Mehr Zukunft, mehr Miteinander

Rotary richtet den Blick nach vorn und stärkt gezielt seinen Nachwuchs: Rotaract soll künftig eine noch zentralere Rolle im Netzwerk spielen. Auch frische Clubideen sollen die Zusammenarbeit beleben und Rotary zukunftsfest machen.
Der Deutsche Governorrat (DGR) unter dem Vorsitz von Mechthild Exner-Herforth (RC Walsrode) hat auf seiner Frühjahrstagung in Kassel die Rolle von Rotaract weiter gestärkt. Das Gremium beschloss die Unterstützung des District Elect Learning Seminars (DELS) des Rotaract Deutschland Komitees (RDK) ab dem rotarischen Jahr 2026/27 mit 7500 Euro pro Jahr. Dafür berechnet der DGR den deutschen Distrikten jeweils 500 Euro. Die Vorsitzenden des Rotaract-Deutschland-Komitees Mareike Krech und Maximilian Jäck stellten ein gemeinsam mit dem Rotaract-Interact-Beauftragten Ulrich Heucken (RC E-Club Bavaria International) und den Rotaract-District-Beauftragten entwickeltes Strategiepapier zur besseren Zusammenarbeit von Rotary und Rotaract vor. Der Kernpunkt des Konzepts regelt den Übergang von Rotaract zu Rotary und empfiehlt, dass der Rotary Club bei „Entnahme“ eines Rotaracters mindestens zwei neue Rotaract-Mitglieder werben solle, um die Nachwuchsorganisation attraktiv und lebendig zu halten. Eine Doppelmitgliedschaft bei Rotary und Rotaract sei möglich und bilde eine gute Basis für den Übergang, sagte Jäck. Das Wichtigste sei jedoch der offene Austausch: „Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation!“, so der RDK-Chef.
Trotz weiterhin leichter Mitgliederzuwächse bleibt die Gewinnung neuer Mitglieder ein zentrales Thema für Rotary in Deutschland. So hatte der Mitgliedschaftsbeauftragte Jan Mittelstaedt (RC Konstanz-Mainau) parallel zur DGR-Tagung zum Themenclub-Gipfel geladen, um über neue Ideen und Formate zu sprechen. Beeindruckend frisch und vielfältig waren die Kurzvorstellungen von acht Themenclubs, die sich in Vorbereitung oder in Gründung befinden oder bereits gechartert wurden. Clubpräsident Martin Hüttermann stellte etwa den RC Elementarbildung vor, der mit 22 Frauen und einem Durchschnittsalter von 43 Jahren auffällt. Binnen 15 Monaten gelang es dem jungen Club, 14.000 Kinder ans Lesen zu bringen. Darüber hinaus präsentierten sich folgende Clubs: der RC Global Bridges and Engagement for Youth, der RC Pferdesport, der RC Demokratie leben, der RC Mentale Gesundheit, der RC H20 als erster Themenclub der Schweiz, der RC Wasser Grenzenlos sowie der RC Urlaub für Kinder.
Past-RI-Präsident und Foundation Chair Holger Knaack (RC Herzogtum Lauenburg-Mölln) schwor die drei anwesenden Crews ein, „das Gute zu bewahren“. „Evanston ist stolz auf uns“, sagte er. „Wir haben die größten Distrikte, die größten Clubs, eine hohe Dichte an Rotariern und das beste Rotary Magazin weltweit. Wir werden von Rotary International als sehr stark wahrgenommen“, gab er seine frischen Eindrücke aus Evanston wieder. Und er rief die Governor dazu auf, künftig bei der Projektarbeit groß zu denken und mit vielen Clubs zu kooperieren. Die Rotary Foundation suche ganz explizit nach Großprojekten, um diese mit Global Grants zu fördern. „Ein 300.000-Euro-Projekt ist leichter zu begleiten und zu messen, als zehn 30.000-Euro-Projekte“, sagte er.

Die wichtigsten Personalien: Daniel Neuer vom RC Dreiländereck Oberlausitz wurde für den Stiftungsrat der Stiftung DER ROTARIER nominiert, derzeit Governor in D1880. Er wird sein Amt am 1. Januar 2027 antreten. Bei den Wahlen zum COL-Ausschuss setzte sich Klaus-Günther Strack (RC Aalen-Heidenheim) gegen seine Mitbewerber durch und hat nun die Aufgabe, die 20 deutschsprachigen COL- und COR-Beauftragten der Distrikte zu koordinieren. Verabschiedet wurde indes Wolfgang Bülow (RC Hamburg-Haake) als langjähriger Schatzmeister des DGR. Zum 1. Juli dieses Jahres wird ihm Fritz-Eckhard Sticher (RC Hameln) nachfolgen.


















