Die hier veröffentlichten Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Leserbriefe aus 02/2026

Kenntnisreich
Der Historiker Ulrich Schlie hat einen kenntnisreichen Artikel über Konrad Adenauer geschrieben. In diesem Beitrag blieb jedoch unerwähnt, dass Adenauer von 1928-1933 Gründungsmitglied des Rotary Clubs Köln gewesen ist. Als die deutschen Rotary Clubs in den Städten München, Köln und Hamburg vom Rotary Club Wien gegründet wurden, gehörten die Bürgermeister der Städte zu den Gründungsmitgliedern ebenso wie renommierte Persönlichkeiten. In München war es zum Beispiel Thomas Mann, der 1933 von Mitgliedern seines Clubs wegen eines teilweise kritischen Vortrages zu Richard Wagner aus seinem Club gemobt und zur Emigration gezwungen wurde.
Ulrich Gleichmann //
RC Bad Oeynhausen-Minden
Slogan auf 5-Mark-Stück
Auf Seite 55 zitieren Sie den Satz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Dass die Nazis diesen Slogan sich gerne zu eigen gemacht haben, ist klar. Er stand schon längst vorher auf den Fünf-Mark-Stücken mit dem Konterfei Hindenburgs. Also: Schon vorher wurden wir, ich bin Jahrgang 1930, von dem guten und naiven Hindenburg entsprechend eingestimmt.
Manfred Kühn //
RC Wiesbaden-Nassau
Unangebracht
In dem Artikel wird Trump mit Putin und Milošević gleichgesetzt. Ich finde dies unangebracht.
Stefan Uhlig // RC Aachen-Land
Inspirierender Podcast
Ein großartiger und sehr inspirierender Podcast zu den Themenclubs, vielen herzlichen Dank dafür. Besonders gefreut hat mich, dass auch der RC Mentale Gesundheit erwähnt wurde.
Nathalie von Bomhard //
RC Mentale Gesundheit
Ton nicht würdig
Der Ton, in dem Peter Köpf seine Argumente vorträgt, ist Ihres Magazins nicht würdig. Zudem: Einen Artikel zu einem so wichtigen und kontroversen Thema zwischen Berichte über eine Kunstausstellung und eine Kulturgeschichte des Panettone zu setzen, empfinde ich als redaktionell unsensibel.
Thomas Dahl //
RC Hamburg-Alstertal
Dank für Thematisierung
Die seit einigen Jahren bestehende Restitutionsdebatte hat sich vor allem der sogenannten Benin-Bronzen angenommen. Ich habe mich gefreut, dass Sie ihr im aktuellen Rotary-Magazin Raum gegeben haben. In der letzten Zeit war diesbezüglich kaum etwas zu lesen. Das Thema war aber kürzlich einer Meldung wert, als über Neuigkeiten aus Nigeria berichtet wurde. Ich habe am 5. September 2023, also vor beinahe 2 1/2 Jahren, in meinem Rotary-Club Ulm-Donaubrücke einen Vortrag darüber gehalten. Er trug den Titel: "Benin-Bronzen. Sein oder Schein? Besser: Wahrheit und Täuschung oder Geschichtsklitterei, Leugnen von Fakten, Schönrederei“.
Hans-Peter Richter //
RC Ulm-Donaubrücke
Verfehlte Definition
Der Leserbrief von Snaidr/ Schreiner vom RC Dachau kann nicht unwidersprochen bleiben. Der verfehlten Definition folgen falsche Schlüsse: Haltung zeigen, einen Standpunkt oder eine Überzeugung haben, hat primär nichts zu tun mit der unterstellten Missionierung, mit Sturheit oder Ausgrenzung anderer. Haltung ist der Gegensatz von Beliebigkeit. Demokratie lebt von der Auseinandersetzung verschiedener Standpunkte im Ringen um Mehrheiten. Dieser Leserbrief bestätigt geradezu die Forderung der kritisierten Autorin, auch bei Rotary mehr über Demokratie zu diskutieren.
Eugen Freiherr von Redwitz //
RC Neuburg/Donau
Vier-Fragen-Probe ist alltagstauglich
„Zutiefst irritiert“ outen sich Freunde aus dem RC Dachau über einen Artikel mit dem Thema „Haltung zeigen“ aus Heft 11/25. „Irritation“ ist ein Zustand der Verunsicherung durch einen von außen zugefügten Reiz. Der Mensch ist verwirrt, ist zu rationaler Analyse nicht fähig. Der Text des Leserbriefes spricht dazu Bände. „Haltung zeigen“ ist ein in der deutschen Sprache feststehender Begriff, das Ergebnis einer auf rationalen Erwägungen aufbauenden Überzeugung, aus der ein Wertesystem als Richtschnur für Denken, Reden und Handeln im privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Bereich gewonnen wird. Es ist eine Ehre, als Mitglied eines Rotary Clubs erwählt und aufgenommen zu werden. Mit der Aufnahme werden die rotarischen Werte Wahrhaftigkeit, Fairness gegenüber anderen, Respekt für die Mitmenschen und ein Streben nach Freundschaft deutlich gemacht. Zusammengenommen soll dies der Förderung des Gemeinwohls dienen. Der so in die rotarische Gemeinschaft Aufgenommene sollte sich mit diesen Werten identifizieren. Am internationalen Tag der Toleranz wurde die Halbjahreskonferenz des Distriktes 1860 auf dem Hambacher Schloss (siehe RM 1/26) zu einem Forum, bei dem sehr deutlich wurde, wie Rotarier in ihrer Umgebung "Haltung zeigen" können. Das soll eine sinnvolle Basis für die Pflege und Erhaltung eines demokratischen Umgangs miteinander schaffen, für eine Verteidigung unserer Demokratie. Dazu gehört, dass jeder seine Meinung frei sagen und mit gleich oder anders gesinnten Menschen Argumente austauschen kann. Ziel ist es, Kompromisse zu finden und sie als Grundlage für gemeinsames Handeln zu nutzen. Als Rotarier agiert man im vorpolitischen Raum, und das darf man auch nach außen deutlich machen. Die von den Leserbriefautoren behauptete Ideologisierung hat dabei keinen Platz. Sie sympathisieren offensichtlich mit einer bestimmten "demokratisch gewählten Partei" und suggerieren mit diesem Begriff den Nachweis eines dem Grundgesetz entsprechenden Verhaltens. Ursache und Wirkung werden dabei verwechselt: unsere Demokratie läßt die Wahl von Menschen und Parteien zu, solange sie im Rechtsstaat auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Die Wahl eines Menschen oder einer Partei dient aber nicht als demokratischer Qualitätsbeweis. Radikale Meinungen sind zulässig. Bestehen aber ernste Zweifel und ein Verdacht, dass sie hin zu extremistischen Bestrebungen überschritten werden, wird der Verfassungsschutz tätig. Er soll Verhaltensweisen erkennen und dokumentieren, welche auf eine Beeinträchtigung oder Beseitigung des staatlichen Grundgefüges hinauslaufen, und das ist die Grundlage für die Einstufung als “gesichert extremistisch”. Für rotarische Freundinnen und Freunde ist dieser Erkenntnisprozess einfacher: die Vier-Fragen-Probe ist alltagstauglich. Wenn man sie für Denken, Reden und Handeln nicht bejahen kann, ist das nicht mit dem rotarischen Wertesystem vereinbar.
Georg-Peter Breitbach //
RC Neunkirchen/Saar
Werte verbinden
Um Grenzen zu überwinden, muss man manchmal über Grenzen hinausschauen: Mit großer Begeisterung las ich von rotarischen Freunden im österreichischen Parlament, die sich über Parteigrenzen hinweg zum Austausch getroffen haben – und dabei nicht mal wussten, wer im Parlament alles rotarischer Freund ist. Genau hier sehe ich eine dringliche Aufgabe von Rotary in Zeiten, in denen wir zunehmende gesellschaftliche Spaltung erleben: Als Öffnung eines Diskursraumes auf Länder-, Distrikt- und Clubebene – nicht unbedingt über politische Themen, aber zwischen Freunden über parteipoli tische Grenzen hinweg, in dem Bewusstsein: Rotarische Werte verbinden uns mehr, als uns politische Positionen spalten.
Oskar Brabanski //
RC Ulm/Neu-Ulm
Große Freude
Wir gratulieren herzlich, dass es Ihnen gelungen ist, Volker Looman für eine regelmäßige Kolumne zu gewinnen! Als Leser der FAZ sind wir ihm über Jahrzehnte gefolgt, es gab kaum eine Ausgabe ohne neue Erkenntnisse, und das Ende seiner Kolumne dort versetzte uns in Trauer. Umso größer ist die Freude nun und die Vorfreude auf die kommenden Folgen. Seine Direktheit wird sicher viele Rotarier vors Schienbein treten, sicher aber auch sehr heilsam sein. Wir haben – fast am Ende des Berufslebens – vor allem wegen Volker Looman nie einen Vermögensverwalter gebraucht. Er kann wie kein Zweiter die wesentlichen von den unwichtigen, aber oftmals attraktiv scheinenden Aspekten der Geldanlage unterscheiden und jene ins Zentrum seiner Kolumnen stellen. Wer das auch lernen will, und das muss man immer wieder neu, ist bei ihm bestens aufgehoben, hat den Kopf frei für die wichtigen Dinge im Leben und erspart sich viele Enttäuschungen.
Stefan Koch //
RC Pulheim
Einseitige Stellungnahmen
Heute kam die neueste Ausgabe des Rotary Magazins. Und wieder - wie in letzter Zeit häuifg - finden sich sehr einseitige politische Stellungnahmen, wie auch in dem Leserbrief "Zutiefst irritiert" angesprochen. Dieses Mal findet sich auf den Seiten 60-61 ein Artikel, in dem Trump mit Putin und Milosevic gleichgesetzt wird. Ich finde dies unangebracht. Ich bin Rotary nicht beigetreten, um politisch belehrt zu werden. Bitte beenden Sie die politischen Diskurse im Magazin.
Stefan Uhlig //
RC Aachen-Land