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Distrikt

Würden Sie noch einmal in Ihren Rotary Club eintreten?

Distrikt - Würden Sie noch einmal in Ihren Rotary Club eintreten?
Rotarier am (fast) Runden Tisch © Charlotte Mori

Seit 2009 erfreuen sich Veranstaltungen zum Themenkreis Club- und Mitgliederentwicklung großer Beliebtheit.

Christian Kaiser08.10.2017

Würden Sie selbst noch einmal in Ihren Club eintreten? Warum? Warum nicht?  - So die Frage, die PDG Charlotte Mori (RC Bad Vilbel) häufig gleich zu Beginn ihrer Veranstaltungen stellt.

Mit dieser „Gretchenfrage“ öffnet die Vorsitzende des Ausschusses für Club- und Mitgliederentwicklung im Distrikt 1820 zugleich ein breites Themenfeld für eine offene Diskussion.

Nach Seminaren und Workshops unter anderem zu „Willkommen im Club!?“, „Enjoy Rotary“ und „Wissen über Rotary“ beschäftigte sich die Diskussionsrunde beim ersten „Runden Tisch“ nun mit dem Thema „Mitgliedergewinnung“.

Am Tisch saßen rotarische Freundinnen und Freunde aus Kaufungen, Schwalmstadt, Fulda, aus dem Taunus und der Region um Rüsselsheim - somit eine gute Mischung von Nord bis Süd. 

Fragen über Fragen:

In einem Brainstorming zu Beginn wurden mögliche Fragen gesammelt und zu Themenschwerpunkten zusammengefasst, etwa:

• Warum soll gerade ich Mitglied in einem Rotary Club werden? Was erwartet mich dort? Was finde ich dort, das ich woanders nicht finde?

• Was macht meinen Club interessant für neue Mitglieder?

• Wofür steht Rotary? Wie kann ich Rotary erklären?

• Was erhält den Club lebendig? Was ist es, das den Club zusammenhält?

• Was können wir ganz praktisch tun, damit sich langjährige und neuere Mitglieder auf die Meetings (wieder) freuen?

• Welches Vorgehen ist bei der Suche nach neuen Mitgliedern erfolgsversprechend? Was geht gar nicht!?

Erste Antworten

Zu den Themenkreise Selbstverständnis von Rotary, Clubleben und Mitgliederentwicklung gab es aus dem Kreis eine Fülle von teils überraschenden Ideen und Anregungen. Hier eine kleine Auswahl:

• Rotary steht für unveräußerliche Werte in unserer Gesellschaft, für die es sich lohnt, einzustehen und andere zu gewinnen.

• Ohne Freundschaft im Club geht gar nichts. Freundschaft ist es auch, die den Club zusammenhält. Erst dadurch entsteht die Motivation, gemeinsam etwas für andere zu tun.

• Service als fundamentale rotarische Aufgabe gilt regional und auch international. So sollten auch wir die Rotary World Convention 2019 in Hamburg besuchen, um einen persönlichen Eindruck von den weltumspannenden faszinierenden rotarischen Ideen zu bekommen. 

• Einige Clubs erkunden über Umfragen, was den Freunden am Clubleben gefällt und was nicht. Gerade unsere "Hands-On-Projekte" wirken identitätsstiftend und fördern Wir-Gefühl und Zusammenhalt. Benachbarte Clubs lernen sich über das "Ausschwärmen" besser kennen. Auch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen bieten sich hierzu an.   

• Lokale Pressearbeit kann eine große Hilfe bei der Mitgliederwerbung sein. Als mögliche Themen werden neben jährlichem Ämterwechsel auch Sozialprojekte, Berufsinformationstag und Jugendaustausch genannt. Einige Clubs suchen darüber hinaus bewusst die Öffentlichkeit – etwa mit Vorträgen bekannter Persönlichkeiten oder Benefizveranstaltungen.

• Immer wieder wurde die gute Zusammenarbeit mit Rotaract hervorgehoben -  zugleich ein (bisher kaum genutztes!)  Reservoir für potentielle Mitglieder. Beim Thema Mitgliederentwicklung wurde von mehreren Teilnehmern beklagt, dass es in ihren Clubs an der Vielfalt der Berufe fehle. Insbesondere das Handwerk sei zu schwach vertreten.

• Das Regelwerk zu Neuaufnahmen erscheint vielen nicht mehr zeitgemäß – dauere doch der Prozess von der Findung bis zur Aufnahme neuer Mitglieder meist viel zu lang. Die Aufnahmezeremonie verdient indes eine besondere Würde und Bedeutung. Die von ihren „Paten“ zu begleitenden JungrotarierInnen sollten danach gleich eng in das Clubleben eingebunden werden, etwa durch möglichst rasche Übertragung von Ämtern.

Strategiepapier

Nach drei Stunden mit „rauchenden Köpfen“ waren sich alle einig: So ein Runder Tisch ist eine hervorragende Gelegenheit, sich auszutauschen. Jeder profitiert in hohem Maße von den ganz praktischen und handfesten Anregungen und angebotenen Hilfestellungen.

Bei dem zweiten Runden Tisch Anfang des neuen Kalenderjahres, zu dem natürlich auch weitere Rotarier willkommen sind, soll die Erarbeitung eines Strategiepapiers zur Mitgliederfindung und Mitgliederaufnahme im Vordergrund stehen.

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.