Rotary Aktuell
von Diana Schoberg |
| Lesezeit: 5 Minuten

Der Gamechanger

Wir stellen vor: Olayinka Hakeem Babalola – RI-Präsident 2026/27

In einer Sondersitzung des Zentralvorstands im August war Olayinka „Yinka“ Hakeem Babalola aus dem RC Trans Amadi in Nigeria zum neuen RI-Präsidenten gewählt worden, nachdem RI-Präsident elect SangKoo Yun seinen Rücktritt erklärt hatte und kurz danach seiner schweren Krebserkrankung erlag.

Babalola blickt er auf eine lange Geschichte bei Rotary zurück. Sie begann 1984 in Rotaract und wurde 1994 in Rotary fortgesetzt. Im Laufe der Jahre war er nicht nur Vizepräsident von RI und Mitglied des Zentralvorstands, sondern wirkte auch in RI-Ausschüssen mit, wie dem End Polio Now Countdown to History Campaign Committee und dem Nigeria Polio Plus Committee. Außerdem war er Trustee von ShelterBox. Er wurde mit dem Regional Service Award for a Polio-Free World, dem RI Service Above Self Award und dem Rotary Foundation Citation for Meritorious Service Award ausgezeichnet. Seine Frau Preba (RC Port Harcourt Passport) und er sind Mitglieder der Arch Klumph Society. 25 Jahre lang war er in der Öl- und Gasindustrie tätig und hatte Führungspositionen bei Shell inne. Er ist der Gründer von zwei Unternehmen: Riviera Technical Services Ltd., ein Zulieferer von Öl- und Gasinfrastruktur, und Lead and Change Consulting, eine Beratungsgruppe für Führungskräfte und organisatorische Leistung.

Ein TV-Interview gab den Anstoß zum Eintritt in Rotary.

In den Sommerferien nach Abschluss der Oberschule fiel Babalola beim Fernsehen ein gut gekleideter Mann auf. Er war ganz in Weiß gekleidet und „sein Englisch war sehr beeindruckend“, erinnert sich Babalola. Der Mann sprach über Rotary. „Das war das erste Mal, dass ich von Rotary hörte.“ – Schnellvorlauf zu Babalolas zweitem Studienjahr. Der PR-Direktor der Universität, ein Mitglied aus dem RC Bauchi, sprach ihn an und fragte, ob Babalola dabei helfen wolle, einen Rotaract-Universitätsclub zu gründen. Er erinnerte sich an den wortgewandten Mann in Weiß und fragte den Direktor, ob er ihn kenne. Wie sich herausstellte, war der Mann aus dem TV-Interview der Past-Governor, den der Direktor sehr wohl kannte. Das war für Babalola Grund genug, und er wurde Gründungspräsident des Rotaract Clubs.

Bei einem Rotaract-Treffen lernte er seine Frau kennen.

Nach dem Studium zog Babalola nach Port Harcourt und trat dem Rotaract Club Trans Amadi bei. Bei einem Event fiel ihm eine hübsche Frau auf, die Präsidentin eines Universitätsclubs war. Er zeigte sie einem Freund und sagte: „Das ist die Richtige.“ Er sollte recht behalten. Yinka und Preba sind jedoch nicht die Einzigen in ihrer Familie, die sich bei Rotary engagieren. Ihre älteste Tochter war Gründungspräsidentin des Interact Clubs an ihrer Sekundärschule. Sie studierte in Nordamerika und ist heute Mitglied im Rotary Club Winnipeg in der Provinz Manitoba. Eine weitere Tochter war Präsidentin des Rotaract Clubs ihrer Universität.

Sein Spitzname lautet „Gamechanger“.

Im Jahr 2011/12 war Babalola Governor seines Distrikts. Beim ersten Treffen mit den Assistant Governorn und Ausschussvorsitzenden bat er um einen „Gamechanger“ in ihren Vorschlägen. Sie sollten beschreiben, wie die Dinge bisher liefen und was sie in Zukunft anders machen wollen. „Man nennt mich den Gamechanger, aber die Ideen, die das Spiel änderten, stammten nicht von mir“, so Babalola.

Er hätte gern mehr Zeit zum Tauchen.

Babalola ist für Tauchgänge bis zu 30 Metern Tiefe zertifiziert und tauchte bereits im Mittelmeer, im Roten Meer und im Atlantik. Er verbringt gern Zeit in der Natur, unter anderem beim Schwimmen, bei der Gartenarbeit und beim Beobachten von Vögeln.

Er sammelte 80.000 Dollar mit einer Nachricht.

Technologie spielte eine nicht unerhebliche Rolle bei seinen Bemühungen um Veränderungen während seiner Zeit als Governor. Am ersten Tag des Monats der Rotary Foundation, dem 1. November, wurde er um 3 Uhr morgens wach und schickte über eine Messaging-App auf seinem Blackberry eine Gruppennachricht an alle Mitglieder der Plattform, in der er um eine Spende für die Foundation bat. Dann schlief er weiter. Ein paar Stunden später stand er auf und spendete selbst und postete darüber. Innerhalb weniger Stunden hatte die Gruppe 80.000 Dollar gesammelt. In diesem Jahr spendete jeder Club im Distrikt an die Foundation. Dabei kamen fast eine Million Dollar zusammen, der laut Babalola höchste Betrag, den ein Distrikt auf dem afrikanischen Kontinent jemals für die Rotary Foundation gesammelt hat.

Seine Botschaft für 2026/27 lautet: „Create Lasting Impact“ – Nachhaltige Wirkung erzeugen.

Die Vision von Rotary lautet bekanntlich: „Wir sehen eine Welt, in der Menschen gemeinsam beginnen, nachhaltige Veränderungen zu schaffen – in allen Ländern, in unserer Nachbarschaft und bei uns selbst.“ In diesem Rotary-Jahr, so Babalola, habe sich RI in seiner Botschaft „Unite for Good“ auf das Wort „gemeinsam“ konzentriert. 2026/27 werden sich die Mitglieder mit dem nächsten Teil der Vision befassen: dem Schaffen von nachhaltigen Veränderungen.

Für ihn liegt ein Schlüssel zum Wachstum von Rotary darin, sich der Wirkung auf das eigene Leben bewusst zu werden.

Zwar können und sollen die Mitglieder die Wirkung eines Projekts messen. Babalola möchte aber, dass diese Idee auch umgedreht betrachtet wird: „Welche Wirkung hat das für mich persönlich?“ Er sieht ganz deutlich, wie Rotary sein eigenes Leben verändert hat. „Ich hatte eine privilegierte Kindheit – eine gute Bildung an einem Ort, an dem sie vielen Menschen verwehrt war“, erklärt er. „Rotary hat mich geerdet. Es hat mich aus meiner privilegierten Welt herausgeholt und mir die Realität meiner Gemeinschaft bewusst gemacht.“

Rotary hat ihn zu einem Diplomaten gemacht.

Als Mitglied im Zentralvorstand von 2018 bis 2020 repräsentierte Babalola mehr als 80 Rotary-Länder und -Gebiete, darunter Länder in Afrika, im Nahen Osten und in Teilen Europas, und damit über ein Drittel der rotarischen Welt. Zu den von ihm vertretenen Zonen gehörten politisch sensible Gebiete wie Israel, der Libanon, die Ukraine und Afghanistan. „Dabei entwickelt man bestimmte Fähigkeiten“, sagt er.

Er wird der zweite Rotary-Präsident aus Afrika sein.

„Das bedeutet viel für die Menschen des Kontinents“, sagt er. Und er fügt hinzu, dass alle ihn unterstützen wollen, um zu zeigen, dass seine Präsidentschaft kein Zufall ist: „Ich bin es gewohnt, Ergebnisse zu liefern. Und wir müssen Ergebnisse liefern.“ Genau das habe er auf den Rotary-Instituten immer wieder betont: „Ich habe gesagt: Nicht immer nur reden, sondern handeln. Man darf keine Angst vor dem Scheitern haben, sondern nur davor, etwas nicht zu versuchen.“

Diana Schoberg

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