Die hier veröffentlichten Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Leserbriefe aus 09/2026

Konstant hohes Niveau
Als Mitglied im RC Nürnberg-Fürth lese ich das Rotary Magazin tatsächlich jeden Monat – inzwischen als einziges gedrucktes Magazin, für das ich mir diese Zeit noch nehme. Jede Ausgabe eröffnet neue Perspektiven aus dem ganzen Spektrum des Lebens – und dies auf einem konstant hohen journalistischen Niveau.
Florian Grabner //
RC Nürnberg-Fürth
Elitäre Haltung
Die Expertise von Herrn Looman in Finanz- und Vermögensfragen schätze ich hoch ein. Seine regelmäßigen Kolumnen in der FAZ habe ich stets mit Vergnügen und großem Interesse gelesen. Groß war aber meine Irritation darüber, nunmehr seine Ratschläge für "vermögende Pensionäre und Rentner" seit einigen Ausgaben im Rotary Magazin zu finden.
Freund von Mühlendahl hatte sich in der März-Ausgabe bereits kritisch dazu geäußert. Ich möchte seine Kritik mit einigen Gedanken vertiefen. Auf den Punkt gebracht: Was hat das mit rotarischem Leben zu tun? Werden wir wieder zu einer Vereinigung wohlhabender Menschen, die es sich Dank ihres Vermögens gut gehen lassen und dafür auch noch exklusiv im Rotary Magazin Tipps zur Vermögenssicherung und -vermehrung brauchen? Diese monetär-elitäre Haltung sollten wir doch hinter uns gelassen haben. Die finanziell entsprechend gut gestellten Freunde haben doch weiß Gott genug Möglichkeiten, sich an anderer Stelle kompetent zu informieren.
Und was für ein Signal wird es wohl aussenden, wenn ich ein aktuelles Heft an einen Nicht-Rotarier weitergebe, um ihn für die rotarische Idee zu interessieren? Ganz zu schweigen von den Rotarier/innen, die nicht so gestellt sind, dass der tägliche Blick ins Depot und auf die Kontoauszüge zu ihren regelmäßigen Ritualen gehört.
Nichts hätte ich dagegen einzuwenden, wenn solch profundes Wissen genutzt würde, um rotarische Projekte zum Laufen zu bringen - aber so?
Ich bitte die Redaktion herzlich darum, die Sinnhaftigkeit privater Vermögenberatung in einer rotarischen Publikation nochmals zu überdenken.
Mit besten rotarischen Grüßen
Karl-Ludwig Kusche II
RC Kaiserslautern
Großes Lob
Manche Magazine blättere ich durch. Bei diesem bleibe ich hängen. In diesem Magazin überzeugen nicht nur die Inhalte, sondern auch die hochwertige visuelle Aufbereitung. Jede Ausgabe lädt zum Stöbern ein, wie ein kleines Entdeckungsregal, an dem man hängen bleibt und immer wieder etwas Neues findet. Ein großes Lob an die Redaktion. Dieses Magazin nehme ich wirklich gerne zur Hand. Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe!
Linda Chalupova //
RC Fulda-Paulustor
Arroganz der Macht
“Good morning America. How are you?” (Radio Saigon zur täglichen Lage in Vietnam).
Seit dem 9. November 2001 fragen wir uns vermehrt, Uncle Sam, how are you? Und erst recht, wo der jetzige erratische Präsident sein Land und die Welt im Knobelbecher schüttelt. Es könnte uns nicht interessieren, würde es auch nicht, wenn die USA nicht das weltumspannende Imperium der Neuzeit wären.
Die Sorge, die mich dabei ergreift, ist nicht die alltäglichen Verrücktheiten des Präsidenten, sondern das Wissen um die Historie von Imperien, von Aufstieg, Höhepunkt und Niedergang. Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie hinterlässt Fußabdrücke in der Gegenwart. Bei den USA ist es die Identifizierung mit Rom. Symbolisch: antike Säulen und Kuppeln und nicht zuletzt der Senat mit geschnitzten Liktorenbündeln rechts und links neben dem Präsidiumssitz, sowie der Machtkampf zwischen Senat und Präsident und Kampfspiele zur Ehre des Kaisers. Und natürlich der Vielvölkerstaat etc
Imperien führen immer Kriege und gehen nicht an diesen zugrunde. Sie faulen ökonomisch von innen her, wie Äpfel, weil sie unter anderem ihre Legionen nicht mehr bezahlen können. Rom war schon lange vor Alarich zu Ende. Die Imperien scheitern an ihrer Überdehnung und Überschätzung, im Sinne der Arroganz der Macht und Wertlosigkeit ihrer Bezahlmittel, so dass die "Barbaren" am Ende leichtes Spiel hatten und haben. Der Niedergang Roms begann mit der julisch-claudischen Kaiserdynastie und der damit verbundenen Erosion der Macht des Senats.
Hoffen wir also darauf, was wir Vernunft nennen, und das Amerika seinem Präsidenten den goldenen Lorbeerkranz verweigert. denn Rom war am stärksten, als der Senat die Macht innehatte, und für eine multipolare Ordnung einstand und noch kein Kaiser Caligula auf die Idee kam sein Pferd zum Konsul zu ernennen. God bless America.
Werner Dinkelbach //
RC Remagen/Sinzig
Gelungene Initiative
Mit großem Interesse habe ich den Beitrag über die Rotary-Themenclubs in der Juliausgabe des Rotary Magazins gelesen. Ich bin seit einigen Jahren Mitglied eines klassischen Rotary Clubs und finde diese Initiative ausgesprochen gelungen. Viele Rotarierinnen und Rotarier stehen mitten im Berufsleben und tragen große Verantwortung. Dadurch bleibt oft wenig Zeit für regelmäßige persönliche Clubtreffen. Gleichzeitig ist das Durchschnittsalter in vielen Clubs hoch, und die Gewinnung jüngerer Mitglieder stellt eine Herausforderung dar.
Die Themenclubs sind aus meiner Sicht eine hervorragende Ergänzung zum klassischen Clubleben. Sie ermöglichen es beruflich stark eingebundenen Mitgliedern, sich weiterhin aktiv einzubringen und sich mit Menschen zu vernetzen, die die gleichen Interessen teilen. Besonders begeistert mich, dass diese Clubs überregional organisiert sind und dadurch Rotarierinnen und Rotarier deutschlandweit und sogar international miteinander verbinden.
Auch ich hatte aufgrund meines Berufs als Ärztin nicht immer die Möglichkeit, regelmäßig an allen Clubtreffen teilzunehmen. Als ich in Ihrem Beitrag von der Initiative der Themenclubs las, war ich sofort begeistert – insbesondere, als ich erfuhr, dass sich ein Themenclub zum Schwerpunkt Gesundheit gründet. Diesem habe ich mich mit großer Freude angeschlossen. Heute engagiere ich mich mit viel Herzblut im Themenclub RC Gesundheit 360°. Unser Ziel ist es, Prävention zu fördern, Gesundheitskompetenz zu stärken und
gemeinsam Projekte zur Gesundheitsförderung zu entwickeln.
Für mich sind die Themenclubs keine Konkurrenz zu den klassischen Rotary Clubs, sondern eine wertvolle und zeitgemäße Ergänzung. Sie bieten eine attraktive Möglichkeit, auch bei begrenzter Zeit aktiv zu bleiben und neue Rotarierinnen und Rotarier für unsere Gemeinschaft zu gewinnen.
Dr. med. Elena Franke
Gründungsmitglied RC Gesundheit 360°, davor RC Platz der Republik Berlin
Leserbriefe aus 08/2026

Tolle Aufmachtung
Kompliment, tolle Aufmachung, gutes Label – da gehört ihr hin. Das ist Rotarys Zukunft. Ich hadere schon lange mit dem „verstaubten Laden“, aber das lässt hoffen. Bitte weiter so!
Tammo Kayser //
RC Westerstede
Vier Seiten und die Aufmacher-Position zum Titelthema deutsch-amerikanische Beziehungen räumt die Redaktion der Autorin Jasmin Lörchner ein. Darin attestiert Frau Lörchner den Deutschen gleich acht Mal "Abscheu", "Hass" oder "Hassliebe" gegenüber Amerika – pauschal, ohne jeden empirischen Beleg, in der Sprache des politischen Extremismus. Wer braucht derartige Beiträge zum medialen Zerrbild der USA, dazu noch in einer Zeit, in der Amerika großartiger Gastgeber Hunderttausender Fußballfans aus aller Welt ist? Gilt die rotarische Frage "Ist es wahr?" nicht auch für Autoren des Rotary Magazins?
Hans Obermeier //
RC Bad Homburg v.d.H.
Ich wurde im Jahre 1948 geboren und bin daher nahezu untrennbar verbunden mit Deutschlands dunkler Zeit.
Das aktuelle Rotary-Magazin macht dankenswerterweise deutlich, weitaus stärker als die düstere deutsche Vergangenheit wiegt die Verbundenheit mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Ob wir wollen oder nicht, egal ob wir mit den Aussagen des jeweiligen Präsidenten einverstanden sind oder nicht, der weltpolitische Kompass steht in Washington. Da mögen in europäischen Hauptstädten noch so viele Demonstranten auf die Straßen gehen oder sich rechts- oder linksradikale Parteien echauffieren. Wir dürfen mitspielen, ja, aber nur in zweiter oder dritter Reihe. Sich bei jeder Gelegenheit anbiedern mag einen Beitrag in den Tagesnachrichten auslösen, doch halten wir unsere tatsächlich oder auch vermeintlichen amerikanischen Freunde nicht für dumm.
Bei allen Querelen der amerikanischen Gesellschaft fällt die im Ergebnis wahrzunehmende Einigkeit der Nation auf. Diese zu verstehen ist ohne eine nachhaltige Befassung mit der Historie des Landes unmöglich. Hilfestellung bietet hier das im Jahr 2025 erschienene Buch „Weißglut – Die inneren Kriege der USA“ von Bernd Greiner, emeritierter Professor für Außereuropäische Geschichte der Universität Hamburg und Gründungsdirektor des ‚Berliner Kollegs Kalter Krieg/Berlin Center for Cold War Studies‘.
Dr. Hans-Eckhard Tribess //
RC Berlin-Global eClub
Von einer Ausgabe unter dem Titel „250 Jahre USA: Eine Beziehungsgeschichte“ hätte ich mir als überzeugtem Transatlantiker etwas mehr historische Tiefenschärfe, politische Pluralität und vor allem Augenmaß erwartet. Die beiden Beiträge „Strapazierte Freundschaft“ und „Das große Schweigen“ bieten stattdessen zwei Varianten derselben Gegenwartsdiagnose: Der erste erklärt die gegenwärtige amerikanische Regierung zum vorläufigen Endpunkt der transatlantischen Freundschaft, der zweite erhebt den performativ öffentlichen Protest gegen diese Regierung geradezu zur demokratischen Pflicht.
Ich teile weder die Diagnose eines epochalen Bruchs noch den moralischen Absolutheitsanspruch, mit dem sie vorgetragen wird.
„Strapazierte Freundschaft“ beginnt mit einer aktuellen diplomatischen Auseinandersetzung und gelangt innerhalb weniger Absätze zum „vorläufigen Ende“ einer Beziehung, die Deutschland seit 80 Jahren seine außenpolitische Mitte gegeben habe. Genau hier liegt der fundamentale Kategorienfehler: Der Beitrag verwechselt politisches Wetter mit historischem Klima. Wenn ein deutscher Kanzler die USA zur No-Go-Area erklärt, mit dem glasklaren Wissen über die Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten, dann ist dies diplomatische Naivität mit Blow-Back-Einladung, aber kein Ende der transatlantischen Beziehungen.
Zum Wetter gehören Präsidenten und Regierungen, öffentliche Provokationen und diplomatische Konflikte. Das Klima einer Beziehung wird hingegen von langfristigen Interessen, Institutionen, wirtschaftlichen Verflechtungen, Sicherheitsstrukturen, kulturellem Austausch und Millionen persönlicher Verbindungen geprägt. Ich sehe derzeit keinen hinreichenden Beleg dafür, dass sich dieses Klima dauerhaft und unumkehrbar verändert hat.
Bemerkenswerterweise liefert der Beitrag selbst das stärkste Gegenargument gegen seine These. Seine historische Rückschau zeigt, dass die deutsch-amerikanische Beziehung zwei Weltkriege, Besatzung, Vietnam, den Irakkrieg und andere erhebliche gegenseitige Kränkungen überstanden hat. Diese Konflikte waren keine bloßen Randerscheinungen. Sie waren weitaus gravierender als die heute beschriebenen Auseinandersetzungen. Die eigentliche historische Erkenntnis wäre daher nicht das Ende der Beziehung, sondern ihre außerordentliche Fähigkeit, auch tiefgreifende Konflikte auszuhalten.
Hinzu kommt eine auffällige innere Widersprüchlichkeit. Die Autorin beschreibt die deutsche Neigung, sich den Amerikanern moralisch überlegen zu fühlen. Am Ende verfällt sie jedoch selbst genau diesem Muster: Ein künftig „anderes Amerika“ soll nach der MAGA-Ära auf die Weltbühne zurückkehren, und Deutschland soll dann einer „geschundenen Demokratie“ die Hand reichen.
Auch die Forderung nach einer „vollständigen Emanzipation“ Deutschlands folgt einem schiefen Bild. Deutschland muss zweifellos politisch und militärisch handlungsfähiger werden. Größere europäische Eigenständigkeit und eine enge transatlantische Partnerschaft sind allerdings keine Gegensätze. Sie sind ja sogar der zentrale Punkt der US-Kritik an Deutschland: Werdet endlich erwachsen und sorgt für euch selbst.
Noch problematischer ist die Argumentationsweise in „Das große Schweigen“. Der Beitrag beklagt den Verlust eines offenen transatlantischen Dialogs, lässt selbst aber kaum Raum für eine abweichende Deutung der beschriebenen Konflikte. Maßnahmen gegen NGOs, politische Aktivisten, Universitäten oder europäische Akteure werden ausschließlich als Angriffe auf Meinungsfreiheit und Demokratie eingeordnet. Durch den Vergleich mit einer von Putin gesteuerten Kampagne ist das Urteil bereits gefällt, bevor eine Auseinandersetzung mit den Gegenargumenten überhaupt beginnt.
Dabei handelt es sich bei vielen der angesprochenen Fragen gerade um umstrittene Konflikte innerhalb westlicher Demokratien: über Meinungsfreiheit, staatliche Regulierung, politische Neutralität und ausländische Einflussnahme. Man kann die Positionen der Trump-Regierung in diesen Fragen ablehnen. Man kann sie aber nicht redlich als bloße Abwesenheit von Werten behandeln. „Andere Werte als die des Autors“ ist nicht dasselbe wie „keine Werte“.
Schließlich wird die Zurückhaltung transatlantischer Institutionen mit Begriffen wie „Sprachlosigkeit“, „Schere im Kopf“, „vorauseilender Gehorsam“ und „Appeasement“ beschrieben und als Beleg der totalitären Übergriffigkeit der US-Regierung eingeordnet. Damit wird eine mögliche Gegenposition gar nicht mehr als legitime politische Einschätzung behandelt. Wer sich der geforderten öffentlichen Verurteilung nicht anschließt, erscheint nicht als Gesprächspartner mit einem anderen Urteil, sondern als mutloser Mitläufer oder noch schlimmer als Kollaborateur. Das abschließende Zitat – „Democracy loses when good peopleremain silent“ – rückt institutionelle Zurückhaltung sogar in die Nähe einer demokratischen Pflichtverletzung.
Als Rotarier irritiert mich diese Verengung besonders. Rotary steht für internationale Verständigung nicht nur zwischen Gleichgesinnten, sondern gerade zwischen Menschen mit unterschiedlichen politischen Überzeugungen.
Die transatlantische Beziehung braucht weder Gefolgschaft noch Abgesänge. Sie braucht historische Proportion, Nüchternheit und die Bereitschaft, auch jene Amerikaner ernst zu nehmen, deren politische Entscheidungen dem von den Autoren gefühlten deutschen Meinungskonsens widersprechen.
Udo Bange //
Rotary Club Oberhausen Antony-Hütte
Polio war hochaktuell
Rotary hat im Kampf gegen Polio Großartiges geleistet! Im Jahr 1979 startete Rotary auf den Philippinen das erste Polio-Projekt, bei dem rund 6 Millionen Kinder geimpft wurden. Dieser Erfolg legte den Grundstein für die globale Polio-Initiative!
In dem Leserbrief „Polio bleibt hochaktuell“ werden Zahlen und Projekte aus den Vergangenheit aufgezählt, die das Engagement in den folgenden Jahren rechtfertigen. Allerdings gibt es heute keine „weltweiten Polio-Ausbrüche“, wie behauptet wird. Es gab in Afrika ein kleines Gebiet, in dem Polio bekämpft werden musste. Die Infektionen waren durch Schluckimpfung von lebenden aber stark abgeschwächten Polioviren verursacht worden. Bei schlechten sanitären Bedingungen zirkuliert dieses ausgeschiedene Virus unbemerkt in der Bevölkerung. Der beste Kampf dagegen ist, die sanitären Zustände zu verbessern!
Rotary hat zur Zeit das interne Problem: Die einen sind fasziniert vom Erfolg im Kampf gegen Polio und wollen erleben, dass Polio weltweit vernichtet ist. Hierfür werden viele rotarische Spenden investiert. Die anderen wollen, dass Rotary sich mehr auf die großen Herausforderungen unserer Tage konzentriert. Dazu zählen die Krankheiten, die gegenwärtig viele Menschenleben fordern:
- Malaria (600.000 Tote pro Jahr, insbesondre Kinder von 0 bis 5 Jahren)
- Tbc (etwa 50.000 Tote pro Jahr in allen Altersgruppen)
- HIV bedingte Krankheiten (etwa 600.000 Tote jedes Jahr)
Es ist an der Zeit, dass Rotary wieder den Kampf gegen ein großes Problem der Menschheit unterstützt und so öffentlich wahrgenommen wird!
Konrad Meyfarth //
RC Berlin-Brücke der Einheit
Vielfalt der Berufe
In der Juliausgabe des Rotary Magazins wird recht ausführlich und zustimmend über Rotary Clubs berichtet, die sich nur einem Thema verschrieben haben. Ich halte diese Entwicklung für völlig fehlgeleitet, denn sie stehen im Gegensatz zum rotarischen Gedanken!
Unsere Clubs sollen sich gerade nicht einem einzigen Thema widmen, sondern sich mit der Vielfalt der Berufe, der gesellschaftlichen und sozialen Themen auseinandersetzen! Dass sich Rotarier – seien sie weiblich oder männlich – außerhalb der Clubs zusammenfinden, um sich mit einem einzigen Thema zu beschäftigen, bleibt Ihnen unbenommen, zumal es solche Zusammenschlüsse ja auch schon gibt.
Joachim Düssel //
RC Warendorf
Verbundenheit
Als kleine Anregung zu den vielen laufenden oder geplanten Eier-Projekten:
Der Rotary Club Uelzen bittet in jedem Jahr einen lokalen Künstler um die künstlerische Gestaltung des neuen Eiermotivs. Dadurch wird die Verbundenheit mit der Region unterstrichen. Die Künstler erhalten für ihre Kunstwerke eine Aufwandsentschädigung.
Aktuell: Die Uelzener Künstlerin Sophia Bornhagen gestaltete das Motiv 2025, in 2026 war es Georg Lipinsky.
Dieter Schwerdtfeger //
RC Uelzen
Die Frage lautet warum lassen wir soviel Unheil zu ?
„…..ihrem Hochmut trachtet man vergeblich durch gehorsame Unterwürfigkeit zu entgehen.
Als Räuber der Welt durchstöbern sie jetzt das Meer, nachdem ihnen, den Alleszerstörern,
die Länder ausgegangen sind.
Ist ihr Feind reich, so sind sie habgierig, ist er arm, sind sie unersättlich in ihrem Machtanspruch. …Verschleppung, Gemetzel und Raub benennen sie mit dem verlogenen Ausdruck Imperium,
und wo sie eine Wüste schaffen, heißt das Frieden."
Agricola Tacitus, 58 bis 120 n. Chr.
Staaten sind keine moralischen Akteure und dem Staat wohnt wesenhaft eine totalitäre Neigung inne. Das Böse ist in der Spitze des Staates verankert.
Ich denke es geht um den neuen Feudalismus unserer Zeit der Eliten und besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nicht satt werden können. – „… dem unersättlichen Appetit oder der Fressucht, nach Vergrößerung des Herrschaftsbereich". Sie orchestrieren Kriege mit asozialen und undemokratischen Zielen, zum Beispiel mit inhumanen Tools.
KI fühlt nichts,
in ihr steckt Macht.
Sie kennt keine Zeit.
Sie ist kein Werkzeug.
Sie ist Akteur.
Sie ist eine provozierte Invasion auf exterritorialem Gebiet im Besitz eines pathologischen Finanzsystems, propagiert von soziopathischen Regierungen (Eliten) mit der Rhetorik des Krieges ausgestattet um Probleme zu erzeugen und gleichzeitig Lösungen anzubieten, damit Angst und Abhängigkeit Massenhaft kontrolliert wird. Sie wird langfristig die Bösartigkeit und Niedertracht des Menschen überflügeln. – „Der niederträchtige Leitsatz der Herren der Welt lautet zu allen Zeiten: Alles für uns und nichts für andere.“ Adam Smith, 1776
Aber es gibt die Hoffnung (Der Friedensrealismus von Thomas Hobbes1588-1679). Das Verhältnis der Menschen untereinander wird nicht durch ihre Natur geprägt, sondern ist Ergebnis der Bedingungen, unter denen sie miteinander in gesellschaftlichen Verkehr treten.(Gesetze) Jedermann soll die anderen für seinesgleichen von Natur aus ansehen. „Beim Eintritt in den Friedenszustand soll niemand ein Recht für sich verlangen dürfen, das er nicht auch allen übrigen Menschen zugestehen will.“
Tragischerweise produziert der Mensch zu jeder Zeit Fortschrittsfallen sei es Waffen, Autos, Plastik , Handys, CO2 , KI usw. Aber unsere Traumreise geht weiter!
Axel Baumgärtel //
RC Dorsten
Leserbriefe aus 07/2026

Kompetent recherchiert
Das andere China! Diese Beiträge sind aktuell, kompetent recherchiert, substanziell! Das brauchen auch wir Rotarier. Meine Empfehlung: Die Expertise von Prof. Dr. Langhammer, Rotarier in Kiel, zu diesem Thema einholen.
Georg Kottmann //
RC Dortmund
Rotary und Esperanto
Der Artikel über das Wiener Planspachen-Museum spricht dafür, dass die Esperanto-Idee unmittelbar einleuchtet – sehr vorurteilsfreie und positive Artikel erschienen auch im US-Rotary-Magazin (Januar 2022) und dem des UK (September 2025). Die weltweite Gemeinschaft der hochgerechnet etwa drei Millionen Esperansto-Sprecher ist lebendiger als je zuvor und perfekt vernetzt. Die Esperantisten pflegen ein Ideal der progressiven Aufgeschlossenheit und der Offenheit für neue Wege über die Ländergrenzen und Kontinente hinweg schon seit 1887. Dieser Geist ist so nah bei Rotary, dass es die Esperanto-Sprecher waren, die 1928 die erste rotarische Fellowship übehraupt gründeten: die Rotaria Amikaro De Esperanto (RADE: auf Esperanto bedeutet das Akronym “mit dem rotarischen Rad”). Die Fellowship, die eine faire internationale Sprache nutzt, besteht bis heute. Sie war auf der Convention in Calgary im House of Friendship vertreten und wirbt auf den jährlichen Esperanto-Weltkongressen regelmäßig für Rotary. Auf der Homepage der Fellowship finden sich die Comic-Versionen der Autobiografie von Paul Harris und der Geschichte der Foundation auf Esperanto zum Üben im kostenlosen Download (rade.fontoj.net/dokumentoj). Esperanto lernt man gut im Internet oder mittels Duolingo, in vielen größeren Städten gibt es Clubs. Ein Vortrag über Esperanto für Rotary ist beim Unterzeichner buchbar.
Christoph Klawe//
RC Schweich Römische Weinstraße
Präsident der Esperanto-Fellowship
Polio bleibt hochaktuell
Selbst wenn wird durch unsere Kampagne nicht Polio bekämpft, 20 Millionen Menschen die Gehfähigkeit geschenkt und 1,5 Millionen Menschen vor dem Tod bewahrt hätten, so wären allein die Zusammenarbeit der Staaten, die Labornetzwerke, der Aufbau der Gesundheitssysteme, der Impf- und Notfall-Programme auch für andere Bedrohungen (aktuell Polio-Mitarbeiter bei Ebola im Kongo) jeden unserer aufgewendeten Euros wert gewesene. Bei allein in Deutschland über 30.000 Post-Polo-Patienten, Polio-Viren im Abwasser und immer wieder weltweiten Polio-Ausbrüchen ist die Aussage “Polio ist Vergangenheit” – sosehr ich dieses wünschte – schlicht falsch. Und das Budget der WHO und des Roten Halbmondes in der Polio-Erdikation ist genau 0,00 Euro. Hier braucht es andere Geldgeber und Rotarys Versprechen für die Kinder dieser Welt. RI-Präsident Yinka Babalola war lange Zeit in Nigeria maßgeblich an der Polio-Freiheit für Afrika beteiligt, er war mein Ausbilder in Evanston und wird ein wunderbarer Rotary-Präsident für Polio werden.
Christian Schleuss //
München
Wochenendlektüre
Vielmals Dank für die hervorragenden Rotary-Magazine, die einmal mehr zu einem angenehmen Lesesonntag beitragen Unser Kater liest mit!
Hildebrand de Boer //
RC Gronau
Leserbriefe aus 06/2026

Total begeistert
Vielen Dank für die tollen Artikel zu Marionetten. Fäden ziehen – eine Überschrift, die im ersten Moment zum Nachdenken anregt. Was ist gemeint? Dann sieht man „die Fäden“, die an Extremitäten von Puppen hängen. Ein Licht geht auf – es geht um Marionetten. Diese Artikel haben mich total begeistert. Vor allem als Kulturdezernentin, die ich vor ein paar Wochen dabei sein durfte, als die Dinslakener Künstlerin Annette Schreiner die Ausstellung „Der Konvent der Bosse – 5 Kamper Äbte aus 7 Jahrhunderten“ eröffnet hat.
Diese Ausstellung ist für Marionettenbegeisterte und Interessierte ein Muss! Die Künstlerin Annette Schreiner hat ihr Handwerk beim Figurenbildner Jürgen Maaßen gelernt. Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2026 geöffnet. Sie bietet Gelegenheit, die Marionetten der Dinslakener Marionettenkünstlerin zu sehen. Montag-Samstag 14-17 Uhr, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr, im Gewölbekeller des Klosters Kamp, Abteiplatz 17, Kamp-Lintfort. Ergänzend zur Ausstellung zeigt die Künstlerin im Gewölbekeller des Klosters ihre Marionetten. Es ist ein Ort der Stille, den die Marionetten auf ihre Art füllen. Es sind wunderschöne Marionetten, die tolle Geschichten erzählen.
Dr. Tagrid Yousef //
RC Duisburg
Ich halte es für ein bedauernswertes Versäumnis Ihrer Puppenspiel-Geschichten, dass weder das eben mit Millionenaufwand restaurierte Figurentheatr & Museum in Lübeck und das Wasser-Marionettentheater daselbst noch die Augsburger Puppenkiste erwähnt worden sind. Gerade die Puppenkiste hat das Marionettenspiel in Deutschland einem Millionenpublikum näher gebracht.
Nun sind in einem Heft gleich zwei meiner Heimaten zu kurz gekommen. Ich kann Ihnen versichern: Beide Lübecker Institutionen sind absolut sehenswert. Das KOLK 17 Figurentheater punktet doppelt – einmal durch seine Puppen aus aller Welt, zum Zweiten durch seine Architektur.
Jürgen Adamek //
RC Lübeck-Holstentor
Vernunft gefragt
Die Beiträge über "Genesis und KI" gehen leider an dem Genesis-Text Kap. 1-3, vorbei und entsprechen auch nicht einer sachgerechten Exegese. Es geht in dieser Erzählung gar nicht um die Erkenntnis an sich, sondern um "den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" (Gen 2,17). Im Hebräischen bedeutet es auch "Das Gute und das Schlechte". M.a.W.: Der Mensch kann und soll gar nicht entscheiden, was für ihn gut und schlecht (verderblich) ist. Der Schöpfer hat für ihn bereits "alles gut gemacht" (Gen 1,31) und will sein Bestes; deshalb hat er ihn in den Garten von Eden (das "Paradies) gesetzt (Gen 2.15). Aber der Mensch (Eva und Adam! s. Gen 3,6) vertraut ihm nicht und will selber wissen, was für ihn gut ist, und schadet sich damit selbst. So jedenfalls der Tenor der Erzählung.
Leider bedienen die Beiträge, besonders die Bilder, die alten Klischees: die schöne Eva als Verführerin, die sich von der Schlange hat in Versuchung führen lassen und von dem "Apfel" gegessen hat – von den Früchten'" heißt es im Genesis-Text. Mit der sprechenden Schlange hat es eine besondere Bewandtnis: Eva projiziert ihre Zweifel, ihr Misstrauen, auf die Schlange. Die gilt als "schlauer als alle anderen Tiere" und verführt die Frau mit der hinterhältigen Frage, die einer Lüge entspricht: „Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?“ (Gen 3,1).
Wir haben es hier mit mythologischer Rede zu tun. Die Schlange ist in der ägyptischen Mythologie der "Schöpfer-Gott" Amun und kommt aus der dunklen Unterwelt. Dieser steht für die gesamte Götterwelt Ägyptens, die von Israel entschieden abgelehnt und mit dem Exodus zurückgelassen beziehungsweise überwunden wird. Die Bestrafung der Schlange kann deshalb als Abrechnung mit Ägypten, seiner Götterwelt und seiner Menschenweisheit verstanden werden, weil es Israel, das auserwählte Gottesvolk versklavt hat und mit seinen Göttern in die Irre geführt hat.
Die Feindschaft zwischen der Nachkommenschaft Evas und der Schlange meint also zunächst die Feindschaft zwischen Ägypten und Israel.
Die erneute Gefährdung des JHWH-Glaubens durch Salomon und seine ägyptische Ehefrau (eine Pharonentochter), die er aus machtpolitischen Erwägungen geheiratet hat, wird indirekt durch den Autor des Genesis-Textes kritisiert. - Also: Die Frage "Segen oder Sünde?" stellt sich gar nicht. Es geht einzig und allein um die Fragen: Wie gehen wir angemessen mit KI um – zum Wohle möglichst vieler Menschen und nicht nur einiger Machthaber? Und wie gelingt uns die Abwehr von verbrecherischen Machenschaften? Dafür sind unsere Vernunft und Erkenntnisfähigkeit gefragt!
Dr. Siegfried Schröer //
RC Marburg
Die Betrachtung von Verhaltensweisen von Rotariern in der NS-Zeit gegenüber jüdischen Mitgliedern ist korrekt beschrieben, der Bewertung stimme ich zu.
Allerdings habe ich eine zusätzliche Perspektive: Das Verhalten von Rotariern während der NS-Zeit hat meines Erachtens eine Grundstruktur menschlichen Verhaltens offengelegt: im Alltag praktizierter Opportunismus, Realisierung von Vorteilsnahmen. Ist dieses Verhalten uns heutigen Menschen so fremd? Würden wir nicht genauso handeln wie die Rotarier unter dem Druck im NS-System oder aus Opportunismus?
Die Vier-Fragen-Probe für Rotarier ist prima – doch wie sehr ist dies praktische Richtschnur menschlichen Verhaltens? Während meiner 43-jährigen Mitgliedschaft haabe ich die Bandbreite möglichen menschlichen Verhaltens kennengelernt. Ich fürchte, nicht nur unter den Bedingungen eines Zwangsregimes wäre unser Verhaltn nicht anders als das kritisierte der Rotarier in der NS-Zeit.
Die Zahl derjenigen, die die Haltung durchhalten, bleibt immer übershaubar!
Hans Jürgen Arens //
RC Emmerich-Rees
Thema bleibt aktuell
Über "erste, zweite und dritte Schuld“: Wann hört das endlich auf, ich kann es nicht mehr hören oder lesen. Was habe ich damit zu tun? Ich trage jedenfalls keine Schuld! –So könnte man auf den Beitrag unter genannter Überschrift im Rotary Magazin reagieren. Jedoch, die Schuld der Deutschen ist zu groß und diese Schuld klebt an mir. Als im Jahr 1948 Geborener stecke ich tief im braunen Sumpf meiner Vorfahren, Entnazifizierung hin oder her. Das Thema begleitet und beschäftigt mich seit früher Jugend. Immer wieder gefragt, immer wieder hieß es: „Davon haben wir doch nichts gewusst!“ Ob’s voll und ganz stimmt, ich weiß es nicht.
Von der Einziehung meines Vaters zur Waffen-SS kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges erfuhr ich erst nach seinem Tod in einem Gespräch mit meiner Mutter über das Geständnis von Günter Grass in seinem Werk „Beim Häuten der Zwiebel“ im Jahre 2006. „Aber Junge, dagegen konnte man sich nicht wehren!“ – Damit war das Thema erledigt.
Der Beitrag von Hermann Schäfer zeigt, das Thema ist noch lange nicht erledigt. Es verfolgt mich, es verfolgt die Deutschen und dies wohl noch einige Zeit. Wir dürfen es nicht vergessen oder gar verdrängen, es ist und bleibt aktuell. Man muss kein Prophet sein, es wird nicht mehr lange dauern, dann wird die erste Landesregierung unserer Republik unter Mitwirkung der Partei ohne Namen die Nachrichten beherrschen.
Dr. Hans-Eckhard Tribess //
RC Berlin Global eClub
Prävention gegen Malaria
In seiner Foundation-Botschaft im vergangenen Rotary Magazin schreibt Holger Knaack gleich im ersten Satz: “Polio Plus ist nach wie vor unser größtes Förderprogramm der Rotary Foundation” und dann wird das weitere Programm genannt: "… die Bekämpfung der drei häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren in Afrika: Malaria, Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen”.
Es ist immer wieder erstaunlich festzustellen, dass Polio als die größte Herausforderung für die Hilfsprojekte von Rotary genannt wird. Polio ist Vergangenheit! Weltweit ist die natürlich Infektion mit Polio unterbunden. Wenige Infektionen in Afghanistan und Pakistan rechtfertigen nicht den globalen Aufwand von Rotary. In diesen Ländern kann die WHO zusammen mit dem Roten Halbmond versuchen, die letzten Nester von Polio zu beseitigen. Rotary sollte gezielt und geeint die von Holger Knaack zuvor genannten Probleme angreifen!
Die WHO gibt an, dass es allein in Pakistan bei mehr als 2,6 Millionen Malaria-Infektionen zu mehr als 5000 Todesfällen jährlich kommt. Weltweit sterben etwa 600.000 Menschen jedes Jahr an Malaria. Hoffentlich wird mit dem neuen RI-Präsidenten Olayinka Hakeem Babalola aus Nigeria der Fokus in Richtung der tatsächlich grassierendn Infektionen gerichtet.
Dr. Konrad Meyfarth //
RC Berlin-Brücke der Einheit
Wichtiger Aspekt
Ich bin seit vielen Jahren begeisterter Leser des Rotary Magazins mit seinen immer wieder höchst interessanten und beeindruckenden Artikeln!
Heute möchte ich mich aber auf das Gespräch „Ein Leben im Rausch“ beziehen, mit Hubert Nowak, dem Autor des Buches Eleonora.Bei diesem Gespräch fehlt meines Erachtens ein wichtiger Aspekt, der sowohl das Leben von Eleonora von Mendelssohn als auch das von Max Reinhardt trotz aller ihrer persönlichen Erfolge doch auch tragisch geprägt hat: Beide Künstler waren jüdischer Abstammung!
Das sollte gerade in diesen Zeiten – besonders von einer Publikation mit dem humanen Anspruch des Rotary Magazins – eigentlich nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Andreas Groethuysen //
München
Leserbriefe aus 05/2026

Demokratie bewahren
Ich finde das Fazit am Ende des Artikels nicht richtig: „Mit moralischen Fingerzeigen verändern wir die Welt nicht. Wir sollten sie nehmen, wie sie ist, und unser internationales Netzwerk nutzen und ausbauen.“
Auf keinen Fall sollten wir die Welt nehmen, wie sie ist. Dort wo Unrecht geschieht, müssen wir nicht still sein, sondern laut werden, um das Unrecht zu beenden und die Demokratie zu bewahren, hier und überall auf der Welt, auch in den USA. Das „Wegfallen des Akronyms DEI“ aus Sorge um den Wegfall von Steuerbegünstigungen leistet dem Abbau von demokratischen Werten Vorschub und ist für mich mit rotarischen Werten nicht vereinbar. Sollte sich dies bei Rotary fortsetzen, habe ich Zweifel, ob ich bei Rotary noch richtig bin. Schauen Sie sich die Geschichte Rotarys in Deutschland und Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus an, Freundin Büring, dann dürfte klar werden, was passieren kann, wenn man das Wording anpasst. Das war nur der erste Schritt.
Christine Weisheit //
RC Overledingen/Rhauderfehn
Unterschiedliche Projekte
Der Beitrag zu Basran hat mich begeistert. Ein Netzwerk, das Wissen teilt, Grenzen überwindet und gemeinsam handlungsfähig macht – das ist Rotary in seiner stärksten Form. Beim Lesen der April-Ausgabe ist mir aufgefallen, wie viele unterschiedliche Perspektiven, Projekte und Initiativen sichtbar werden. Sie zeigen, was bereits möglich ist – und wie viel Engagement in diesem Netzwerk steckt.
Gleichzeitig habe ich mich gefragt, welche Themen vielleicht noch stärker in den Fokus rücken könnten. Zum Beispiel: Wie wir mit Ressourcen umgehen; wie wir wirtschaftliches Handeln, Lernen und Verantwortung zusammendenken; und wie wir Menschen darin stärken, in komplexen Zusammenhängen handlungsfähig zu werden.
Denn genau dort beginnt Transformation. Nicht in fertigen Antworten, sondern im gemeinsamen Aushandeln von Perspektiven, im Umgang mit Unsicherheit und im Erproben neuer Wege. Ein Netzwerk wie Rotary ist prädestiniert, diese Räume zu eröffnen: international, interdisziplinär und getragen von Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen.
Mit Blick auf Entwicklungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wird deutlich, dass Nachhaltigkeit zunehmend als strukturelle Aufgabe verstanden wird – nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Zusammenhang.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, diese Perspektiven stärker miteinander zu verbinden – auch im Magazin selbst. Die Beispiele sind da. Das Interesse wächst. Basran zeigt, was möglich ist.
Susanne Klaar //
Rotary Club Hamburg-Volksdorf
Russen nicht gehasst
Natürlich waren die sowjetischen Soldaten, wie die Amerikaner, Engländer und Franzosen, Besatzer des von Ihnen vom Naziregime befreiten Deutschland nach der Kapitulation. Aber, dass wir die Russen gehasst und verachtet haben, das stimmt nicht. Die Soldaten waren arme Kerle – in den Kasernen eingesperrt, konnten nicht am Leben der gleichaltrigen Menschen in der DDR teilnehmen. Es gab eine Ausnahme: In maximal Kompaniestärke durften sie geschlossen einmal im Monat ins Freibad für zwei Stunden und dann wieder zurück in die Kasernen.
- Sowjetunion: alle Soldaten bis 1994 raus
- USA: bis heute präsent
- Großbritannien: größtenteils bis 2020 abgezogen
- Frankreich: stark reduziert, aber nicht vollständig weg
Hartmut Beyer //
RC Jena
Endlagersuche schwierig
Mit Interesse, aber auch mit wachsender Irritation habe ich den Beitrag „Alle außer uns“ gelesen. Die implizite Botschaft ist klar: Deutschland könnte einen Fehler gemacht haben, indem es sich von der Kernenergie verabschiedet hat. Was dabei jedoch auffällig unterbeleuchtet bleibt, ist das zentrale Problem dieser Technologie: der Umgang mit ihrem Müll. Die Endlagersuche bereitet nach wie vor große Schwierigkeiten. Möglicherweise wird sich der Bau eines Endlagers in Deutschland bis ins 22. Jahrhundert hinziehen – die Lagerung der Abfälle in Zwischenlagern ist jedoch nur für 40 Jahre vorgesehen.
Aus meiner Sicht sollte nur mit Menschen über Atomkraft diskutiert werden, die bereit sind, ein kleines Endlager in ihrem Vorgarten einzurichten. Denn genau darum geht es. Solange wir nicht bereit sind, die Konsequenzen dieser Technologie konkret und persönlich zu tragen, sollten wir sie auch nicht anderen - zukünftigen Generationen – zumuten.
Eine verantwortungsvolle Energiepolitik muss Risiken, Zeitdimensionen und ethische Fragen gleichermaßen ernst nehmen. Die Kernenergie scheitert genau daran. Umso unverständlicher ist dieser Artikel, da wir längst über genügend Alternativen verfügen: erneuerbare Energien, Speicherlösungen und Effizienzstrategien stehen bereit, sie werden nur nicht konsequent genug umgesetzt.
Gunda Rosenbauer //
RC Baden-Baden-Merkur
„Rotary darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Verdachtslagen machen. Der Verfassungsschutz ist nicht Maßstab rotarischen Handelns.“ So die zutreffende Einschätzung von Thomas Dirschka. Die vom Governorrat angestoßene und in die Clubs hineingetragene Diskussion über den Umgang mit der AfD widerspricht dem rotarischen Prinzip politischer Neutralität.
Aufrufe zu Haltung und „wertepolitischer Entschlossenheit“ unter Berufung auf eine mögliche Verfassungsgegnerschaft einer zugelassenen politischen Partei mit 25 Prozent Zustimmung entsprechen nicht dem universalen Selbstverständnis von Rotary, sondern wirken wie Denunziationsversuche gegen einen politischen Gegner.
Rotary ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die sich ihrem humanitären Selbstverständnis und der Fragenprobe verpflichtet fühlt, nicht aber politischen Glaubensbekenntnissen. Sonst gäbe es keine Rotary Clubs in Moskau und Peking.
Wer durch die AfD unsere Verfassung gefährdet sieht, sollte sich fragen, wer während der Pandemie tatsächlich unsere garantierten Grundrechte wie die Würde des Menschen, körperliche Unversehrtheit, selbstbestimmtes Leben, Freiheit der Person und der Meinung in einem bis heute nachwirkenden negativen Maße ausgehebelt hat. Es war nicht die AfD. Die AfD war die einzige große Oppositionspartei, die nach einer kurzen Unsicherheitsphase im Parlament unsere Grundrechte verteidigt hat.
Rotary Deutschland sollte zur parteipolitischen Neutralität zurückfinden.
Hans-Rudolf Milstrey //
RC Viersen-Schwalm-Nette
Der Deutsche RC Governorrat hat im Mai 2025 ein Positionspapier formuliert, wie Rotary mit „Extremismus“ umgehen sollte vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung Deutschlands (Rotary Magazin, Mai 2025). Es fordert u.a. „wertepolitische Entschlossenheit“ statt „Gleichgültigkeit“. Nicole Huber erinnerte im selben Magazin (Rotary Magazin, November 2025, S.22) fast im Wortlaut an dieses Papier. Punkt (3) dieses Positionspapiers diskutierte Thomas Dirschka im Rotary Magazin des Februars (RM 02/2026, S.29) kritisch.
Ausgehend von seiner Kritik am Passus: „Personen, die … eine aktive Rolle für eine Partei ausüben, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestufter Verdachtsfall behandelt wird, sollen keine rotarischen Führungsfunktionen übernehmen“ führt er sinngemäß aus: Eine Rotary-Mitgliedschaft sei von der Mitgliedschaft in anderen gesellschaftlich relevanten Gemeinschaften/Parteien unabhängig. Denn „rotarische Maßstäbe sind [nämlich] individuelle Maßstäbe“.
So habe ich bisher meine Rotary-Mitgliedschaft nicht verstanden. Ich dachte, rotarische Maßstäbe, i.e. Werte, seien für Rotarier/innen verpflichtende Maßstäbe. So ordne ich den „4 ways Test“ (ist es wahr-fair-freundschaftlich-zum Wohl aller) des rotarischen Grundgesetzes ein. Er identifiziert Rotary als Wertegemeinschaft. Dies formuliert auch das Positionspapier so. Denn Rotary ist mehr als beispielsweise ein Sportverein, dessen Mitgliedschaft sich durch gemeinsame, wertfreie Sportausübung definiert. Insofern ist für Rotarier eine Mitgliedschaft in Gruppierung nicht sinnvoll, wenn deren Ausrichtung mit Rotary Werten kollidiert.
Das Bibelzitat „… an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ bietet hier keine Brücke an. Klar, jeder Rotarier kann materielle „Früchte“ spenden oder akquirieren unabhängig von jeglicher Einstellung. Ob Matthäus diese Art „Früchte“ (καρπός – karpos) in seinem Rückgriff auf die „Bergpredigt“ (Mt 5-7) gemeint hat? Geht es ihm primär um die Sichtbarkeit, um das „(An-)Erkennen“ von „Früchten“ durch andere? Die Galiläer, vor denen Matthäus Jesus sprechen lässt, waren arme Schlucker und – in den Augen des Jerusalemer Establishments – wankelmütige Hinterwäldler dazu. Von ihnen war nichts erkennbar Zählbares oder Sichtbares zu erwarten. Vielmehr sind Matthäus` „Früchte“ im übertragenen Sinne zu verstehen. „Früchte“ sind Handlungen als Ausdruck einer inneren Haltung wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, respektierende Zuwendung, Demut. Sie benötigen kein „Erkennen“ durch andere. Die innere Einstellung ist die entscheidende Dynamik, nicht die Materialisierung. Insofern zielt das Originalzitat aus Mt 7,20 eher auf das Gegenteil zu dem, wofür es oben verwendet wurde: „Früchte“ sind keine unabhängig nützlichen Güter, sondern Folge einer inneren Einstellung. Genau diese Sequenz adressieren der rotarische „4-ways“ Test und das o.g. Positionspapier.
Prof.Dr.med. Bernd Waldecker //
RC Schwetzingen-Waldorf
Als Mitglied im deutsch-ungarischen Länderausschuss war ich erstaunt, als ich die Stellungnahme des Länderausschusses Deutschland-Israel las. Wieso bekommt gerade dieser Ausschuss das Privileg, auf einer ganzen Seite seine „Haltung“ darzustellen? Ich könnte dies nachvollziehen, wenn darin wenigstens etwas Neues stünde. Stattdessen altbekannte Statements wie „unbedingte Solidarität mit jüdischem Leben in Deutschland“ oder „Unterscheidung von legitimer Kritik und Antisemitismus“. Aussagen wie diese haben wir bereits viele Male gehört - aber bringen sie uns ernsthaft weiter? Wer entscheidet eigentlich welche Kritik „legitim“ und welche illegitim ist und wo ist die Grenze zum Antisemitismus?
Ich möchte zur Verdeutlichung Folgendes zu bedenken geben: Wenn ich anerkenne, dass am 7. Oktober 2023 im Gazastreifen etwa 1400 Israelis in brutaler Weise ums Leben gekommen bzw. verschleppt wurden, ich aber zur Vervollständigung des Gesamtbildes darauf hinweise, dass der Staat Israel anschließend über 60.000 Palästinenser getötet hat und der Gazastreifen heute weitgehend verwüstet ist – muss ich mir dann den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen? Ich denke, dass es sich die Verfasser des besagten Artikels, zu einfach machen. Eine differenziertere Sichtweise wäre angebracht gewesen.
Der aktuelle Krieg gegen den Iran wurde von Seiten Israels durch die Furcht vor dem Bau atomarer Waffen legitimiert. Dazu erklärte Grossi, der Leiter der internationalen Atombehörde: „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen“ (UN Regionalinfozentrum am 3. März 2026). Außerdem fehlt hier eine Exit-Strategie, die nicht von Illusionen getragen ist. Ich könnte noch mehr Punkte des Textes kommentieren. Ich frage mich, was der Länderausschuss Deutschland-Israel mit seiner Veröffentlichung erreichen will? Konstruktive Kritik an der Politik des Staates Israel a priori verunmöglichen? Ich lese das Rotary-Magazin eigentlich gerne, da es auch kritische Themen fair und objektiv anspricht. Aber an dieser Stelle vermisse ich die Ausgewogenheit.
Erwin Böhm //
RC Schriesheim-Lobdengau
Unbedacht oder Absicht?
Der Blick auf das Titelbild unseres März-Magazins hat mich außerordentlich irritiert. Da werden (jenseits der politischen Bewertung) drei gewählte Staatsoberhäupter abgebildet, auf die der Titel „Im Namen des Volkes“ sicher zutrifft. Dazu im gleichen Bild und unter dem gleichen Tenor sowohl Marie Le Pen von der Partei RN als auch Alice Weidel als Vorsitzende der AfD zu platzieren, stellt in diesem Zusammenhang eine unangemessene politische Aufwertung dar, die in den beiden genannten Parteien sicher gerne gesehen wird, auf der Titelseite unseres parteipolitisch doch wohl neutralen Magazins absolut deplatziert ist. In der Werbung eine Binsenweisheit: Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Heinz Brandt //
RC Bremen-Bürgerpark
Mutig reden, mutig handeln
Vince Ebert hat recht: Mutig reden, mutig handeln, auch beim Thema sexualisierte Gewalt.
An die Männer unter uns: Wir sind angesprochen! Wir müssen beim Thema sexualisierte Gewalt unserer Verantwortung nachkommen, indem wir unsere Stimme erheben. Im Kleinen, indem wir anzügliche Bemerkungen und „Herren-Witze“ unterbinden – im Privaten, im Berufsleben und in unseren Clubmeetings. Im Größeren, indem wir unsere Führungsverantwortung wahrnehmen und den Frauen zuhören, sie aussprechen lassen und ihre Sorgen ernst nehmen. Im Großen, indem wir Haltung zeigen im Sinne der rotarischen Werte - gegen jegliche Form von Hass und Gewalt, für Gleichberechtigung. Denn Gleichberechtigung ist die Basis unserer Demokratie.
Axel Friese //
RC Köln-Ambassador
Das Letzte
Herzlichen Dank für den Abdruck meiner Eierlikörgeschichte im Rotary-Magazin März 2026 - und Dank für die passende Illustration! Sie glauben gar nicht, wie viele nette Reaktionen ich aus ganz Deutschland auf den Beitrag erhalten habe, angefangen von unserem Gründungsgovernor, der unserem Club nun ebenfalls das Du angeboten hat, über ehemalige Studienkollegen, die sich gemeldet haben, oder eine "Uraltfreundin", die es nach Nordrhein-Westfalen verschlagen hat und die sich nun auch als Rotarierin "geoutet" hat. Sogar eine rotarische Einladung nach Salzburg hat mir der Beitrag eingebracht. Und in unseren Club brachte eine junge Rotarierin gleich eine Flasche mit!
Sie sehen, das Magazin wird gelesen!
Dorit-Maria Krenn //
RC Straubing- Gäuboden
Leserbriefe aus 04/2026

Demokratie bewahren
Ich finde das Fazit am Ende des Artikels nicht richtig: „Mit moralischen Fingerzeigen verändern wir die Welt nicht. Wir sollten sie nehmen, wie sie ist, und unser internationales Netzwerk nutzen und ausbauen.“
Auf keinen Fall sollten wir die Welt nehmen, wie sie ist. Dort, wo Unrecht geschieht, müssen wir nicht still sein, sondern laut werden, um das Unrecht zu beenden und die Demokratie zu bewahren, hier und überall auf der Welt, auch in den USA.
Das „Wegfallen des Akronyms DEI“ aus Sorge um den Wegfall von Steuerbegünstigungen leistet dem Abbau von demokratischen Werten Vorschub und ist für mich mit rotarischen Werten nicht vereinbar. Sollte sich dies bei Rotary fortsetzen, habe ich persönlich Zweifel, ob ich bei Rotary noch richtig bin. Schauen Sie sich die Geschichte Rotarys in Deutschland und Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus an, Freundin Büring, dann dürfte klar werden, was passieren kann, wenn man das Wording anpasst. Das war nur der erste Schritt.
Christine Weisheit //
RC Overledingen/Rhauderfehn
Unterschiedliche Projekte
Der Beitrag zu Basran hat mich begeistert. Ein Netzwerk, das Wissen teilt, Grenzen überwindet und gemeinsam handlungsfähig macht – das ist Rotary in seiner stärksten Form. Beim Lesen der April-Ausgabe ist mir aufgefallen, wie viele unterschiedliche Perspektiven, Projekte und Initiativen sichtbar werden. Sie zeigen, was bereits möglich ist – und wie viel Engagement in diesem Netzwerk steckt.
Gleichzeitig habe ich mich gefragt, welche Themen vielleicht noch stärker in den Fokus rücken könnten. Zum Beispiel: wie wir mit Ressourcen umgehen; wie wir wirtschaftliches Handeln, Lernen und Verantwortung zusammendenken; und wie wir Menschen darin stärken, in komplexen Zusammenhängen handlungsfähig zu werden. Denn genau dort beginnt Transformation. Nicht in fertigen Antworten, sondern im gemeinsamen Aushandeln von Perspektiven, im Umgang mit Unsicherheit und im Erproben neuer Wege. Ein Netzwerk wie Rotary ist prädestiniert, diese Räume zu eröffnen: international, interdisziplinär und getragen von Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen.
Mit Blick auf Entwicklungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wird deutlich, dass Nachhaltigkeit zunehmend als strukturelle Aufgabe verstanden wird – nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Zusammenhang.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, diese Perspektiven stärker miteinander zu verbinden. Die Beispiele sind da. Das Interesse daran wächst. Basran zeigt, was möglich ist.
Susanne Klaar //
RC Hamburg-Volksdorf
Russen nicht gehasst
Natürlich waren die sowjetischen Soldaten wie die Amerikaner, Engländer und Franzosen Besatzer des von ihnen vom Nazi-Regime befreiten Deutschland nach der Kapitulation. Aber dass wir die Russen gehasst und verachtet haben, das stimmt nicht. Die Soldaten waren arme Kerle – in den Kasernen eingesperrt, konnten sie nicht am Leben der gleichaltrigen Menschen in der DDR teilnehmen. Es gab eine Ausnahme: In maximal Kompaniestärke durften sie geschlossen einmal im Monat ins Freibad für zwei Stunden und dann wieder zurück in die Kasernen.
Sowjetunion: alle Soldaten bis 1994 raus
USA: bis heute präsent
Großbritannien: größtenteils bis 2020 abgezogen
Frankreich: stark reduziert, aber nicht vollständig weg
Hartmut Beyer //
RC Jena
Endlagersuche schwierig
Mit Interesse, aber auch mit wachsender Irritation, habe ich den Beitrag „Alle außer uns“ gelesen. Die implizite Botschaft ist klar: Deutschland könnte einen Fehler gemacht haben, indem es sich von der Kernenergie verabschiedet hat. Was dabei jedoch auffällig unterbeleuchtet bleibt, ist das zentrale Problem dieser Technologie: der Umgang mit ihrem Müll. Die Endlagersuche bereitet nach wie vor große Schwierigkeiten. Möglicherweise wird sich der Bau eines Endlagers in Deutschland bis ins 22. Jahrhundert hinziehen – die Lagerung der Abfälle in Zwischenlagern ist jedoch nur für 40 Jahre vorgesehen.
Aus meiner Sicht sollte nur mit Menschen über Atomkraft diskutiert werden, die bereit sind, ein kleines Endlager in ihrem Vorgarten einzurichten. Denn genau darum geht es. Solange wir nicht bereit sind, die Konsequenzen dieser Technologie konkret und persönlich zu tragen, sollten wir sie auch nicht anderen - zukünftigen Generationen – zumuten.
Eine verantwortungsvolle Energiepolitik muss Risiken, Zeitdimensionen und ethische Fragen gleichermaßen ernst nehmen. Die Kernenergie scheitert genau daran. Umso unverständlicher ist dieser Artikel, da wir längst über genügend Alternativen verfügen: erneuerbare Energien, Speicherlösungen und Effizienzstrategien stehen bereit, sie werden nur nicht konsequent genug umgesetzt.
Gunda Rosenauer //
RC Baden-Baden-Merkur
Dünne Grundmuster
Das Interview mit Johannes Winkel lebt von einem populären, aber ökonomisch dünnen Grundmuster: Die Älteren erscheinen als Belastung, die Jüngeren als Zahlmeister, und die gesetzliche Rente als Problem an sich. Genau das greift zu kurz. Die entscheidende Frage ist nicht, ob eine Gesellschaft altert, sondern wie ein reiches Land seine laufende Wirtschaftsleistung verteilt. Sowohl das Umlagesystem als auch die Kapitaldeckung finanzieren sich aus der laufenden Wertschöpfung. Einen Geldspeicher gibt es nur in der Parallelwelt von Entenhausen. Beide Systeme bieten den Einzahlern Ansprüche auf in der Zukunft anfallende Rentenzahlungen. Mit anderen Worten: Renten werden niemals aus vergangenen Ersparnissen bezahlt, sondern immer aus der Wertschöpfung der Gegenwart. Auch private Vorsorge und Kapitaldeckung ändern daran nichts.
Die Behauptung von Ökonomen wie zum Beispiel Bernd Raffelhüschen, mit der Einzahlung in einen kapitalgedeckten Rentenfonds werde die Rente bereits erwirtschaftet, ist sowohl rechtlich als auch bilanztechnisch betrachtet Unsinn.
Die Rentenfrage ist deshalb vor allem eine politische Verteilungs- und Gewährleistungsfrage. Während der demokratisch gewählte Gesetzgeber über die Höhe der gesetzlichen Rente entscheidet und der Staat ihre Auszahlung garantiert, verlagern private Verträge die Risiken nur stärker auf den Einzelnen und machen Alterssicherung abhängiger von Finanzmärkten: Der Crash von 2008 hat nach Angaben der OECD z.B. weltweit mehr als ein Drittel des Vermögens der Pensionsfonds vernichtet. Und in Berlin hat gerade der Pensionsfonds der Zahnärztekammer die Hälfte seines Vermögens in Immobiliengeschäften verzockt.
Die Debatte über Demografie und Rente wird leider von „Polarisierungsunternehmern“ (ein Begriff des Soziologen Stefan Mau) beeinflusst, die Katastrophenszenarien als Geschäftsmodell betreiben. Denn der gegenwärtige Überhang beim Rentenzugang ist ein zeitlich begrenztes Problem; schließlich haben die Boomer kein ewiges Leben und es geht auch nur um die Bevölkerungskohorte eines guten Jahrzehnts.
Wer so tut, als sei die Stabilisierung der gesetzlichen Rente automatisch „unfair“ gegenüber den Jüngeren, verschweigt den eigentlichen Punkt: Gute Löhne, hohe Beschäftigung, Produktivitätsfortschritte, eine breitere Finanzierungsbasis (z.B. durch die Aufnahme von Beamten und Selbstständigen in die Rentenversicherung) sowie eine Flexibilisierung des Rentenzugangsalters sind für die Tragfähigkeit entscheidender als demografische Alarmrhetorik.
Gerade weil die junge Generation ein Recht auf Ehrlichkeit hat, sollte man ihr keine vereinfachte Generationenkampf-Erzählung anbieten. Nicht die gesetzliche Rente ist das Problem, sondern eine Debatte, die den Sozialstaat fast nur noch unter dem Gesichtspunkt der Kürzung denkt. Reformfähigkeit zeigt sich darin, solidarische Sicherungssysteme realitätsnah und dauerhaft tragfähig zu organisieren.
Lars Voges //
RC Stadtlohn Hamaland
Unbedacht oder Absicht?
Der Blick auf das Titelbild unseres März- Magazins hat mich außerordentlich irritiert. Da werden (jenseits der politischen Bewertung) drei gewählte Staatsoberhäupter abgebildet, auf die der Titel „Im Namen des Volkes“ sicher zutrifft. Dazu im gleichen Bild und unter dem gleichen Tenor sowohl Marie Le Pen von der Partei RN als auch Alice Weidel als Vorsitzende der AfD zu platzieren, stellt in diesem Zusammenhang eine unangemessene politische Aufwertung dar, die in den beiden genannten Parteien sicher gerne gesehen wird, auf der Titelseite unseres parteipolitisch doch wohl neutralen Magazins absolut deplatziert ist. In der Werbung eine Binsenweisheit: Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Heinz Brandt //
RC Bremen-Bürgerpark
Bin erstaunt
Als Mitglied im deutsch-ungarischen Länderausschuss war ich erstaunt, als ich die Stellungnahme des Länderausschusses Deutschland-Israel las. Wieso bekommt gerade dieser Ausschuss das Privileg, auf einer ganzen Seite seine „Haltung“ darzustellen? Ich könnte dies nachvollziehen, wenn darin wenigstens etwas Neues stünde. Stattdessen altbekannte Statements wie „unbedingte Solidarität mit jüdischem Leben in Deutschland“ oder „Unterscheidung von legitimer Kritik und Antisemitismus“. Aussagen wie diese haben wir bereits viele Male gehört - aber bringen sie uns ernsthaft weiter? Wer entscheidet eigentlich welche Kritik „legitim“ und welche illegitim ist und wo ist die Grenze zum Antisemitismus?
Ich möchte zur Verdeutlichung Folgendes zu bedenken geben: Wenn ich anerkenne, dass am 7. Oktober 2023 im Gazastreifen etwa 1400 Israelis in brutaler Weise ums Leben gekommen bzw. verschleppt wurden, ich aber zur Vervollständigung des Gesamtbildes darauf hinweise, dass der Staat Israel anschließend über 60.000 Palästinenser getötet hat und der Gazastreifen heute weitgehend verwüstet ist – muss ich mir dann den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen? Ich denke, dass es sich die Verfasser des besagten Artikels, zu einfach machen. Eine differenziertere Sichtweise wäre angebracht gewesen.
Der aktuelle Krieg gegen den Iran wurde von Seiten Israels durch die Furcht vor dem Bau atomarer Waffen legitimiert. Dazu erklärte Grossi, der Leiter der internationalen Atombehörde: „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen“ (UN Regionalinfozentrum am 3. März 2026). Außerdem fehlt hier eine Exit-Strategie, die nicht von Illusionen getragen ist. Ich könnte noch mehr Punkte des Textes kommentieren. Ich frage mich, was der Länderausschuss Deutschland-Israel mit seiner Veröffentlichung erreichen will? Konstruktive Kritik an der Politik des Staates Israel a priori verunmöglichen? Ich lese das Rotary- Magazin eigentlich gerne, da es auch kritische Themen fair und objektiv anspricht. Aber an dieser Stelle vermisse ich die Ausgewogenheit.
Erwin Böhm //
RC Schriesheim-Lobdengau
Versäumnis
Ich bin ein Bayer im Norden und überzeugter Provinzler.
Deshalb halte ich es für ein bedauernswertes Versäumnis Ihrer Puppenspiel-Geschichten, dass weder das eben mit Millionen-Aufwand restaurierte Figurentheater & Museum in Lübeckund das Wasser-Marionettentheater daselbst noch auf die Augsburger Puppenkiste erwähnt worden sind. Gerade die Puppenkiste hat das Marionettenspiel in Deutschland einem
Millionenpublikum nähergebracht. Nun sind in einem Heft gleich zwei meiner Heimaten zu kurz gekommen. Jo wo sammer denn?
Ich kann Ihnen versichern: Beide Lübecker Institutionen sind absolut sehenswert, das Unterwassertheater ist
an den Wochenenden meist ausverkauft. Das „KOLK 17 Figurentheater
punktet doppelt – einmal durch seine Puppen aus aller Welt, zum Zweiten durch seine Architektur. Für das Theater wurde in zwei 850 Jahre alte Gebäude ein ganz neues Haus gebaut. Auch die Puppenkiste richtet sich nicht ausschließlich an Kinder. Jeden Januar gibt es dort politisches
Kabarett – mit etwa 100 Marionetten und ebenfalls stets ausverkauft.
Diese Mail ist aber kleines Meckern am großen Niveau Ihres mit spürbarer Kreativität und ausgezeichnetem Design-Geschmack gemachtes Blatt. Ich freue mich jeden Monat darauf und überlege mir auch jeden Monat, ob ich nicht eine Eloge loslassen soll. Ihr Enthusiasmus ist einfach zu ansteckend.
Jürgen Adamek //
RC Lübeck-Holstentor
Hinweis auf Ausstellung
Fäden ziehen – eine Überschrift, die im ersten Moment zum Nachdenken anregt. Was ist gemeint? Dann sieht man die "die Fäden" die an Extremitäten von Puppen hängen. Ein Licht geht auf – es geht um Marionetten. Diese Artikel haben mich total begeistert. Vor allem als Kulturdezernentin, die ich vor ein paar Wochen dabei sein durfte, als die Dinslakener Künstlerin Annette Schreiner die Ausstellung "Der Konvent der Bosse – 5 Kamper Äbte aus 7 Jahrhunderten" eröffnet hat. Diese Ausstellung ist für Marionettenbegeisterte und Interessierte ein MUSS! Die Künstlerin Annette Schreiner hat ihr Handwerk beim Figurenbildner Jürgen Maaßen gelernt. Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2026 geöffnet. Sie bietet Gelegenheit, die Marionetten der Dinslakener Marionettenkünstlerin Annette Schreiner zu sehen ist. Mo.-Sa. 14-17 Uhr, sonn-/feiertags 11 bis 17 Uhr, Gewölbekeller des Klosters Kamp, Abteiplatz 17, Kamp-Lintfort. Ergänzend zur Ausstellung zeigt die Künstlerin im Gewölbekeller des Klosters ihre Marionetten. Es ist ein Ort der Stille, den die Marionetten auf ihre Art füllen. Es sind wunderschöne Marionetten, die tolle Geschichten erzählen.
Tagrid Yousef //
RC Duisburg
Was ist wichtig bei Rotary?
In einem bebilderten Bericht über ein kleines Mädchen in Pakistan wird versucht, die weltweite Unterstützung von Rotary im Kampf gegen Polio auch unter den deutschen Rotariern zu erhalten.Es ist von der WHO bestätigt, dass das wilde Polio - Virus nur noch in Pakistan und Afghanistan grassiert und dort jährlich zu ein paar Todesfällen führt. Gleichzeitig gibt die WHO an, dass es alleine in Pakistan bei mehr als 2,6 Millionen Malaria-Infektionen zu mehr als 5000 Todesfällen jährlich geführt hat. Auf Grund großer Überschwemmungen ist die Tendenz steigend.
Weltweit sterben etwa 600 000 Menschen jedes Jahr an Malaria, davon über 90% in Afrika und davon 90 % Kinder zwischen 0 und 5 Jahren. Es ist zu hoffen, dass mit dem neuen RI - Präsidenten Olayinka Hakeem Babalola aus Nigeria ab Juli 2026 der Fokus von Rotary mehr in Richtung der tatsächlich grassierenden Infektionen gerichtet wird. Nigeria gehört zu den am stärksten betroffenen malariaendemischen Ländern der Welt.
Bei unserem letzten ZOOM-Meeting von RAM-Global (Rotarians Against Malaria, www.ram-global.org) beklagten einige afrikanische Rotarier, dass auch in ihren Ländern der Kampf noch zu stark alleine auf Polio ausgerichtet sei. Wir sollten darauf hinarbeiten, dass Rotary beide Probleme bekämpft: durch Impfung Polio verhindern und durch Prävention gegen Malaria kämpfen!
Konrad Meyfarth //
RC Berlin-Brücke der Einheit
Leserbriefe aus 03/2026

Sorgfältige Diskussion
Der Standpunkt-Beitrag von Thomas Dirschka verdient eine sorgfältige Diskussion in den Clubs. „Rotary darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Verdachtslagen machen“ – Der Autor ruft dazu auf, sich seine eigene Meinung auf rotarischer Wertebasis zu bilden.
Ich würde gerne den Beitrag ergänzen: Rotarier und Nichtrotarier sollten über den Vorschlag des His-torikers Andreas Rödder (RC Mainz) diskutieren, die Brandmauer durch rote Linien zu ersetzen. Das wäre Abgrenzung statt Ausgrenzung. Ausgrenzung, die Härte einer wehrhaften Demokratie, sollte dem Terrorismus, ob rechter,linker oder islamistischer Provenienz, gelten.
Henning von Vieregge //
RC Mainz-Aurea Moguntia
Aus der Seele gesprochen
Der Standpunkt hat mir aus der Seele gesprochen. „Sapere aude“, so lautet der Leitspruch der Aufklärung. Befreie dich aus deiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Selbst verschuldet ist die Unmündigkeit nach Immanuel Kant, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Skepsis und Zweifel, das sind die Triebfedern des Fortschritts und nicht das Festhalten an alten und neuen ideologiebehafteten Glaubenssätzen.
Von Rotary erwarte ich, dass hier eine pluralistische Plattform geboten wird, in der Wissen gebildet wird, um dann zu individueller Erkenntnis reifen zu können. Zu den tiefsten Einsichten des Soziologen Georg Simmel gehört, dass nicht der Konsens, sondern der Streit die Gesellschaft zusammenhält. Streiten ja, im Sinne des Austauschs von Wissen und Argumenten, kultiviert, aber niemals unhöflich.
Lothar Nadler //
RC Schwetzingen-Kurpfalz
Unangebrachte Vergleiche
Ausgerechnet unter Verweis darauf, dass Rotary in der nationalsozialistischen Diktatur jüdische Clubmitglieder ausgeschlossen hat, fragt Thomas Dirschka vom RC Wuppertal, ob „nun erneut staatlichen Einstufungen vertraut werden“ solle, wenn es darum gehe, ob AfD-Mitglieder Rotarier sein könnten. Das muss man erst mal bringen: die AfD mit verfolgten Juden zu vergleichen und unsere Demokratie mit der Nazi-Diktatur.
Ruprecht Polenz //
RC Münster-Himmelreich
Dankbar für den Standpunkt
Rotarier Thomas Dirschka bin ich sehr dankbar für seinen emotionsfreien, klaren, niemanden anklagenden Standpunkt. Er beleuchtet das Problem mit der Äußerung von Rotarierin Nicole Huber nicht in moralischer, intellektueller oder ideologischer Sicht, sondern erfreulich sachlich aus unserer rotarischen, verantwortungsvollen Sicht! Dringend muss allen klar werden, wo die schlimme argumentative Schieflage hinführen wird. Es sei denn, wir lernen aus unserer Geschichte: Stigmatisierung erzeugt Ausgrenzung. Wir dürfen das nicht wiederholen und uns nicht wieder zum Gehilfen des Zeitgeistes machen!
Klaus Ederle //
RC Heilbronn
Bin fassungslos
Der Standpunkt wird damit begründet, dass Rotary im Dritten Reich „im willfährigen Gehorsam gegenüber einer pervertierten staatlichen Ideologie und Rassenlehre“ jüdische Mitglieder ausgeschlossen habe. Der Autor unterstellt nun Rotary, heute Gefahr zu laufen, sich wieder zum „staatlichen Erfüllungsgehilfen“ zu machen, wenn man die bloße Einstufung einer Partei durch den Verfassungsschutz als Verdachtsfall zum Anlass nehme, eine „woke“ Ausgrenzung von Mitgliedern vorzunehmen. Solche Vergleiche mit dem Verhalten Rotarys im Dritten Reich hinterlassen mich fassungslos.
Allein schon die Behauptung, dass Weltanschauungen bei Rotary keine Rolle spielen dürften, verkennt die Prinzipien. Abgesehen davon, dass Governorin Huber allein Führungspositionen angesprochen hat, nicht aber das einfache Clubmitglied,verbietet es schon die Vier-Fragen-Probe, rassistisches, völkisches und sonst wie verfassungsfeindlichesGedankengut innerhalb Rotarys zu vertreten.
Wolf Graf von Schwerin //
RC Meerbusch
Rotary lebt von Vielfalt
Rotary lebt von Vielfalt und zugleich von politischer Neutralität. Extremistische Bestrebungen sind keine „politischen Grundhaltungen“, sondern richten sich unter anderem gegen den Schutz von Grundrechten, Pluralismus und Rechts-staatlichkeit. Ohne diese Grundprinzipien unseres Zusammenlebens verlieren wir unsere Freiheit.
Franz Mahncke //
RC Gifhorn-Wolfsburg
Genaue Ermittlungen
Ein Verdachtsfall ist kein „juristisch unverbindlicher Begriff“, sondern liegt vor, wenn nach peinlich genau geführten Ermittlungen gerichtsfest „hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte“ für extremistische Bestrebungen bei einer politischen Partei gegeben sind.
Wolfgang Stieghorst //
RC Halle/Westfalen
Verpflichtende Maßstäbe
Der Deutsche RC Governorrat hat im Mai 2025 ein Positionspapier formuliert, wie Rotary mit „Extremismus“ umgehen sollte vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung Deutschlands (Rotary Magazin, Mai 2025). Es fordert u.a. „wertepolitische Entschlossenheit“ statt „Gleichgültigkeit“. Frau Nicole Huber erinnerte im selben Magazin (Rotary Magazin, November 2025, S.22) fast im Wortlaut an dieses Papier. Punkt (3) dieses Positionspapiers diskutierte Herr Thomas Dirschka im Rotary Magazin des Februars kritisch.
Ausgehend von seiner Kritik am Passus: „Personen, die … eine aktive Rolle für eine Partei ausüben, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestufter Verdachtsfall behandelt wird, sollen keine rotarischen Führungsfunktionen übernehmen“ führt er sinngemäß aus: eine Rotary Mitgliedschaft sei von der Mitgliedschaft in anderen gesellschaftlich relevanten Gemeinschaften/Parteien unabhängig. Denn „rotarische Maßstäbe sind nämlich individuelle Maßstäbe“.
So habe ich bisher meine Rotary-Mitgliedschaft nicht verstanden. Ich dachte, rotarische Maßstäbe, das heißt Werte, seien für Rotarier verpflichtende Maßstäbe. So ordne ich den „4-Ways-Test“ (ist es wahr-fair-freundschaftlich-zum Wohl aller) des rotarischen Grundgesetzes ein. Er identifiziert Rotary als Wertegemeinschaft. Dies formuliert auch das Positionspapier so. Denn Rotary ist mehr als beispielsweise ein Sportverein, dessen Mitgliedschaft sich durch gemeinsame, wertfreie Sportausübung definiert. Insofern ist für Rotarier eine Mitgliedschaft in Gruppierung nicht sinnvoll, wenn deren Ausrichtung mit Rotary Werten kollidiert.
Das Bibelzitat „…an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ bietet hier keine Brücke an. Klar, jeder Rotarier kann materielle „Früchte“ spenden oder akquirieren unabhängig von jeglicher Einstellung. Ob Matthäus diese Art „Früchte“ (καρπός-karpos) in seinem Rückgriff auf die „Bergpredigt“ (Mt 5-7) gemeint hat? Geht es ihm primär um die Sichtbarkeit, um das „(An-)Erkennen“ von „Früchten“ durch andere? Die Galiläer, vor denen Matthäus Jesus sprechen lässt, waren arme Schlucker und - in den Augen des Jerusalemer Establishments - wankelmütige Hinterwäldler dazu. Von Ihnen war nichts erkennbar Zählbares oder Sichtbares zu erwarten. Vielmehr sind Matthäus` „Früchte“ im übertragenden Sinne zu verstehen. „Früchte“ sind Handlungen als Ausdruck einer inneren Haltung wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, respektierende Zuwendung, Demut. Sie benötigen kein „Erkennen“ durch andere. Die innere Einstellung ist die entscheidende Dynamik, nicht die Materialisierung. Insofern zielt das Originalzitat aus Mt 7,20 eher auf das Gegenteil zu dem, wofür es oben verwendet wurde: „Früchte“ sind keine unabhängig nützlichen Güter, sondern Folge einer inneren Einstellung. Genau diese Sequenz adressieren der rotarische „4-Ways-Test" und das oben genannte Positionspapier.
Bernd Waldecker //
RC Schwetzingen-Walldorf
Zur Neutralität zurückfinden
„Rotary darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Verdachtslagen machen. Der Verfassungsschutz ist nicht Maßstab rotarischen Handelns.“ So die zutreffende Einschätzung von Thomas Dirschka.
Die vom Governorrat angestoßene und in die Clubs hineingetragene Diskussion über den Umgang mit der AfD widerspricht dem rotarischen Prinzip politischer Neutralität.
Aufrufe zu Haltung und „wertepolitischer Entschlossenheit“ unter Berufung auf eine mögliche Verfassungsgegnerschaft einer zugelassenen politischen Partei mit 25% Zustimmung entsprechen nicht dem universalen Selbstverständnis von Rotary, sondern wirken wie Denunziationsversuche gegen einen politischen Gegner.
Rotary ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die sich ihrem humanitären Selbstverständnis und der Fragenprobe verpflichtet fühlt, nicht aber politischen Glaubensbekenntnissen. Sonst gäbe es keine Rotaryclubs in Moskau und Peking.
Wer durch die AfD unsere Verfassung gefährdet sieht, sollte sich fragen, wer während der Pandemie tatsächlich unsere garantierten Grundrechte wie die Würde des Menschen, körperliche Unversehrtheit, selbstbestimmtes Leben, Freiheit der Person und der Meinung in einem bis heute nachwirkenden negativen Maße ausgehebelt hat. Es war nicht die AfD.
Die AfD war die einzige große Oppositionspartei, die nach einer kurzen Unsicherheitsphase im Parlament unsere Grundrechte verteidigt hat.
Rotary Deutschland sollte zur parteipolitischen Neutralität zurückfinden.
Hans-Rudolf Milstrey
RC Viersen-Schwalm-Nette
Großartige Lektüre
Welch großartige, zutreffende Lektüre! Ein ganz großes Dankeschön an Herrn Lange für „Die da oben“ und alle, die zu dieser Ausgabe beigetragen haben.
Heinz-Ulrich Böttcher //
RC Cuxhaven
Leserbriefe aus 03/2026

Kenntnisreich
Der Historiker Ulrich Schlie hat einen kenntnisreichen Artikel über Konrad Adenauer geschrieben. In diesem Beitrag blieb jedoch unerwähnt, dass Adenauer von 1928 bis 1933 Gründungsmitglied des Rotary Clubs Köln gewesen ist. Als die deutschen Rotary Clubs in den Städten München, Köln und Hamburg gegründet wurden, gehörten die Bürgermeister der Städte zu den Gründungsmitgliedern ebenso wie renommierte Persönlichkeiten.
Ulrich Gleichmann //
RC Bad Oeynhausen-Minden
Slogan auf 5-Mark-Stück
Auf Seite 55 zitieren Sie den Satz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Dass die Nazis diesen Slogan sich gerne zu eigen gemacht haben, ist klar. Er stand schon längst vorher auf den Fünf-Mark-Stücken mit dem Konterfei Hindenburgs. Also: Schon vorher wurden wir, ich bin Jahrgang 1930, von dem guten und naiven Hindenburg entsprechend eingestimmt.
Manfred Kühn //
RC Wiesbaden-Nassau
Unangebracht
In dem Artikel wird Trump mit Putin und Milošević gleichgesetzt. Ich finde dies unangebracht.
Stefan Uhlig //
RC Aachen-Land
Inspirierender Podcast
Ein großartiger und sehr inspirierender Podcast zu den Themenclubs, vielen herzlichen Dank dafür. Besonders gefreut hat mich, dass auch der RC Mentale Gesundheit erwähnt wurde.
Nathalie von Bomhard //
RC Mentale Gesundheit
Ton nicht würdig
Der Ton, in dem Peter Köpf seine Argumente vorträgt, ist Ihres Magazins nicht würdig. Zudem: Einen Artikel zu einem so wichtigen und kontroversen Thema zwischen Berichte über eine Kunstausstellung und eine Kulturgeschichte des Panettone zu setzen, empfinde ich als redaktionell unsensibel.
Thomas Dahl //
RC Hamburg-Alstertal
Dank für Thematisierung
Die seit einigen Jahren bestehende Restitutionsdebatte hat sich vor allem der sogenannten Benin-Bronzen angenommen. Ich habe mich gefreut, dass Sie ihr im aktuellen Rotary-Magazin Raum gegeben haben. In der letzten Zeit war diesbezüglich kaum etwas zu lesen. Das Thema war aber kürzlich einer Meldung wert, als über Neuigkeiten aus Nigeria berichtet wurde. Ich habe am 5. September 2023, also vor beinahe 2 1/2 Jahren, in meinem Rotary-Club Ulm-Donaubrücke einen Vortrag darüber gehalten. Er trug den Titel: "Benin-Bronzen. Sein oder Schein? Besser: Wahrheit und Täuschung oder Geschichtsklitterei, Leugnen von Fakten, Schönrederei“.
Hans-Peter Richter //
RC Ulm-Donaubrücke
Verfehlte Definition
Der Leserbrief von Snaidr/ Schreiner vom RC Dachau kann nicht unwidersprochen bleiben. Der verfehlten Definition folgen falsche Schlüsse: Haltung zeigen, einen Standpunkt oder eine Überzeugung haben, hat primär nichts zu tun mit der unterstellten Missionierung, mit Sturheit oder Ausgrenzung anderer. Haltung ist der Gegensatz von Beliebigkeit. Demokratie lebt von der Auseinandersetzung verschiedener Standpunkte im Ringen um Mehrheiten. Dieser Leserbrief bestätigt geradezu die Forderung der kritisierten Autorin, auch bei Rotary mehr über Demokratie zu diskutieren.
Eugen Freiherr von Redwitz //
RC Neuburg/Donau
Vier-Fragen-Probe ist alltagstauglich
„Zutiefst irritiert“ outen sich Freunde aus dem RC Dachau über einen Artikel mit dem Thema „Haltung zeigen“ aus Heft 11/25. „Irritation“ ist ein Zustand der Verunsicherung durch einen von außen zugefügten Reiz. Der Mensch ist verwirrt, ist zu rationaler Analyse nicht fähig. Der Text des Leserbriefes spricht dazu Bände. „Haltung zeigen“ ist ein in der deutschen Sprache feststehender Begriff, das Ergebnis einer auf rationalen Erwägungen aufbauenden Überzeugung, aus der ein Wertesystem als Richtschnur für Denken, Reden und Handeln im privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Bereich gewonnen wird. Es ist eine Ehre, als Mitglied eines Rotary Clubs erwählt und aufgenommen zu werden. Mit der Aufnahme werden die rotarischen Werte Wahrhaftigkeit, Fairness gegenüber anderen, Respekt für die Mitmenschen und ein Streben nach Freundschaft deutlich gemacht. Zusammengenommen soll dies der Förderung des Gemeinwohls dienen. Der so in die rotarische Gemeinschaft Aufgenommene sollte sich mit diesen Werten identifizieren. Am internationalen Tag der Toleranz wurde die Halbjahreskonferenz des Distriktes 1860 auf dem Hambacher Schloss (siehe RM 1/26) zu einem Forum, bei dem sehr deutlich wurde, wie Rotarier in ihrer Umgebung "Haltung zeigen" können. Das soll eine sinnvolle Basis für die Pflege und Erhaltung eines demokratischen Umgangs miteinander schaffen, für eine Verteidigung unserer Demokratie. Dazu gehört, dass jeder seine Meinung frei sagen und mit gleich oder anders gesinnten Menschen Argumente austauschen kann. Ziel ist es, Kompromisse zu finden und sie als Grundlage für gemeinsames Handeln zu nutzen. Als Rotarier agiert man im vorpolitischen Raum, und das darf man auch nach außen deutlich machen. Die von den Leserbriefautoren behauptete Ideologisierung hat dabei keinen Platz. Sie sympathisieren offensichtlich mit einer bestimmten "demokratisch gewählten Partei" und suggerieren mit diesem Begriff den Nachweis eines dem Grundgesetz entsprechenden Verhaltens. Ursache und Wirkung werden dabei verwechselt: unsere Demokratie läßt die Wahl von Menschen und Parteien zu, solange sie im Rechtsstaat auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Die Wahl eines Menschen oder einer Partei dient aber nicht als demokratischer Qualitätsbeweis. Radikale Meinungen sind zulässig. Bestehen aber ernste Zweifel und ein Verdacht, dass sie hin zu extremistischen Bestrebungen überschritten werden, wird der Verfassungsschutz tätig. Er soll Verhaltensweisen erkennen und dokumentieren, welche auf eine Beeinträchtigung oder Beseitigung des staatlichen Grundgefüges hinauslaufen, und das ist die Grundlage für die Einstufung als “gesichert extremistisch”. Für rotarische Freundinnen und Freunde ist dieser Erkenntnisprozess einfacher: die Vier-Fragen-Probe ist alltagstauglich. Wenn man sie für Denken, Reden und Handeln nicht bejahen kann, ist das nicht mit dem rotarischen Wertesystem vereinbar.
Georg-Peter Breitbach //
RC Neunkirchen/Saar
Werte verbinden
Um Grenzen zu überwinden, muss man manchmal über Grenzen hinausschauen: Mit großer Begeisterung las ich von rotarischen Freunden im österreichischen Parlament, die sich über Parteigrenzen hinweg zum Austausch getroffen haben – und dabei nicht mal wussten, wer im Parlament alles rotarischer Freund ist. Genau hier sehe ich eine dringliche Aufgabe von Rotary in Zeiten, in denen wir zunehmende gesellschaftliche Spaltung erleben: Als Öffnung eines Diskursraumes auf Länder-, Distrikt- und Clubebene – nicht unbedingt über politische Themen, aber zwischen Freunden über parteipoli tische Grenzen hinweg, in dem Bewusstsein: Rotarische Werte verbinden uns mehr, als uns politische Positionen spalten.
Oskar Brabanski //
RC Ulm/Neu-Ulm
Große Freude
Wir gratulieren herzlich, dass es Ihnen gelungen ist, Volker Looman für eine regelmäßige Kolumne zu gewinnen! Als Leser der FAZ sind wir ihm über Jahrzehnte gefolgt, es gab kaum eine Ausgabe ohne neue Erkenntnisse, und das Ende seiner Kolumne dort versetzte uns in Trauer. Umso größer ist die Freude nun und die Vorfreude auf die kommenden Folgen. Seine Direktheit wird sicher viele Rotarier vors Schienbein treten, sicher aber auch sehr heilsam sein. Wir haben – fast am Ende des Berufslebens – vor allem wegen Volker Looman nie einen Vermögensverwalter gebraucht. Er kann wie kein Zweiter die wesentlichen von den unwichtigen, aber oftmals attraktiv scheinenden Aspekten der Geldanlage unterscheiden und jene ins Zentrum seiner Kolumnen stellen. Wer das auch lernen will, und das muss man immer wieder neu, ist bei ihm bestens aufgehoben, hat den Kopf frei für die wichtigen Dinge im Leben und erspart sich viele Enttäuschungen.
Stefan Koch //
RC Pulheim
Einseitige Stellungnahmen
Heute kam die neueste Ausgabe des Rotary Magazins. Und wieder - wie in letzter Zeit häuifg - finden sich sehr einseitige politische Stellungnahmen, wie auch in dem Leserbrief "Zutiefst irritiert" angesprochen. Dieses Mal findet sich auf den Seiten 60-61 ein Artikel, in dem Trump mit Putin und Milosevic gleichgesetzt wird. Ich finde dies unangebracht. Ich bin Rotary nicht beigetreten, um politisch belehrt zu werden. Bitte beenden Sie die politischen Diskurse im Magazin.
Stefan Uhlig //
RC Aachen-Land
Verantwortung nachkommen
Vince Ebert hat recht: Mutig reden, mutig handeln, auch beim Thema sexualisierte Gewalt.
An die Männer unter uns: Wir sind angesprochen! Wir müssen beim Thema sexualisierte Gewalt unserer Verantwortung nachkommen, indem wir unsere Stimme erheben. Im Kleinen, indem wir anzügliche Bemerkungen und „Herren-Witze“ unterbinden - im Privaten, im Berufsleben und in unseren Clubmeetings. Im Größeren, indem wir unsere Führungsverantwortung wahrnehmen und den Frauen zuhören, sie aussprechen lassen und ihre Sorgen ernst nehmen. Im Großen, indem wir Haltung zeigen im Sinne der rotarischen Werte - gegen jegliche Form von Hass und Gewalt, für Gleichberechtigung. Denn Gleichberechtigung ist die Basis unserer Demokratie.
Axel Friese //
RC Köln-Ambassador
Das Magazin wird gelesen
Herzlichen Dank für den Abdruck meiner Eierlikörgeschichte im Rotary-Magazin März 2026 - und Dank für die passende Illustration! Sie glauben gar nicht, wie viele nette Reaktionen ich aus ganz Deutschland auf den Beitrag erhalten habe, angefangen von unserem Gründungsgovernor, der unserem Club nun ebenfalls das Du angeboten hat, über ehemalige Studienkollegen, die sich gemeldet haben, oder eine "Uraltfreundin", die es nach Nordrhein-Westfalen verschlagen hat und die sich nun auch als Rotarierin "geoutet" hat. Sogar eine rotarische Einladung nach Salzburg hat mir der Beitrag eingebracht. Und in unseren Club brachte eine junge Rotarierin gleich eine Flasche mit!
Sie sehen, das Magazin wird gelesen!
Dorit-Maria Krenn //
RC Straubing-Gäuboden