Distrikt 1810
von Monika Hörig |
| Lesezeit: 3 Minuten

Unsere Visitenkarte nach außen: Der Gemeindienst

Um ein Herzstück rotarischer Aktivitäten zu stärken, hatte der Distrikt kürzlich zu einem Workshop ins :metabolon in Lindlar eingeladen.

Thomas Lämmer-Gamp, im Distrikt-1810-Foundation-Team verantwortlich für den Gemeindienst, hatte ein Programm zusammengestellt, das die Bandbreite des Themas zwischen Theorie und Praxis präsentierte.

„Der Gemeindienst bietet allen Rotary-Mitgliedern die Möglichkeit zum selbstlosen Dienen. Es ist die Verpflichtung und gesellschaftliche Verantwortung jedes einzelnen Rotary-Mitglieds und Rotary Clubs, die Lebensqualität seiner Mitmenschen zu steigern und dem öffentlichen Wohl zu dienen.“ Dieses Zitat des Gesetzgebenden Rates von Rotary von 1992, zu finden im Verfahrenshandbuch 2025, umreißt die Aufgabe. Ob Clubprojekte, Action Day oder Grants: Für jedes Vorhaben gibt es den passenden Rahmen.

5800 Clubprojekte

Ein paar Zahlen: Über 7000 Projekte hat eine Studie der Hochschule Bonn-Rein-Sieg 2023 in Deutschland identifiziert, darunter 5800 Clubprojekte, 400 District Grants, 64 Global Grants und 800 Rotaract-Aktionen. Das Finanzvolumen belief sich auf 32,6 Mio. Euro. Besonders bemerkenswert: 177.000 Stunden freiwillige Arbeit wurden dabei investiert.

Welche unterschiedlichen Wege zum Gemeindienstprojekt führen und welche Erfahrungen dabei gemacht wurden, illustrierten einige Fallbeispiele. Der Club Hilden-Haas zum Beispiel finanziert ein Projekt zur mentalen Gesundheit von Jugendlichen in Schulen, nachdem er gewahr wurde, wie sehr die Pandemie die psychische Belastung junger Menschen gesteigert hat.

Die „Trucker-Weihnacht“ fand 2025 etliche Mitwirkende, u.a. die RCs Bonn-Rheinbogen, Köln-Ville sowie Wiehl-Homburger Land zusammen mit Bergisch Gladbach. Die Clubs haben gut gefüllte Taschen am den Weihnachtstagen an Lkw-Fahrer verteilt, die wegen der Weihnachtsfeiertage länger auf den Raststätten gestrandet waren. Das Fazit: Das machen wir wieder.

Um das leibliche Wohl geht es beim Grünkohl-Charity-Dinner der vier Koblenzer Clubs. Die Rotarier bereiteten schon seit über 20 Jahren das Wintergemüse nicht nur zu, sondern kochten gleich solche Mengen, dass auch rund 100 Obdachlose anschließend bewirtet werden können.

Auch um die „Dos and Don’ts“ von Gemeindienst-Projekten ging es. Einige Empfehlungen: Im Team arbeiten; vor Beginn eine Bedarfsanalyse machen; das Projekt ist zu groß, zu komplex, zu ambitioniert; die Zuständigkeiten und Verantwortungen sind unklar. Ganz wichtig: Immer die Betroffenen einbinden und/oder sich durch Fachleute beraten lassen. Und nicht vergessen: Den Club regelmäßig informieren. Denn: Der gesamte Club muss das Projekt in jeder Hinsicht tragen.

Nicht fehlen sollte auch die Öffentlichkeitsarbeit zu den Projekten. Erste Zielgruppe sind dabei die lokalen Medien. Aber auch das Rotary-Magazin sowie die Website des Distrikts (www.rotary.de/distrikt/1810) bieten Plattformen. Hinweise, wie die Projekte dort publiziert werden können, gab Distriktberichterstatterin Monika Hörig.

Schließlich erläuterte DGE Christoph J. Schiewek sein Motto „Einheit mit Vielfalt“. Er setzt auf gemeinsames Handeln, um dauerhafte Wirkung zu erzielen. In abschließenden Workshops widmeten sich die rund 40 Rotarier einzelnen Aspekten des Gemeindienstes.

Monika Hörig

Aus dem Magazin

Im Namen des Volkes
03 / 2026
Die da oben
02 / 2026
Geduld
01 / 2026
Die Kraft des Singens
12 / 2025
Unter die Haut: Tattoos
11 / 2025
Die Rente ist sicher
10 / 2025
Als Gott auszog – Gedanken zur Umwidmung von Kirchen
09 / 2025
Österreich - Erinnerungen an die Zukunft
08 / 2025
Comeback des Sportvereins
07 / 2025
Man muss Menschen mögen
06 / 2025
Alles auf Anfang
05 / 2025
Cool Japan
04 / 2025
Mut zum Bruch: Deutschland nach der Wahl
03 / 2025
Gehasst oder geliebt?
02 / 2025
Wettrüsten im All: Wie Europa abghängt wird
01 / 2025