Die hier veröffentlichten Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


 

Leserbriefe aus 04/2026

Demokratie bewahren

Leserbrief zum Standpunkt „Wie amerikanisch ist Rotary?“ aus Heft 04/2026

Ich finde das Fazit am Ende des Artikels nicht richtig: „Mit moralischen Fingerzeigen verändern wir die Welt nicht. Wir sollten sie nehmen, wie sie ist, und unser internationales Netzwerk nutzen und ausbauen.“

Auf keinen Fall sollten wir die Welt nehmen, wie sie ist. Dort, wo Unrecht geschieht, müssen wir nicht still sein, sondern laut werden, um das Unrecht zu beenden und die Demokratie zu bewahren, hier und überall auf der Welt, auch in den USA.

Das „Wegfallen des Akronyms DEI“ aus Sorge um den Wegfall von Steuerbegünstigungen leistet dem Abbau von demokratischen Werten Vorschub und ist für mich mit rotarischen Werten nicht vereinbar. Sollte sich dies bei Rotary fortsetzen, habe ich persönlich Zweifel, ob ich bei Rotary noch richtig bin. Schauen Sie sich die Geschichte Rotarys in Deutschland und Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus an, Freundin Büring, dann dürfte klar werden, was passieren kann, wenn man das Wording anpasst. Das war nur der erste Schritt.

Christine Weisheit //
RC Overledingen/Rhauderfehn
 

Unterschiedliche Projekte

Leserbrief zum Artikel „Ökologische Herausforderungen“ aus Heft 04/2026

Der Beitrag zu Basran hat mich begeistert. Ein Netzwerk, das Wissen teilt, Grenzen überwindet und gemeinsam handlungsfähig macht – das ist Rotary in seiner stärksten Form. Beim Lesen der April-Ausgabe ist mir aufgefallen, wie viele unterschiedliche Perspektiven, Projekte und Initiativen sichtbar werden. Sie zeigen, was bereits möglich ist – und wie viel Engagement in diesem Netzwerk steckt.

Gleichzeitig habe ich mich gefragt, welche Themen vielleicht noch stärker in den Fokus rücken könnten. Zum Beispiel: wie wir mit Ressourcen umgehen; wie wir wirtschaftliches Handeln, Lernen und Verantwortung zusammendenken; und wie wir Menschen darin stärken, in komplexen Zusammenhängen handlungsfähig zu werden. Denn genau dort beginnt Transformation. Nicht in fertigen Antworten, sondern im gemeinsamen Aushandeln von Perspektiven, im Umgang mit Unsicherheit und im Erproben neuer Wege. Ein Netzwerk wie Rotary ist prädestiniert, diese Räume zu eröffnen: international, interdisziplinär und getragen von Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen.

Mit Blick auf Entwicklungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wird deutlich, dass Nachhaltigkeit zunehmend als strukturelle Aufgabe verstanden wird – nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Zusammenhang.

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, diese Perspektiven stärker miteinander zu verbinden. Die Beispiele sind da. Das Interesse daran wächst. Basran zeigt, was möglich ist.

Susanne Klaar //
RC Hamburg-Volksdorf

Russen nicht gehasst

Leserbrief zum Forum-Interview „Zwischen allen Welten“ aus Heft 04/2026

Natürlich waren die sowjetischen Soldaten wie die Amerikaner, Engländer und Franzosen Besatzer des von ihnen vom Nazi-Regime befreiten Deutschland nach der Kapitulation. Aber dass wir die Russen gehasst und verachtet haben, das stimmt nicht. Die Soldaten waren arme Kerle – in den Kasernen eingesperrt, konnten sie nicht am Leben der gleichaltrigen Menschen in der DDR teilnehmen. Es gab eine Ausnahme: In maximal Kompaniestärke durften sie geschlossen einmal im Monat ins Freibad für zwei Stunden und dann wieder zurück in die Kasernen.

Sowjetunion: alle Soldaten bis 1994 raus

USA: bis heute präsent

Großbritannien: größtenteils bis 2020 abgezogen

Frankreich: stark reduziert, aber nicht vollständig weg

 

Hartmut Beyer //
RC Jena

Endlagersuche schwierig

Leserbrief zum Forum-Beitrag „Alle außer uns“ aus Heft 04/2026

Mit Interesse, aber auch mit wachsender Irritation, habe ich den Beitrag „Alle außer uns“ gelesen. Die implizite Botschaft ist klar: Deutschland könnte einen Fehler gemacht haben, indem es sich von der Kernenergie verabschiedet hat. Was dabei jedoch auffällig unterbeleuchtet bleibt, ist das zentrale Problem dieser Technologie: der Umgang mit ihrem Müll. Die Endlagersuche bereitet nach wie vor große Schwierigkeiten. Möglicherweise wird sich der Bau eines Endlagers in Deutschland bis ins 22. Jahrhundert hinziehen – die Lagerung der Abfälle in Zwischenlagern ist jedoch nur für 40 Jahre vorgesehen.

Aus meiner Sicht sollte nur mit Menschen über Atomkraft diskutiert werden, die bereit sind, ein kleines Endlager in ihrem Vorgarten einzurichten. Denn genau darum geht es. Solange wir nicht bereit sind, die Konsequenzen dieser Technologie konkret und persönlich zu tragen, sollten wir sie auch nicht anderen - zukünftigen Generationen – zumuten.

Eine verantwortungsvolle Energiepolitik muss Risiken, Zeitdimensionen und ethische Fragen gleichermaßen ernst nehmen. Die Kernenergie scheitert genau daran. Umso unverständlicher ist dieser Artikel, da wir längst über genügend Alternativen verfügen: erneuerbare Energien, Speicherlösungen und Effizienzstrategien stehen bereit, sie werden nur nicht konsequent genug umgesetzt.

Gunda Rosenauer // 
RC Baden-Baden-Merkur

Dünne Grundmuster

Leserbrief zum Entscheider-Interview „Wir brauchen eine Reform des Sozialstaats“ aus Heft 04/2026

Das Interview mit Johannes Winkel lebt von einem populären, aber ökonomisch dünnen Grundmuster: Die Älteren erscheinen als Belastung, die Jüngeren als Zahlmeister, und die gesetzliche Rente als Problem an sich. Genau das greift zu kurz. Die entscheidende Frage ist nicht, ob eine Gesellschaft altert, sondern wie ein reiches Land seine laufende Wirtschaftsleistung verteilt. Sowohl das Umlagesystem als auch die Kapitaldeckung finanzieren sich aus der laufenden Wertschöpfung. Einen Geldspeicher gibt es nur in der Parallelwelt von Entenhausen. Beide Systeme bieten den Einzahlern Ansprüche auf in der Zukunft anfallende Rentenzahlungen. Mit anderen Worten: Renten werden niemals aus vergangenen Ersparnissen bezahlt, sondern immer aus der Wertschöpfung der Gegenwart. Auch private Vorsorge und Kapitaldeckung ändern daran nichts.

Die Behauptung von Ökonomen wie zum Beispiel Bernd Raffelhüschen, mit der Einzahlung in einen kapitalgedeckten Rentenfonds werde die Rente bereits erwirtschaftet, ist sowohl rechtlich als auch bilanztechnisch betrachtet Unsinn.

Die Rentenfrage ist deshalb vor allem eine politische Verteilungs- und Gewährleistungsfrage. Während der demokratisch gewählte Gesetzgeber über die Höhe der gesetzlichen Rente entscheidet und der Staat ihre Auszahlung garantiert, verlagern private Verträge die Risiken nur stärker auf den Einzelnen und machen Alterssicherung abhängiger von Finanzmärkten: Der Crash von 2008 hat nach Angaben der OECD z.B. weltweit mehr als ein Drittel des Vermögens der Pensionsfonds vernichtet. Und in Berlin hat gerade der Pensionsfonds der Zahnärztekammer die Hälfte seines Vermögens in Immobiliengeschäften verzockt. 

Die Debatte über Demografie und Rente wird leider von „Polarisierungsunternehmern“ (ein Begriff des Soziologen Stefan Mau) beeinflusst, die Katastrophenszenarien als Geschäftsmodell betreiben. Denn der gegenwärtige Überhang beim Rentenzugang ist ein zeitlich begrenztes Problem; schließlich haben die Boomer kein ewiges Leben und es geht auch nur um die Bevölkerungskohorte eines guten Jahrzehnts.

Wer so tut, als sei die Stabilisierung der gesetzlichen Rente automatisch „unfair“ gegenüber den Jüngeren, verschweigt den eigentlichen Punkt: Gute Löhne, hohe Beschäftigung, Produktivitätsfortschritte, eine breitere Finanzierungsbasis (z.B. durch die Aufnahme von Beamten und Selbstständigen in die Rentenversicherung) sowie eine Flexibilisierung des Rentenzugangsalters sind für die Tragfähigkeit entscheidender als demografische Alarmrhetorik.

Gerade weil die junge Generation ein Recht auf Ehrlichkeit hat, sollte man ihr keine vereinfachte Generationenkampf-Erzählung anbieten. Nicht die gesetzliche Rente ist das Problem, sondern eine Debatte, die den Sozialstaat fast nur noch unter dem Gesichtspunkt der Kürzung denkt. Reformfähigkeit zeigt sich darin, solidarische Sicherungssysteme realitätsnah und dauerhaft tragfähig zu organisieren.

Lars Voges //
RC Stadtlohn Hamaland

Unbedacht oder Absicht?

Leserbrief zum Magazincover der Februar-Ausgabe aus Heft 04/2026

Der Blick auf das Titelbild unseres März- Magazins hat mich außerordentlich irritiert. Da werden (jenseits der politischen Bewertung) drei gewählte Staatsoberhäupter abgebildet, auf die der Titel „Im Namen des Volkes“ sicher zutrifft. Dazu im gleichen Bild und unter dem gleichen Tenor sowohl Marie Le Pen von der Partei RN als auch Alice Weidel als Vorsitzende der AfD zu platzieren, stellt in diesem Zusammenhang eine unangemessene politische Aufwertung dar, die in den beiden genannten Parteien sicher gerne gesehen wird, auf der Titelseite unseres parteipolitisch doch wohl neutralen Magazins absolut deplatziert ist. In der Werbung eine Binsenweisheit: Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Heinz Brandt //
RC Bremen-Bürgerpark

Bin erstaunt

Leserbrief zur Stellungnahme "Klare Haltung" des Länderausschusses Deutschland-Israel aus Heft 03/26

Als Mitglied im deutsch-ungarischen Länderausschuss war ich erstaunt, als ich die Stellungnahme des Länderausschusses Deutschland-Israel las. Wieso bekommt gerade dieser Ausschuss das Privileg, auf einer ganzen Seite seine „Haltung“ darzustellen? Ich könnte dies nachvollziehen, wenn darin wenigstens etwas Neues stünde. Stattdessen altbekannte Statements wie „unbedingte Solidarität mit jüdischem Leben in Deutschland“ oder „Unterscheidung von legitimer Kritik und Antisemitismus“. Aussagen wie diese haben wir bereits viele Male gehört - aber bringen sie uns ernsthaft weiter? Wer entscheidet eigentlich welche Kritik „legitim“ und welche illegitim ist und wo ist die Grenze zum Antisemitismus? 

Ich möchte zur Verdeutlichung Folgendes zu bedenken geben: Wenn ich anerkenne, dass am 7. Oktober 2023 im Gazastreifen etwa 1400 Israelis in brutaler Weise ums Leben gekommen bzw. verschleppt wurden, ich aber zur Vervollständigung des Gesamtbildes darauf hinweise, dass der Staat Israel anschließend über 60.000 Palästinenser getötet hat und der Gazastreifen heute weitgehend verwüstet ist – muss ich mir dann den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen? Ich denke, dass es sich die Verfasser des besagten Artikels, zu einfach machen. Eine differenziertere Sichtweise wäre angebracht gewesen. 

Der aktuelle Krieg gegen den Iran wurde von Seiten Israels durch die Furcht vor dem Bau atomarer Waffen legitimiert. Dazu erklärte Grossi, der Leiter der internationalen Atombehörde: „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen“ (UN Regionalinfozentrum am 3. März 2026). Außerdem fehlt hier eine Exit-Strategie, die nicht von Illusionen getragen ist. Ich könnte noch mehr Punkte des Textes kommentieren. Ich frage mich, was der Länderausschuss Deutschland-Israel mit seiner Veröffentlichung erreichen will? Konstruktive Kritik an der Politik des Staates Israel a priori verunmöglichen? Ich lese das Rotary- Magazin eigentlich gerne, da es auch kritische Themen fair und objektiv anspricht. Aber an dieser Stelle vermisse ich die Ausgewogenheit. 

Erwin Böhm //
RC Schriesheim-Lobdengau

Versäumnis

Leserbrief zum Titelthema aus Heft 4/2026

Ich bin ein Bayer im Norden und überzeugter Provinzler.

Deshalb halte ich es für ein bedauernswertes Versäumnis Ihrer Puppenspiel-Geschichten, dass weder das eben mit Millionen-Aufwand restaurierte Figurentheater & Museum in Lübeckund das Wasser-Marionettentheater daselbst noch auf die Augsburger Puppenkiste erwähnt worden sind. Gerade die Puppenkiste hat das Marionettenspiel in Deutschland einem

Millionenpublikum nähergebracht. Nun sind in einem Heft gleich zwei meiner Heimaten zu kurz gekommen. Jo wo sammer denn?

 

Ich kann Ihnen versichern: Beide Lübecker Institutionen sind absolut sehenswert, das Unterwassertheater ist

an den Wochenenden meist ausverkauft. Das „KOLK 17 Figurentheater

punktet doppelt – einmal durch seine Puppen aus aller Welt, zum Zweiten durch seine Architektur. Für das Theater wurde in zwei 850 Jahre alte Gebäude ein ganz neues Haus gebaut. Auch die Puppenkiste richtet sich nicht ausschließlich an Kinder. Jeden Januar gibt es dort politisches

Kabarett – mit etwa 100 Marionetten und ebenfalls stets ausverkauft.

 

Diese Mail ist aber kleines Meckern am großen Niveau Ihres mit spürbarer Kreativität und ausgezeichnetem Design-Geschmack gemachtes Blatt. Ich freue mich jeden Monat darauf und überlege mir auch jeden Monat, ob ich nicht eine Eloge loslassen soll. Ihr Enthusiasmus ist einfach zu ansteckend.
 

Jürgen Adamek //
RC Lübeck-Holstentor

Hinweis auf Ausstellung

Leserbrief zum Titelthema der April-Ausgabe aus Heft 05/2026

Fäden ziehen – eine Überschrift, die im ersten Moment zum Nachdenken anregt. Was ist gemeint? Dann sieht man die "die Fäden" die an Extremitäten von Puppen hängen. Ein Licht geht auf – es geht um Marionetten. Diese Artikel haben mich total begeistert. Vor allem als Kulturdezernentin, die ich vor ein paar Wochen dabei sein durfte, als die Dinslakener Künstlerin Annette Schreiner die Ausstellung "Der Konvent der Bosse – 5 Kamper Äbte aus 7 Jahrhunderten" eröffnet hat. Diese Ausstellung ist für Marionettenbegeisterte und Interessierte ein MUSS! Die Künstlerin Annette Schreiner hat ihr Handwerk beim Figurenbildner Jürgen Maaßen gelernt. Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2026 geöffnet.  Sie bietet Gelegenheit, die Marionetten der Dinslakener Marionettenkünstlerin Annette Schreiner zu sehen ist. Mo.-Sa. 14-17 Uhr, sonn-/feiertags 11 bis 17 Uhr, Gewölbekeller des Klosters Kamp, Abteiplatz 17, Kamp-Lintfort. Ergänzend zur Ausstellung zeigt die Künstlerin im Gewölbekeller des Klosters ihre Marionetten.  Es ist ein Ort der Stille, den die Marionetten auf ihre Art füllen. Es sind wunderschöne Marionetten, die tolle Geschichten erzählen. 

Tagrid Yousef // 
RC Duisburg

Was ist wichtig bei Rotary?

Leserbrief zur Stellungnahme "Klare Haltung" des Länderausschusses Deutschland-Israel aus Heft 03/26

In einem bebilderten Bericht über ein kleines Mädchen in Pakistan wird versucht, die weltweite Unterstützung von Rotary im Kampf gegen Polio auch unter den deutschen Rotariern zu erhalten.Es ist von der WHO bestätigt, dass das wilde Polio - Virus nur noch in Pakistan und Afghanistan grassiert und dort jährlich zu ein paar Todesfällen führt. Gleichzeitig gibt die WHO an, dass es alleine in Pakistan bei mehr als 2,6 Millionen Malaria-Infektionen zu mehr als 5000 Todesfällen jährlich geführt hat. Auf Grund großer Überschwemmungen ist die Tendenz steigend.

Weltweit sterben etwa 600 000 Menschen jedes Jahr an Malaria, davon über 90% in Afrika und davon 90 % Kinder zwischen 0 und 5 Jahren. Es ist zu hoffen, dass mit dem neuen RI - Präsidenten Olayinka Hakeem Babalola aus Nigeria ab Juli 2026 der Fokus von Rotary mehr in Richtung der tatsächlich grassierenden Infektionen gerichtet wird. Nigeria gehört zu den am stärksten betroffenen malariaendemischen Ländern der Welt.

Bei unserem letzten ZOOM-Meeting von RAM-Global (Rotarians Against Malaria, www.ram-global.org) beklagten einige afrikanische Rotarier, dass auch in ihren Ländern der Kampf noch zu stark alleine auf Polio ausgerichtet sei. Wir sollten darauf hinarbeiten, dass Rotary beide Probleme bekämpft: durch Impfung Polio verhindern und durch Prävention gegen Malaria kämpfen!

Konrad Meyfarth // 
RC Berlin-Brücke der Einheit

Leserbriefe aus 03/2026

Sorgfältige Diskussion

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Der Standpunkt-Beitrag von Thomas Dirschka verdient eine sorgfältige Diskussion in den Clubs. „Rotary darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Verdachtslagen machen“ – Der Autor ruft dazu auf, sich seine eigene Meinung auf rotarischer Wertebasis zu bilden.

Ich würde gerne den Beitrag ergänzen: Rotarier und Nichtrotarier sollten über den Vorschlag des His-torikers Andreas Rödder (RC Mainz) diskutieren, die Brandmauer durch rote Linien zu ersetzen. Das wäre Abgrenzung statt Ausgrenzung. Ausgrenzung, die Härte einer wehrhaften Demokratie, sollte dem Terrorismus, ob rechter,linker oder islamistischer Provenienz, gelten.

Henning von Vieregge //
RC Mainz-Aurea Moguntia

Aus der Seele gesprochen

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Der Standpunkt hat mir aus der Seele gesprochen. „Sapere aude“, so lautet der Leitspruch der Aufklärung. Befreie dich aus deiner selbst verschul­de­ten Unmündigkeit. Selbst verschuldet ist die Unmündigkeit nach Immanuel Kant, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Skepsis und Zweifel, das sind die Triebfedern des Fortschritts und nicht das Festhalten an alten und neuen ideologiebehafteten Glaubenssätzen.

Von Rotary erwarte ich, dass hier eine pluralistische Plattform geboten wird, in der Wissen gebildet wird, um dann zu individueller Erkenntnis reifen zu können. Zu den tiefsten Einsichten des Soziologen Georg Simmel gehört, dass nicht der Konsens, sondern der Streit die Gesellschaft zusammenhält. Streiten ja, im Sinne des Austauschs von Wissen und Argumenten, kultiviert, aber niemals unhöflich.

Lothar Nadler //
RC Schwetzingen-Kurpfalz

Unangebrachte Vergleiche

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Ausgerechnet unter Verweis darauf, dass Rotary in der nationalsozialistischen Diktatur jüdische Clubmitglieder ausgeschlossen hat, fragt Thomas Dirschka vom RC Wuppertal, ob „nun erneut staatlichen Einstufungen vertraut werden“ solle, wenn es darum gehe, ob AfD-Mitglieder Rotarier sein könnten. Das muss man erst mal bringen: die AfD mit verfolgten Juden zu vergleichen und unsere Demokratie mit der Nazi-Diktatur.

Ruprecht Polenz //
RC Münster-Himmelreich

Dankbar für den Standpunkt

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Rotarier Thomas Dirschka bin ich sehr dankbar für seinen emotionsfreien, klaren, niemanden anklagenden Standpunkt. Er beleuchtet das Pro­blem mit der Äußerung von Rotarierin Nicole Huber nicht in moralischer, intellektueller oder ideologischer Sicht, sondern erfreulich sachlich aus unserer rotarischen, verantwortungsvollen Sicht! Dringend muss allen klar werden, wo die schlimme argumentative Schieflage hinführen wird. Es sei denn, wir lernen aus unserer Geschichte: Stigmatisierung erzeugt Ausgrenzung. Wir dürfen das nicht wiederholen und uns nicht wieder zum Gehilfen des Zeitgeistes machen!

Klaus Ederle //
RC Heilbronn

Bin fassungslos

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Der Standpunkt wird damit begründet, dass Rotary im Dritten Reich „im willfährigen Gehorsam gegenüber einer pervertierten staatlichen Ideologie und Rassenlehre“ jüdische Mitglieder ausgeschlossen habe. Der Autor unterstellt nun Rotary, heute Gefahr zu laufen, sich wieder zum „staatlichen Erfüllungsgehilfen“ zu machen, wenn man die bloße Einstufung einer Partei durch den Verfassungsschutz als Verdachtsfall zum Anlass nehme, eine „woke“ Ausgrenzung von Mitgliedern vorzunehmen. Solche Vergleiche mit dem Verhalten Rotarys im Dritten Reich hinterlassen mich fassungslos.

Allein schon die Behaup­tung, dass Weltanschauun­gen bei Rotary keine Rolle spielen dürften, verkennt die Prinzipien. Abgesehen davon, dass Governorin Huber allein Führungspositionen ange­sprochen hat, nicht aber das einfache Clubmitglied,verbietet es schon die Vier-Fragen-Probe, rassistisches, völkisches und sonst wie verfassungsfeindlichesGedankengut innerhalb Rotarys zu vertreten.

Wolf Graf von Schwerin //
RC Meerbusch

Rotary lebt von Vielfalt

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Rotary lebt von Vielfalt und zugleich von politischer Neutralität. Extremistische Bestrebungen sind keine „politischen Grundhaltun­gen“, sondern richten sich unter anderem gegen den Schutz von Grundrechten, Pluralismus und Rechts-staatlichkeit. Ohne diese Grundprinzipien unseres Zusam­menlebens verlieren wir unsere Freiheit.

Franz Mahncke //
RC Gifhorn-Wolfsburg

Genaue Ermittlungen

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Ein Verdachtsfall ist kein „juristisch unverbindlicher Begriff“, sondern liegt vor, wenn nach peinlich genau geführten Ermittlungen gerichtsfest „hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte“ für extremistische Bestrebungen bei einer politischen Partei gegeben sind.

Wolfgang Stieghorst //
RC Halle/Westfalen

Verpflichtende Maßstäbe

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

Der Deutsche RC Governorrat hat im Mai 2025 ein Positionspapier formuliert, wie Rotary mit „Extremismus“ umgehen sollte vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung Deutschlands (Rotary Magazin, Mai 2025). Es fordert u.a. „wertepolitische Entschlossenheit“ statt „Gleichgültigkeit“. Frau Nicole Huber erinnerte im selben Magazin (Rotary Magazin, November 2025, S.22) fast im Wortlaut an dieses Papier. Punkt (3) dieses Positionspapiers diskutierte Herr Thomas Dirschka im Rotary Magazin des Februars kritisch.

Ausgehend von seiner Kritik am Passus: „Personen, die … eine aktive Rolle für eine Partei ausüben, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestufter Verdachtsfall behandelt wird, sollen keine rotarischen Führungsfunktionen übernehmen“ führt er sinngemäß aus: eine Rotary Mitgliedschaft sei von der Mitgliedschaft in anderen gesellschaftlich relevanten Gemeinschaften/Parteien unabhängig. Denn „rotarische Maßstäbe sind nämlich individuelle Maßstäbe“.

So habe ich bisher meine Rotary-Mitgliedschaft nicht verstanden. Ich dachte, rotarische Maßstäbe, das heißt Werte, seien für Rotarier verpflichtende Maßstäbe. So ordne ich den „4-Ways-Test“ (ist es wahr-fair-freundschaftlich-zum Wohl aller) des rotarischen Grundgesetzes ein. Er identifiziert Rotary als Wertegemeinschaft. Dies formuliert auch das Positionspapier so. Denn Rotary ist mehr als beispielsweise ein Sportverein, dessen Mitgliedschaft sich durch gemeinsame, wertfreie Sportausübung definiert. Insofern ist für Rotarier eine Mitgliedschaft in Gruppierung nicht sinnvoll, wenn deren Ausrichtung mit Rotary Werten kollidiert.

Das Bibelzitat „…an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ bietet hier keine Brücke an. Klar, jeder Rotarier kann materielle „Früchte“ spenden oder akquirieren unabhängig von jeglicher Einstellung. Ob Matthäus diese Art „Früchte“ (καρπός-karpos) in seinem Rückgriff auf die „Bergpredigt“ (Mt 5-7) gemeint hat? Geht es ihm primär um die Sichtbarkeit, um das „(An-)Erkennen“ von „Früchten“ durch andere? Die Galiläer, vor denen Matthäus Jesus sprechen lässt, waren arme Schlucker und - in den Augen des Jerusalemer Establishments - wankelmütige Hinterwäldler dazu. Von Ihnen war nichts erkennbar Zählbares oder Sichtbares zu erwarten. Vielmehr sind Matthäus` „Früchte“ im übertragenden Sinne zu verstehen. „Früchte“ sind Handlungen als Ausdruck einer inneren Haltung wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, respektierende Zuwendung, Demut. Sie benötigen kein „Erkennen“ durch andere. Die innere Einstellung ist die entscheidende Dynamik, nicht die Materialisierung. Insofern zielt das Originalzitat aus Mt 7,20 eher auf das Gegenteil zu dem, wofür es oben verwendet wurde: „Früchte“ sind keine unabhängig nützlichen Güter, sondern Folge einer inneren Einstellung. Genau diese Sequenz adressieren der rotarische „4-Ways-Test" und das oben genannte Positionspapier.

Bernd Waldecker //
RC Schwetzingen-Walldorf

Zur Neutralität zurückfinden

Leserbrief zum Standpunkt „Kein staatlicher Erfüllungsgehilfe“ aus Heft 03/26

„Rotary darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Verdachtslagen machen. Der Verfassungsschutz ist nicht Maßstab rotarischen Handelns.“ So die zutreffende Einschätzung von Thomas Dirschka.

Die vom Governorrat angestoßene und in die Clubs hineingetragene Diskussion über den Umgang mit der AfD widerspricht dem rotarischen Prinzip politischer Neutralität.

Aufrufe zu Haltung und „wertepolitischer Entschlossenheit“ unter Berufung auf eine mögliche Verfassungsgegnerschaft einer zugelassenen politischen Partei mit 25% Zustimmung entsprechen nicht dem universalen Selbstverständnis von Rotary, sondern wirken wie Denunziationsversuche gegen einen politischen Gegner.

Rotary ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die sich ihrem humanitären Selbstverständnis und der Fragenprobe verpflichtet fühlt, nicht aber politischen Glaubensbekenntnissen. Sonst gäbe es keine Rotaryclubs in Moskau und Peking.

Wer durch die AfD unsere Verfassung gefährdet sieht, sollte sich fragen, wer während der Pandemie tatsächlich unsere garantierten Grundrechte wie die Würde des Menschen, körperliche Unversehrtheit, selbstbestimmtes Leben, Freiheit der Person und der Meinung in einem bis heute nachwirkenden negativen Maße ausgehebelt hat. Es war nicht die AfD.  

Die AfD war die einzige große Oppositionspartei, die nach einer kurzen Unsicherheitsphase im Parlament unsere Grundrechte verteidigt hat.

Rotary Deutschland sollte zur parteipolitischen Neutralität zurückfinden.

Hans-Rudolf Milstrey
RC Viersen-Schwalm-Nette

Großartige Lektüre

Leserbrief zum Titelthema „Die da oben“ aus Heft 02/26

Welch großartige, zutreffende Lektüre! Ein ganz großes Dankeschön an Herrn Lange für „Die da oben“ und alle, die zu dieser Ausgabe beigetragen haben.

Heinz-Ulrich Böttcher // 
RC Cuxhaven

Leserbriefe aus 02/2026

Kenntnisreich

Leserbrief zum Rotary Magazin 2/2026

Der Historiker Ulrich Schlie hat einen kenntnisreichen Artikel über Konrad Adenauer geschrieben. In diesem Beitrag blieb jedoch unerwähnt, dass Adenauer von 1928 bis 1933 Gründungsmitglied des Rotary Clubs Köln gewesen ist. Als die deutschen Rotary Clubs in den Städten München, Köln und Hamburg gegründet wurden, gehörten die Bürgermeister der Städte zu den Gründungsmitgliedern ebenso wie renommierte Persönlichkeiten.


Ulrich Gleichmann // 
RC Bad Oeynhausen-Minden

Slogan auf 5-Mark-Stück

Leserbrief zum Forumsbeitrag „Willige oder unwillige Vollstrecker Hitlers?“ aus Heft 01/26

Auf Seite 55 zitieren Sie den Satz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Dass die Nazis diesen Slogan sich gerne zu eigen gemacht haben, ist klar. Er stand schon längst vorher auf den Fünf-Mark-Stücken mit dem Konterfei Hindenburgs. Also: Schon vorher wurden wir, ich bin Jahrgang 1930, von dem guten und naiven Hindenburg entsprechend eingestimmt.


Manfred Kühn //
RC Wiesbaden-Nassau

Unangebracht

Leserbrief zum Forumsbeitrag „Dayton, Donald, Doppelstandards“ aus Heft 01/26

In dem Artikel wird Trump mit Putin und Milošević gleichgesetzt. Ich finde dies unangebracht.


Stefan Uhlig // 
RC Aachen-Land

Inspirierender Podcast

Leserbrief zum Podcast „Mehr als vier Fragen“

Ein großartiger und sehr inspirierender Podcast zu den Themenclubs, vielen herzlichen Dank dafür. Besonders gefreut hat mich, dass auch der RC Mentale Gesundheit erwähnt wurde.


Nathalie von Bomhard // 
RC Mentale Gesundheit

Ton nicht würdig

Leserbrief zum Forumsbeitrag „Es geht um Ihr gutes Geld!“ aus Heft 01/26

Der Ton, in dem Peter Köpf seine Argumente vorträgt, ist Ihres Magazins nicht würdig. Zudem: Einen Artikel zu einem so wichtigen und kontroversen Thema zwischen Berichte über eine Kunstausstellung und eine Kulturgeschichte des Panettone zu setzen, empfinde ich als redaktionell unsensibel.


Thomas Dahl // 
RC Hamburg-Alstertal

Dank für Thematisierung

Leserbrief zu einem Leserbrief aus Heft 01/26

Die seit einigen Jahren bestehende Restitutionsdebatte hat sich vor allem der sogenannten Benin-Bronzen angenommen. Ich habe mich gefreut, dass Sie ihr im aktuellen Rotary-Magazin Raum gegeben haben. In der letzten Zeit war diesbezüglich kaum etwas zu lesen. Das Thema war aber kürzlich einer Meldung wert, als über Neuigkeiten aus Nigeria berichtet wurde. Ich habe am 5. September 2023, also vor beinahe 2 1/2 Jahren, in meinem Rotary-Club Ulm-Donaubrücke einen Vortrag darüber gehalten. Er trug den Titel: "Benin-Bronzen. Sein oder Schein? Besser: Wahrheit und Täuschung oder Geschichtsklitterei, Leugnen von Fakten, Schönrederei“.


Hans-Peter Richter // 
RC Ulm-Donaubrücke

Verfehlte Definition

Leserbrief zum Beitrag „Rotary im Parlament“ aus Heft 12/25

Der Leserbrief von Snaidr/ Schreiner vom RC Dachau kann nicht unwidersprochen bleiben. Der verfehlten Definition folgen falsche Schlüsse: Haltung zeigen, einen Standpunkt oder eine Überzeugung haben, hat primär nichts zu tun mit der unterstellten Missionierung, mit Sturheit oder Ausgrenzung anderer. Haltung ist der Gegensatz von Beliebigkeit. Demokratie lebt von der Auseinandersetzung verschiedener Standpunkte im Ringen um Mehrheiten. Dieser Leserbrief bestätigt geradezu die Forderung der kritisierten Autorin, auch bei Rotary mehr über Demokratie zu diskutieren.


Eugen Freiherr von Redwitz // 
RC Neuburg/Donau

Vier-Fragen-Probe ist alltagstauglich

Leserbrief zum Beitrag „Rotary im Parlament“ aus Heft 12/25

„Zutiefst irritiert“ outen sich Freunde aus dem RC Dachau über einen Artikel mit dem Thema „Haltung zeigen“ aus Heft 11/25. „Irritation“ ist ein Zustand der Verunsicherung durch einen von außen zugefügten Reiz. Der Mensch ist verwirrt, ist zu rationaler Analyse nicht fähig. Der Text des Leserbriefes spricht dazu Bände. „Haltung zeigen“ ist ein in der deutschen Sprache feststehender Begriff, das Ergebnis einer auf rationalen Erwägungen aufbauenden Überzeugung, aus der ein Wertesystem als Richtschnur für Denken, Reden und Handeln im privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Bereich gewonnen wird. Es ist eine Ehre, als Mitglied eines Rotary Clubs erwählt und aufgenommen zu werden. Mit der Aufnahme werden die rotarischen Werte Wahrhaftigkeit, Fairness gegenüber anderen, Respekt für die Mitmenschen und ein Streben nach Freundschaft deutlich gemacht. Zusammengenommen soll dies der Förderung des Gemeinwohls dienen. Der so in die rotarische Gemeinschaft Aufgenommene sollte sich mit diesen Werten identifizieren. Am internationalen Tag der Toleranz wurde die Halbjahreskonferenz des Distriktes 1860 auf dem Hambacher Schloss (siehe RM 1/26) zu einem Forum, bei dem sehr deutlich wurde, wie Rotarier in ihrer Umgebung "Haltung zeigen" können. Das soll eine sinnvolle Basis für die Pflege und Erhaltung eines demokratischen Umgangs miteinander schaffen, für eine Verteidigung unserer Demokratie. Dazu gehört, dass jeder seine Meinung frei sagen und mit gleich oder anders gesinnten Menschen Argumente austauschen kann. Ziel ist es, Kompromisse zu finden und sie als Grundlage für gemeinsames Handeln zu nutzen. Als Rotarier agiert man im vorpolitischen Raum, und das darf man auch nach außen deutlich machen. Die von den Leserbriefautoren behauptete Ideologisierung hat dabei keinen Platz. Sie sympathisieren offensichtlich mit einer bestimmten "demokratisch gewählten Partei" und suggerieren mit diesem Begriff den Nachweis eines dem Grundgesetz entsprechenden Verhaltens. Ursache und Wirkung werden dabei verwechselt: unsere Demokratie läßt die Wahl von Menschen und Parteien zu, solange sie im Rechtsstaat auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Die Wahl eines Menschen oder einer Partei dient aber nicht als demokratischer Qualitätsbeweis. Radikale Meinungen sind zulässig. Bestehen aber ernste Zweifel und ein Verdacht, dass sie hin zu extremistischen Bestrebungen überschritten werden, wird der Verfassungsschutz tätig. Er soll Verhaltensweisen erkennen und dokumentieren, welche auf eine Beeinträchtigung oder Beseitigung des staatlichen Grundgefüges hinauslaufen, und das ist die Grundlage für die Einstufung als “gesichert extremistisch”. Für rotarische Freundinnen und Freunde ist dieser Erkenntnisprozess einfacher: die Vier-Fragen-Probe ist alltagstauglich. Wenn man sie für Denken, Reden und Handeln nicht bejahen kann, ist das nicht mit dem rotarischen Wertesystem vereinbar.


Georg-Peter Breitbach // 
RC Neunkirchen/Saar

Werte verbinden

Leserbrief zum Beitrag „Rotary im Parlament“ aus Heft 12/25

Um Grenzen zu überwinden, muss man manchmal über Grenzen hinausschauen: Mit großer Begeisterung las ich von rotarischen Freunden im österreichischen Parlament, die sich über Parteigrenzen hinweg zum Austausch getroffen haben – und dabei nicht mal wussten, wer im Parlament alles rotarischer Freund ist. Genau hier sehe ich eine dringliche Aufgabe von Rotary in Zeiten, in denen wir zunehmende gesellschaftliche Spaltung erleben: Als Öffnung eines Diskursraumes auf Länder-, Distrikt- und Clubebene – nicht unbedingt über politische Themen, aber zwischen Freunden über parteipoli tische Grenzen hinweg, in dem Bewusstsein: Rotarische Werte verbinden uns mehr, als uns politische Positionen spalten.


Oskar Brabanski // 
RC Ulm/Neu-Ulm

Große Freude

Leserbrief zum Forumsbeitrag „Die Lust an der Schuld“ aus Heft 01/26

Wir gratulieren herzlich, dass es Ihnen gelungen ist, Volker Looman für eine regelmäßige Kolumne zu gewinnen! Als Leser der FAZ sind wir ihm über Jahrzehnte gefolgt, es gab kaum eine Ausgabe ohne neue Erkenntnisse, und das Ende seiner Kolumne dort versetzte uns in Trauer. Umso größer ist die Freude nun und die Vorfreude auf die kommenden Folgen. Seine Direktheit wird sicher viele Rotarier vors Schienbein treten, sicher aber auch sehr heilsam sein. Wir haben – fast am Ende des Berufslebens – vor allem wegen Volker Looman nie einen Vermögensverwalter gebraucht. Er kann wie kein Zweiter die wesentlichen von den unwichtigen, aber oftmals attraktiv scheinenden Aspekten der Geldanlage unterscheiden und jene ins Zentrum seiner Kolumnen stellen. Wer das auch lernen will, und das muss man immer wieder neu, ist bei ihm bestens aufgehoben, hat den Kopf frei für die wichtigen Dinge im Leben und erspart sich viele Enttäuschungen.


Stefan Koch // 
RC Pulheim
 

Einseitige Stellungnahmen

Heute kam die neueste Ausgabe des Rotary Magazins. Und wieder - wie in letzter Zeit häuifg - finden sich sehr einseitige politische Stellungnahmen, wie auch in dem Leserbrief "Zutiefst irritiert" angesprochen. Dieses Mal findet sich auf den Seiten 60-61 ein Artikel, in dem Trump mit Putin und Milosevic gleichgesetzt wird. Ich finde dies unangebracht. Ich bin Rotary nicht beigetreten, um politisch belehrt zu werden. Bitte beenden Sie die politischen Diskurse im Magazin.


Stefan Uhlig // 
RC Aachen-Land

Verantwortung nachkommen

Leserbrief zum Titelthema-Beitrag "Eier. Wir brauchen Eier!“ aus Heft 3/2026

Vince Ebert hat recht: Mutig reden, mutig handeln, auch beim Thema sexualisierte Gewalt.

An die Männer unter uns: Wir sind angesprochen! Wir müssen beim Thema sexualisierte Gewalt unserer Verantwortung nachkommen, indem wir unsere Stimme erheben. Im Kleinen, indem wir anzügliche Bemerkungen und „Herren-Witze“ unterbinden - im Privaten, im Berufsleben und in unseren Clubmeetings. Im Größeren, indem wir unsere Führungsverantwortung wahrnehmen und den Frauen zuhören, sie aussprechen lassen und ihre Sorgen ernst nehmen. Im Großen, indem wir Haltung zeigen im Sinne der rotarischen Werte - gegen jegliche Form von Hass und Gewalt, für Gleichberechtigung. Denn Gleichberechtigung ist die Basis unserer Demokratie.

Axel Friese // 
RC Köln-Ambassador

Das Magazin wird gelesen

Leserbrief zur Rubrik "Das Letzte" aus Heft 03/2026

Herzlichen Dank für den Abdruck meiner Eierlikörgeschichte im Rotary-Magazin März 2026 - und Dank für die passende Illustration! Sie glauben gar nicht, wie viele nette Reaktionen ich aus ganz Deutschland auf den Beitrag erhalten habe, angefangen von unserem Gründungsgovernor, der unserem Club nun ebenfalls das Du angeboten hat, über ehemalige Studienkollegen, die sich gemeldet haben, oder eine "Uraltfreundin", die es nach Nordrhein-Westfalen verschlagen hat und die sich nun auch als Rotarierin "geoutet" hat. Sogar eine rotarische Einladung nach Salzburg hat mir der Beitrag eingebracht. Und in unseren Club brachte eine junge Rotarierin gleich eine Flasche mit!
Sie sehen, das Magazin wird gelesen!

Dorit-Maria Krenn // 
RC Straubing-Gäuboden