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München/Kenia

Wasserernte im ostkenianischen Busch

München/Kenia - Wasserernte im ostkenianischen Busch
Der unterirdische 90.000-Liter-Tank im Zentrum des Schulgeländes © Projekt Desturi

Der RC München-Harlaching unterstützt seit vielen Jahren die Initiative Desturi in Kenia. Aktueller Meilenstein: eine Anlage zum Auffangen von Regenwasser

Stephanie Bräuer01.05.2021

Begonnen hat alles 2008 mit dem Bau eines Kindergartens und der Initiative unserer rotarischen Freundin Lisa Wacker (RC Dortmund-Romberg) im Hinterland der Küstenregion Kenias, einer extrem armen und vom Wassermangel bedrohten Region Afrikas. Inzwischen ist daraus durch viele private Spenden eine innovative, staatlich anerkannte Primary School entstanden, die Bildung auf anerkannt hohem Niveau für Kinder der extrem armen Familien in der Umgebung bietet. Seit fünf Jahren unterstützt der RC München-Harlaching Desturi und hat im letzten Jahr ein ganz besonderes Projekt mit Modellcharakter für die Region vorangetrieben.

Der 90.000-Liter-Tank kann sowohl die Schule ...

2021, wasserernte, kenia, distrikt 1842

Ein Wasser-Sammel-Turm und eine Pumpe versorgen die Zapfstellen © Projekt Desturi

Zum Desturi-Schulkonzept gehören die Schulung von Umweltbewusstsein und der Kampf gegen die Wasserarmut. Allerdings ist das größte Problem für die Menschen dort nicht unbedingt die geringe Niederschlagsmenge, sondern eher fehlende Erfahrung in der Technik des Wassersammelns. Hier hat der nun der RC München-Harlaching geholfen und das Projekt „Water harvesting“ unterstützt – mit zwei Distrikt Grants. In enger fachlicher Abstimmung mit der Pwani University Kilifi erreichten die Clubfreunde, dass das Wasser während der Regenzeit auf dem Gelände des Schulzentrums nicht mehr länger in der Erde versickert, sondern aus – in Kenia unüblichen – Dachrinnen, Fallrohren, Zuleitungen und vorgeschalteten kleineren Auffangbehältern bis zum Überlauf von den Dächern „geerntet“ und gespeichert werden kann. Die einfache technische Konstruktion wird schließlich mit einer Elektropumpe und über einen Wasserturm im Fluss gehalten. Der unterirdische Tank kann mit 90.000 Litern befüllt werden.  

... als auch das umliegende Farmland versorgen

Die Umsetzung erfolgte alltagsnah ohne technische Hilfsmittel und Fertigbauteile: mit Schaufel, Hacken, Schubkarren sowie Arbeitskräften aus der Nachbarschaft. Nach mehrmonatiger Bauzeit ist der Erfolg beeindruckend! Das Regenwasser versorgt nicht nur die über 400 Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal der Desturi-School, sondern erlaubt auch die Bewässerung von nahem Farmland. Und es geht weiter: Gemeinsam mit dem Partnerclub Wien-Nordost ist nun auch die Umsetzung eines Global Grants für Desturi auf der Zielgeraden. Die Schule soll um ein Berufsbildungszentrum (Vocational Training Center) erweitert werden. Desturi  ist eine Erfolgsgeschichte im rotarischen Geist! Bildung und Hoffnung wachsen direkt vor Ort und für die heranwachsende Generation Chancen, auf eine Zukunft in der eigenen Heimat zu setzen. Übrigens: Desturi ist Kisuaheli und bedeutet „der Weg“ – in einem sehr zielstrebigen Sinn.

desturi.de

Stephanie Bräuer
Die gebürtige Münchnerin Stephanie Bräuer hat jahrelang im Bereich PR und Redaktion verschiedener Medien gearbeitet, bevor sie sich mit einer PR-Agentur selbstständig machte und ihren Schwerpunkt dabei auf die Themen Kulinarik/Lifestyle legte. Seit sechs Jahren ist sie in diesem Bereich als freie Autorin und Journalistin tätig. www.stephanie-braeuer.de