Standpunkt - Skandalöses Desinteresse?

Michael Bülhoff (RC Oberhausen)war langjähriger GSE Chair in D 1870 und ist Governor 2016/17. © Foto: privat

01.01.2017

Standpunkt

Skandalöses Desinteresse?

Michael Bülhoff

Falls Sie eine der drei folgenden Aussagen über die Zusammenarbeit mit Rotarys Nachwuchs bei Rotaract mit einem klaren „Ja“ beantworten können, brauchen Sie nicht weiterzulesen – die anderen sollten es tun.

M ein Club hat regelmäßige Meetings mit dem Rotaract Club aus der Nähe“ (1). „Ich war im letzten Jahr mehrfach bei dem ortsnächsten Rotaract Club (RAC) zu Gast“ (2). „Wir planen und führen Projekte schon immer zusammen mit Rotaractern durch“ (3).

Mit dem CoL 2016 und seinen Ergebnissen hat sich die Welt Rotarys deutlich bewegt. Wir lasen davon an dieser Stelle, allerdings ging es da mehr um die Präsenzen und Zugangsvoraussetzungen. Aber auch die Rotaracter haben mehr Rechte bekommen, nur: Sie waren in manchen Rotary Clubs überflüssig, in anderen hingegen längst überfällig. In meinen Ansprachen als Governor sage ich häufig: Keine andere Organisa­tion erlaubt es sich, so unsäglich schlecht mit dem Nachwuchs ­umzugehen. Und: Es ist absolut kein Wunder, dass 95 Prozent der Rotaracter später nicht als Mitglied eines Rotary Clubs auftauchen.

Ihre Feuerwerke der Leidenschaft …
Die 18- bis 32-Jährigen können nun Mitglied sowohl in einem Rotaract als auch in einem Rotary Club sein. Werden sie nach Ende ihrer Rotaract-Zeit nicht in einen Rotary Club als Mitglied aufgenommen, dürfen sie einen eigenen, neuen Club gründen. Bestehende Rotary Clubs sollten also schon mal genauer hinschauen, wo und welche Rotaracter mit Potenzial sich für ­unsere einmalige und großartige Organisation   gewinnen lassen.

Neulich war ich sehr überraschend zu Gast in einem orts­nahen RAC. Als dessen Präsident die Reihe der Projekte vor­stellte, die die 25 Mitglieder aus eigener Kraft stemmen, konnte ich mir nur verwundert die Augen reiben. Wie vielfältig und engagiert agieren unsere rotarischen Partner – und wir wissen es nicht oder viel zu wenig? Rotaracter brennen Feuerwerke des leidenschaftlichen Engagements ab, und wir sind nicht dabei – kann doch nicht sein, oder? Eine wunderbare Möglichkeit, sich auf dem Laufenden zu halten, sind die RAC-Distriktkonferenzen (DisKo). All ihr Rotar­act- und Interact-Beauftragte aus Clubs und Distrikten, habt ihr euch schon den entsprechenden Termin notiert? Und kennt ihr die Steigerung, die Deutschland-Konferenz (DeuKo) der Rotaracter? Sie findet statt vom 24. bis zum 26. März in Witten-­Wetter-Ruhrtal.
Etwas Vergleichbares  stellen die Rotarier aus Deutschland und Österreich nicht auf die Beine.

… täten auch unseren Clubs gut
Ich denke, wir sollten nicht vielleicht, sondern ganz bestimmt zur nächsten Dis­trikt­konferenz der Rotaracter gehen, damit wir etwas von dieser Leidenschaft für Doing Good In The World, dem aktuellen Sozialprojekt der Rotaracter, mit in unsere Clubs tragen. Damit etwas von dem, was diese jungen Menschen in unseren Reihen leis­ten, Unterstützung durch uns findet, denn oft wären die Pro­jekte der Rotaracter noch erfolgreicher, würden wir ihnen mit ­unserer Professionalität und gelegentlich auch mit unserer Finanzkraft behilflich sein. Vielleicht ergäben sich auf der Distriktkonferenz der Rotar­acter Synergien, die auch uns in einer Welt voller Problemlagen beim Doing Good In The World gut zu Gesicht stünden. Vielleicht ist der unverstellte Blick der Jugend auf diese Welt und seine Probleme hilfreicher als manche Diskussion in unseren Clubs? Vielleicht ergäben sich junge Freundschaften, von denen wir und sie profitieren?

So sind die neuen Medien bei den Rotaractern heute fester Bestandteil rotarischer Arbeit. Facebook, Twitter, Instagram und Co., für viele Rotarier/innen Fremdworte aus einer digitalen Welt, die uns eben nicht von Jugend an begleitet hat, aber mit der die heutigen Rotaracter aufgewachsen sind. Holen Sie Rotaracter mit ins rotarische Boot und lassen Sie sich helfen, diese Medien zu nutzen, unsere Vorhaben vielen Menschen bekannt zu machen, Unterstützer zu finden, eventuell sogar projektbezogen Gelder zu akquirieren, denn so lassen sich diese neuen Medien auch nutzen.

Viele Projekte der RACs sind auf Hands-on ausgerichtet, weil die finanziellen Mittel während des Studiums, der Ausbildung oder kurz danach fehlen. Ideenreichtum zeichnet viele erfolgreiche Projekte aus, zum Beispiel „Kauf eins mehr“ zur Unterstützung der örtlichen Tafeln. Vielleicht sollte ich …, nein, nicht vielleicht: Ich gehe ganz bestimmt zur Distriktkonferenz der Rotaracter, denn jetzt weiß ich wieder, warum. Die Rotaracter sind es wert, von ihnen und mit ihnen zu lernen, ihre Leidenschaft für die Sache Rotarys steht unserer in nichts nach.

Erschienen in Rotary Magazin 1/2017

Michael Bülhoff
 Michael Bülhoff (RC Oberhausen) war langjähriger GSE Chair in
D 1870 und ist Governor 2016/17. © Foto: privat

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