahren aus den Townships im Umkreis von Kapstadt durch ein gezielt entwickeltes zweijähriges Lernprogramm auf den erfolgreichen Schuleintritt vorzubereiten. Diese Kinder sollten in bereits existierende Krippen aufgenommen und unterrichtet werden. Die Erfahrung von HOEP vergangener Jahre hatte gezeigt, dass ohne Förderung nur etwa 20 Prozent der Township-Kinder schulreif werden, diese Quote aber dank Förderprogrammen auf 90 Prozent steigerbar ist. Auch die Zahl der erfolgreichen Schulabschließer erhöhte sich signifikant.

Ein 100.000-Dollar-Projekt

 Es stand also folgendes Maßnahmenpaket an: Die Suche geeigneter Kinderkrippen, die pädagogische Schulung der Betreuer/innen und Lehrkräfte in den Krippen, Verteilung von Lehrmaterial (Bücher, Skripten) an Lehrer und Kinder, ca. 1 Std. täglicher Unterricht der Kinder, Supervision und Beratung der Lehrkräfte in den Krippen zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit.

Die Planung und Umsetzung dieses Projekts war auch ein Lernexperiment für alle daran beteiligten Rotarier: Fundraising bei Clubs und Distrikten, Klärung der sachlichen und persönlichen Voraussetzungen vor Ort durch Reisen und Gespräche in der Kap Region, Projekt-Design, inhaltliche Abstimmung mit Host Club und Cooperating Organization, Antragstellung auf Fördergelder bei der Rotary Foundation durch umfangreiche Darlegung der Ziele und Inhalte im digitalen Antragsformular, Organisation der Kontenführung und Finanzströme. Dabei hat uns übrigens die enge Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Distrikt und bei Rotary Deutschland Gemeindienst e.V. enorm geholfen. Am Ende werden sich die Arbeiten an diesem Thema  –Vorbereitung und zwei Jahren Projektdauer – über drei volle Jahre bzw. vier rotarische Jahre unseres Clubs erstrecken. Es ist also klar: Ein Global Grant ist ein anspruchsvoller Dauerlauf.

Von großem Erfolg gekrönt

Aber: Heute sind wir stolz, dass wir uns trotz mancher Bedenken an diese Aufgabe herangewagt haben. Einige unserer Mitglieder haben im Projekt auch vor Ort praktisch mitgeholfen. Zu sehen, wie erfolgreich die Entwicklung der vielen Kinder in diesem Programm verläuft, die dadurch Zugang zu einer Schulbildung und späteren beruflichen Chancen erhalten, war und ist die Arbeit dafür mehr als wert.

Stephanie Bräuer
Die gebürtige Münchnerin Stephanie Bräuer hat jahrelang im Bereich PR und Redaktion verschiedener Medien gearbeitet, bevor sie sich mit einer PR-Agentur selbstständig machte und ihren Schwerpunkt dabei auf die Themen Kulinarik/Lifestyle legte. Seit sechs Jahren ist sie in diesem Bereich als freie Autorin und Journalistin tätig. www.stephanie-braeuer.de