Distrikt 1841Rotary vor Ort

Kleiner Ofen, große Wirkung

von Christiane Meier | 
 |  Lesezeit: 2 Minuten

D1841: Possenhofen/Nairobi Der Rotary Club Possenhofen Castle Inter­national setzt gemeinsam mit Partnern in Ostafrika ein starkes Zeichen, denn ein simpler Ofen mit Schornstein kann Leben verändern

In Nairobi trafen sich kürzlich Vertreter des Clubs mit dem International Services Chair des Rotary-Distrikts für Kenia, Äthiopien und den Südsudan, Ritesh Bardot, sowie mit Rose Chege, Chair für Service-pro­gramme. Ziel war der Start einer neuen rotarischen Partnerschaft zusam­men mit Die Ofenmacher e. V.

Im Mittelpunkt stehen niedrigtechnologische, effiziente und umweltfreundliche Lehmöfen. Sie werden vor Ort von lokalen Handwerkern gebaut – nach einer fundierten Ausbildung durch den Projektpartner. Die Ofenmacher sind eine in Deutschland gegrün­dete gemeinnützige Organisation, die sich auf die Entwicklung und Verbreitung einfacher, robuster Ofenlö-sungen für rauchfreie Küchen spezialisiert hat. Ihr Ansatz setzt konsequent auf lokale Materialien, praxisnahe Ausbildung und Hilfe zur Selbsthilfe – mit dem Ziel, Gesundheit, Umwelt und Einkommen gleichermaßen zu verbessern.

Die Kaminfunktion ist …

Der RC Possenhofen Castle International als Online-Club wirkt als zentrales Bindeglied zwischen der NGO und den Rotary Clubs in den Einsatz-gebie­ten. Gleichzeitig koordi­niert er alle anderen Rotary Clubs weltweit, die an diesem außerge­wöhnlichen Projekt mitwirken wollen. Es ist verabredet, dass die Ofenmacher die Rotary Clubs vor Ort mit allem Know-how versorgen, sodass diese selbstständig viele tausend Öfen schaffen können. Der Handlungsbedarf ist enorm. Noch immer kocht fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Entwicklungsländern über offenen Holzfeuern. Die Funktionsweise von Kaminen ist weithin unbekannt. Die Folgen sind dramatisch: Verbrennungen, vor allem bei Kindern, Atemwegserkrankungen durch Rauchgase und massive Umweltzerstörung durch Holzverbrauch. Die Zahl der Todesfälle durch Rauch­ver­gif­tun­gen und Verbren­nun­gen übersteigt im globalen Süden sogar jene durch HIV und Malaria zusammen.

… vielfach noch unbekannt

Die Lösung liegt in Kochöfen, die deutlich effizienter arbeiten und den Rauch über einen Schornstein ableiten. Entscheidend für den Projektstart war die positive Resonanz in den Gemein­den: Für eine Evaluierung besuchten die Pro­jektpartner drei Dörfer, um ihre Idee zu vermitteln. Besonders die Frauen – Hauptverantwortliche für das tägliche Kochen – zeigten sich begeistert von der bis zu 50 Prozent geringeren Rauchentwicklung, der Zeitersparnis und dem Zugewinn an Lebensqualität für ihre Familien.


 

In Kürze: Geburtstag in Ingolstadt

25 Jahre RC Ingolstadt-Kreuztor stehen zum Beispiel für die Förderung von Bildung und Kultur: 140.000 Theaterbesucher erleben jährlich den vom Club gestifteten Theaterpublikumspreis. Lesewettbewerbe an Grundschulen, die Unterstützung eines Förderschulzentrums und die Zusammenarbeit mit Stadtteiltreffs zeigen das Engagement für Kinder und sozial benachteiligte Gruppen. Aber auch international ist der Club aktiv: Seit 2010 werden ein Kin­der­gar­ten und eine Grundschule in Ukunda/Kenia unterstützt. Gefeiert wurde mit über 100 Gästen, auch aus den zwei Part­nerclubs in der Schweiz und in England.