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Meet#Up zum Übergang von Rotaract zu Rotary

„OnBoard“: Ein Online-Meeting vermittelte Anfang Februar Eindrücke, wie leicht oder schwer es ist, als Rotaracter Rotary zu entern und gab Ideen zum leichteren Übergang.

Das monatliche Meet#Up von RI-Direktorin Christine Büring führte knapp 50 interessierte zusammen, die unter anderem erfahren wollten, woran es liegt, dass der rotarische Nachwuchs– egal ob Interact, Rotaract oder ROTEX – eher bei anderen Service-Organisationen landet als bei Rotary. Als Gesprächspartner mit dabei war zum Beispiel Robert Taeger vom E-Club D1850, der über einen Short Term Exchange und einen Schüleraustausch in die rotarische Welt kam. Inzwischen engagiert er sich für den ersten hybriden Club im Nordwesten.

Ebenfalls unter den Vortragenden Lena Katharina Hupe, Mitglied im RC Berlin-Werderscher Markt-Passport, zeigte Möglichkeiten auf, sich als Rotaracterin in Doppelmitgliedschaft auch in einem Rotary Club zu engagieren. Auch Antonina Castronovo ist Mitglied in zwei Clubs _ RAC Zürich und RC e-Club 2000. „Das erleichtert den Übergang ungemein. Und in der anfangs bewegten beruflichen Situation ist ein E-Club ein echtes Plus.“

Austauschschüler im Blick

Vor allem die ehemaligen Austauschschüler will Isabell Hebel (Rotary E-Club of Bavaria International) aktivieren. Als ehemalige Outbound und ROTEXerin engagiert sie sich für „ROTEX goes Rotary“, eine Initiative, die die Verbindung in die Clubs herstellen soll. Dafür startet nun auch ein Alumni-Newsletter

Den Übergangsprozess leichter machen will auch Lea Pusch aus dem Rotaract Deutschland Komitee (RDK). Über die Plattform RNR – Rotary Nachwuchs Rotary – sollen die Erstkontakte gefördert werden, wo Rotary Clubs sich verjüngen oder Rotaracter und Rotaracterinnen in einen RC wechseln wollen.

Jonas Frieg aus dem Distrikt 2000 (Schweiz) stellte indes einen Patenclub-Guide vor, der den Übergang und die Nachwuchsgewinnung einfacher machen soll. In seinem Land bemühe sich jeder Rotary Club um patenschaftliche Beziehungen zu einem Rotaract Club, berichtete er. Dabei würden von vornherein Verantwortlichkeiten für Zusammenarbeit und Projekte definiert, um Reibereien zu vermeiden.

Interesse ist beiderseits vorhanden

Klar wurde, das Übertrittsinteresse ist auf beiden Seiten gegeben. Wichtig sei es zum Beispiel, in Rotary Clubs einzelne Gegenstimmen ernst zu nehmen und mit skeptischen Mitgliedern zu diskutieren, wann und wie Jüngere aufgenommen werden können. Es gelte auch, die große Unwissenheit in diesem Prozess zu bekämpfen. Insgesamt sei sowohl bei den Rotaractern als auch in den möglicherweise aufnehmenden Clubs bei Rotary eine klare Positionierung nötig. Auch die langfristige Kontaktpflege nach Schüleraustauschen sei wichtig,

RI-Direktorin Christine Büring will zudem anregen, die Selbstdarstellung der Rotary Clubs teils zu überarbeiten. Überall müsse deutlich kommuniziert werden, dass zeitliche Lücken oder Clubwechsel kein Manko sind, denn die Jüngeren starten oft erst ins Familien- und Berufsleben und haben daher andere Prioritäten und Möglichkeiten.

„Rotaracter dürfen keine Bittsteller sein – wir müssen sie auf Augenhöhe wahrnehmen und auch so behandeln“, war ein Ergebnis der Diskussion. Dazu müsse sich vielerorts das Mindset ändern. Ein junges Mitglied für die nächsten drei-vier Jahre sei ein Gewinn, auch wenn ein späterer Orts- und Clubwechsel schon absehbar sei, so die einhellige Meinung.

Wichtige Einblicke

Julian Seethaler, ehemals RDK-Vorsitzender und aktiver Rotaracter, bestätigte, wie anregend Doppelmitgliedschaften sein können. Die gegenseitigen Einblicke seien unschätzbar. Mechthild Exner-Herforth, Past-DGR-Vorsitzende, forderte eine Transformation. Sie wolle den Rotary Clubs regelrecht zurufen: „Macht den Schritt auf die Rotaracter zu! Lasst sie mitgestalten! Lasst Euch drauf ein!“

Gleichzeitig gelte es, die Rotaract Clubs auf dem Land wiederzubeleben, so Jasna Makdissi vom RC Ahrensburg. Lothar Weber (RC Berlin-Gendarmenmarkt) regte an, mehr gegenseitige Besuche zu initiieren. Insgesamt gelte es, das Thema “Rotaract zu Rotary“ zu forcieren, resümierte Christine Büring.  Dabei könnten Corporate Clubs in Firmen und Unis helfen, so eine weitere Idee. „Wir müssen vieles neu denken und diskutieren – und weg von der Devise ‚Ich heirate einen Club‘. Flexibilität ist auch in Sachen Mitgliedschaft gefragt.“

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