Handball als Motor für Bildung in Kenia

Ein Club aus dem Distrikt 1820 bringt in Afrika den Ball ins Rollen – und per Wurf ins Tor
Es begann mit einer Idee: Weil er Menschen motiviert, kann Sport Leben verändern. Drei Monate lang wurde dieser Leitgedanke in Nkubu (Meru County), Kenia, in die Praxis umgesetzt. Das NGO Play Handball hat dort Projekte initiiert, die Lernende und Lehrkräfte sowie die ganze Gemeinde auch nach Schulschluss zusammenbringen.
Bereits 2022 stellten der RC Nkubu und der RC Eschborn die Weichen. Bei einem Besuch in Frankfurt diskutierten die afrikanischen und deutschen Rotarier die Chancen von Sport als Eckpfeiler für Jugendförderung und Bildung in Kenia. In Nicola Scholl von der NGO Play Handball fanden sie eine Partnerin, die diese Vision teilte.
Trotz begrenzter finanzieller Mittel konnte das Pilotprogramm 2024 starten. An drei Schulen – der MCK Ntemwene Primary School, der CCM Ntonyero Primary School und der Kigane Primary School – wurde wöchentlich trainiert. Dabei lag der Fokus auf Teamarbeit, Führungsqualitäten und Gemeinschaft. Ziel der Veranstalter war es zu testen, ob ein langfristiges Projekt machbar sein würde. Der Test war positiv: 74 Kinder, sechs Lehrkräfte und ein Turnier standen am Ende auf der Positiv-Seite.
Das Ergebnis im Einzelnen:
- Beim Startschuss am 10. September 2024 konnten die Teilnehmenden eine neue Handballausrüstung entgegennehmen, großzügig gespendet von der Deutschen Botschaft in Nairobi.
- In einem zweitägigen Workshop schulte Victor Siero vom PLAY HANDBALL Kenya Team sechs motivierte Lehrkräfte als Coaches. Neben der Vermittlung der Regeln des Spiels ging es darum, Kinder zu motivieren und zu fördern. Das Fazit der Teilnehmenden: „Wir wollen mehr!“ Ganz oben auf der Wunschliste stehen längere Schulungen.
- Regelmäßig wurde zweimal pro Woche auf den Schulhöfen trainiert. Insgesamt 74 Schülerinnen und Schüler – 43 Jungen und 31 Mädchen – lernten unter Anleitung von Trainer Newton, Werfen, Passenund Verteidigen. Wichtiger noch: Spielerisch übten sie Disziplin, Teamgeist und Verantwortung. Vor allem: Sie hatten sichtlich Freude an der Bewegung.
- Den Abschluss bildete ein schulübergreifendes Turnier, das die drei Schulen zusammenbrachte und über den Schulzaun hinaus den Teamgedanken stärkte.
So geht es weiter
Der Erfolg des Pilotprojekts macht Mut. „Handball ist mehr als nur ein Spiel. Es ist ein kraftvolles Instrument für Bildung, persönliche Entwicklung und die Stärkung der Gemeinde“, so das Fazit von Angela Böhm (RC Eschborn) und Jutta Petersen-Lehmann (RC Eschborn).
Dank der finanziellen Unterstützung von Frankfurt Plus um Initiatorin Charlotte Schott (RC Frankfurt am Main-Palmengarten) und eines Distriktgrants kann das Projekt nun fortgesetzt werden. So hat die Idee Früchte in Nkubu getragen. Der Ball rollt – oder besser: fliegt – weiter.


















