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Richtig Prompten

von Benjamin Seidel | 
 |  Lesezeit: 3 Minuten

Die Nutzung von KI ist kein Hexenwerk. Man muss sich nur trauen. Und wer sich an ein paar simple Spielregeln hält, freut sich schneller über gute Ergebnisse

Ob beruflich oder privat, künstlicher Intelligenz nähert man sich am einfachsten über KI-Tools wie ChatGPT, Gemini, Mistral oder Claude und vielen weiteren. Die Qualität der KI-generierten Antwort hängt stark von der Qualität der Anfrage ab, vom sogenannten Prompten. Prompting ist kein Trick. Es ist ein Prozess. Prompting-Techniken helfen dabei, sich Schritt für Schritt an ein gutes Ergebnis anzunähern. Je klarer die Eingabe, desto besser die Ausgabe.

3 Prinzipien für bessere Ergebnisse

Iteration statt Perfektion – Der erste Prompt ist selten der beste. Gute Ergebnisse entstehen durch Verfeinern.

Klarheit gewinnt – Je konkreter die Anweisung, desto besser die Antwort.

Der Mensch entscheidet – Die KI unterstützt, die finale Bewertung liegt beim Anwender.

Die wichtigsteRegel: Funktioniert ein Prompt,verändere ihn nicht!

Ein Beispiel – viele Wege:

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich das Ergebnis je nach Prompt verändert. Aufgabe: Ein neuer gesunder Snack für den Arbeitsalltag soll beworben werden.

1. R.T.F. (Role · Task · Format)

Was es ist: Definiere Rolle, Aufgabe und Format.

Prompt: „Du bist Werbetexter. Entwickle einen Slogan für einen gesunden Snack für den Arbeitsalltag. Maximal 8 Wörter, mit Wortspiel.“

Effekt: Klare Struktur, direkt nutzbare Ergebnisse.


2. S.C.Q.A. (Situation · Complication · Question · Answer)

Was es ist: Strukturiere Inhalte als Problem und erhalte eine Lösung.

Prompt: „Beschreibe: Viele Menschen arbeiten lang (Situation), essen ungesund (Problem), suchen Alternativen (Frage) – und löse das mit einem gesunden Snack (Antwort).“

Effekt: Verständliches Ergebnis, Storytelling-fähig


3. o.r.e.o. (Opinion · Reason · Example · Opinion)

Was es ist: Baue überzeugende Argumente auf.

Prompt: „Warum ist dieser Snack ideal für den Arbeitsalltag? Formuliere: Meinung, Begründung, Beispiel, Fazit.“

Effekt: Klar argumentiert, überzeugendes Ergebnis.

 


4. C.A.R.E. (Context · Action · Response · Evaluation)

Was es ist: Steuere die Aufgabe und überprüfe das Ergebnis.

Prompt: „Kontext: Neuer gesunder Snack. Aufgabe: Schreibe eine kurze Produktbeschreibung. Prüfe danach, ob alle Vorteile klar sind, und optimiere dein Ergebnis.“

Effekt: Starke Struktur mit Qualitätssicherung.

5. Selbstevaluierung

Was es ist: Die KI überprüft ihre eigene Antwort.

Prompt: „Schreibe einen kurzen Werbetext für den Snack. Prüfe am Ende, ob er klar, verständlich und überzeugend ist. Verbessere ihn.“

Effekt: Weniger Fehler, bessere Qualität.


6. Mega-Prompt

Was es ist: Eine sehr detaillierte Anweisung.

Prompt: „Du bist Marketing-Experte. Entwickle eine Mini-Kampagne für einen gesunden Snack für den Arbeitsalltag. Enthält: Zielgruppe, Kernbotschaft, 3 Content-Ideen, Tonalität.“

Effekt: Präzise Ergebnisse bei komplexen Aufgaben.


7. Reverse Prompt

Was es ist: Vom Ergebnis zurück zum Prompt denken.

Prompt: „Ergebnis: ‚Snack smarter, nicht härter.‘ Erstelle den Prompt, der zu diesem Slogan führt.“

Effekt: Ein besseres Verständnis für gute Prompts.

8. Problem-Defining Prompting

Was es ist: Erst Fragen stellen, dann lösen.

Prompt: „Ich möchte einen gesunden Snack entwickeln. Stelle mir zuerst alle wichtigen Fragen, bevor du Vorschläge machst.“

Effekt: Bessere, individuellere Ergebnisse.

 

9. Iteratives Prompting

Was es ist: Schrittweise Verbesserung im Dialog.

Prompt: „Erstelle einen Slogan für den Snack > mache ihn kürzer > jetzt emotionaler > jetzt humorvoll.“

Effekt: Feinjustierung bis zum optimalen Ergebnis.