Distrikt 1860
von Irmintraut Jost |
| Lesezeit: 2 Minuten

Mit einem Beruf der Armut entkommen

Distrikt 1860: Bad Kreuznach – Der Rotary Club Bad Kreuznach-Nahetal finanziert seit mehr als 15 Jahren Patenschaften in Äthiopien: Junge Frauen aus ärmsten Verhältnissen erhalten eine Berufsausbildung

Mehr als 160.000 Euro hat der Club bereits für Ausbildungspatenschaften aufgebracht und bietet so jungen Mädchen eine Zukunft als Hebammen, Krankenschwestern, Laborantinnen, Köchinnen, Friseurinnen, Näherinnen und in anderen Handwerksberufen. Kontakt vor Ort ist Dr. Rita Schiffer, leitende Ärztin des Krankenhauses in Attat, etwa 175 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Addis Abeba. Die engagierte Ärztin war besorgt, weil viele Mädchen trotz Schulpflicht nicht oft genug am Unterricht teilnehmen dürfen und ihre Familien eher in die Ausbildung der Söhne investieren.

Statt früher Heirat oder Hausmädchenjob …

Für die Mädchen bedeutet dies meist eine frühe Heirat oder eine Stelle als „Hausmädchen“, in der sie ihren Arbeitgebern oft schutzlos ausgeliefert sind.

Hier setzt das Projekt an, das der Rotary Club Bad Kreuznach-Nahetal in Zusammenarbeit mit Rita Schiffer organisiert hat: Im Rahmen von Ausbildungspatenschaften werden Mädchen und junge Frauen aus dem Umland des Attat-Krankenhauses unterstützt. Bei der Auswahl der Bewerberinnen stehen deren schulische Leistungen und die Bedürftigkeit ihrer Familien im Vordergrund. Für Mädchen, die keinen ausreichenden Notendurchschnitt für eine Ausbildung erreichen konnten, besteht die Möglichkeit, sich ein Jahr lang angeleitet auf die Nachprüfung vorzubereiten.

Während der dreijährigen Ausbildung trägt der Club den Teil der Kosten, der von den Mädchen und ihren Familien nicht aufgebracht werden kann. Der Zuschussbedarf beträgt gegenwärtig rund 250 Euro pro Jahr.

… lieber Ausbildung und eigenes Einkommen

Mithilfe der Ausbildung und den damit verbundenen regelmäßigen Einkünften verbesserte sich nicht nur die Lebenssituation, sondern auch die Stellung der Frauen in der von Männern dominierten Gesellschaft Äthiopiens. Junge Frauen mit einem eigenen Beruf bleiben in der Regel in der Region und helfen bei der Versorgung der gesamten Großfamilie. Der Projektbeauftragte des Clubs ist Hans-Karl Mertes aus Hackenheim, er kümmert sich um die ­Finanzierung.


 

In Kürze: Zehn Jahre Lounge am See

Mit den „Lounge am See“-Konzerten im Strandbad Frankenthal haben der RC Frankenthal/Pfalz und der RAC Ludwigshafen-Fran­ken­thal seit 2016 rund 200.000 Euro für die Sprachförderung an Grund­schulen in Frankenthal, Ludwigshafen und Lambsheim gesammelt. Die Mittel fließen zu 100 Prozent  in ein Sprachförderpro­gramm, das in Zusammenarbeit mit dem Mannhei­mer Institut für Empirische Mehr­spra­chig­keits­for­schung initiiert wird. Dabei unterstützen zusätzliche Sprachförderkräfte die Lehrkräfte im Unterricht. Ziel ist es, Kinder mit Sprachbarrieren frühzeitig zu stärken, Integration zu fördern und Bildungschancen zu verbessern.

Irmintraut Jost

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