Distrikt 1930

"Fledermaus" hilft Verletzten in Tansania

von Ulrike Vogt | 
 |  Lesezeit: 2 Minuten

Die beiden Rotary Clubs aus Biberach hatten eingeladen zum Benefizkonzert mit dem Salonorchester Laupheim unter der Leitung von Lena Thanner. Die gesamten Einnahmen kommen dem St. Claire Hospital in Tansania zugute.

Das Gesundheitswesen in Tansania kennt keine freie Heilfürsorge. Nur wenige können sich eine Krankenversicherung leisten. Die meisten Patienten müssen ihre Behandlungen selbst bezahlen. Das St. Claire Hospital wird durch Spenden aus Deutschland subventioniert. Dennoch ist der Selbstbehalt von 20 bis 30 Euro für eine operative Behandlung eines Knochenbruchs einschließlich der Narkose und Nachbehandlung für viele Patienten nicht zu leisten. Verletzte wenden sich in ihrer Not an lokale Heiler, die die Wunden oft unsachgemäß versorgen, was zu bleibenden Behinderungen und Arbeitsunfähigkeit führt.

Kinder sind von der Unterversorgung besonders betroffen. Wie Joseph, 14 Jahre alt, der in Begleitung seines Bruders am Stock in die Ambulanz kommt. Aus seinem linken Bein läuft übelriechender Eiter, es zeigt eine schwere Fehlstellung und ist mit einem schmutzigen Lappen umwickelt. Nur eine oder mehrere Operationen können Joseph helfen. Er hat jedoch nur Geld für die Busfahrt. Der Sozialfond war Josephs einzige Chance. Jetzt, nach der OP braucht es Zeit, bis er wieder gehen kann, aber ohne die finanzielle Hilfe, zum Beispiel durch das rotarische Benefizkonzert, hätte er keine Perspektive.

Das für diesen Zweck engagierte Salonorchester Laupheim unter der Leitung von Lena Thanner begeisterte auf der "Kleinen Bühne" in Schwendi mit Melodien aus der Operette "Fledermaus" von Johann Strauss. Die wunderbaren Stimmen und die schauspielerischen Leistungen von Maria Rosendorfski und Emanuel Pichler wurden spitzbübisch moderiert durch Richard Brenner. Ergänzt wurde das Programm durch Kompositionen des Salonorchesters, das mit dem Radetzki-Marsch unter großem Beifall seinen Abschluss fand. Die Einnahmen der Benefiz-Matinee der beiden Rotary Clubs aus Biberach sowie vieler Einzelspender ergaben in Summe 8000 Euro. Sie gehen in vollem Umfang an den Sozialfond der "Orthopedic Surgery for Africa" von Dr. Thomas Kühn und seiner Frau Jutta. Seit 2019 unterstützt die Kühn Foundation das St. Clare Hospital in Mwanza und zwei weitere Krankenhäuser in Tansania mit chirurgischen Instrumenten, Medizintechnik und Hilfsmitteln.

Co-Autorin: Jutta Graf, Rotary Club Biberach-Weißer Turm

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