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Jugendaustausch

Nicht alle Distrikte machen mit

Jugendaustausch  - Nicht alle Distrikte machen mit
Internationalität und Zusammenhalt wird großgeschrieben während eines Austauschjahres. © Privat

Lindsay Griswold aus der RI-Zentrale erläutert, wie unterschiedlich die Voraussetzungen für die Teilnahme am Jugendaustausch sind.

Matthias Schütt01.09.2018

Völkerverständigung ist gelebte Wirklichkeit bei Rotary International – am deutlichsten sichtbar im internationalen Jugendaustausch, mit dem jedes Jahr 8000 bis 9000 junge Menschen eine neue Kultur kennenlernen.

Allerdings können sich nicht alle jungen Leute in Ländern mit Rotary Clubs für einen Austausch bewerben beziehungsweise in jedes Rotary-Land reisen: Von den 538 Distrikten von Rotary International nehmen 79 Distrikte nicht oder nur eingeschränkt am Jugendaustausch teil.

 

Freude über jede Anfrage 

Wie die Programmleiterin in Evanston, Lindsay Griswold, mitteilt, sind derzeit 459 Distrikte für den Jugendaustausch auf Gegenseitigkeit zertifiziert. Von den übrigen sind 43 nicht zugelassen. Sie wollen nicht an dem Programm teilnehmen, erläutert Griswold, etwa weil es an Unterstützung aus den Clubs fehlt, es Schwierigkeiten gibt, Visa für die Schüler zu bekommen oder auch Gastfamilien zu finden.

Gleichwohl ist RI sehr daran interessiert, auch diese Distrikte in den Jugendaustausch einzubeziehen. „Wir freuen uns über jede Anfrage“, so Griswold, „und helfen jedem Distrikt durch den Antragsprozess.“ Da die Aufnahme von Austauschschülern häufig das größere Hindernis darstellt, kann ein erster Schritt die Teilzertifizierung als „outbound only“ sein, also nur als Entsende-Distrikt. In dieser Kategorie werden derzeit elf Distrikte vor allem in Asien und Afrika geführt.

Weitere 25 Distrikte – ausschließlich solche, die mehrere Länder umfassen – haben eine sogenannte „custom certification“, eine Kombination aus vollem Austausch, „outbound only“ oder gar keine Teilnahme. Bei mehreren Ländern in einem Distrikt ist naheliegend, dass es unterschiedliche nationale Visaregeln gibt, die einer einheitlichen Austauschpolitik entgegenstehen. Das gilt etwa für den Distrikt 2430, in dem Rotary Clubs aus Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan sowie der Türkei verwaltet werden.

 

Wiederzulassung möglich 

Bleibt noch eine letzte Gruppe, um die sich die Mitarbeiter in Evanston kümmern müssen. Das sind „sehr wenige“ Distrikte, die RI von der Zertifizierung ausschließen muss. Sie können entweder die Vorgaben nicht erfüllen oder haben schlicht den Stichtag für ihren Antrag verpasst. Letzteres ist der Grund, warum einer der deutschen Nachbardistrikte auf der aktuellen RI-Sperrliste auftaucht. Wie eine Rückfrage ergab, sollen die Dokumente inzwischen in Evanston vorliegen. Wie auch immer: „Jeder Distrikt, der auf unserer roten Liste auftaucht, kann jederzeit seine Wiederzulassung beantragen“, betont die Programmchefin. Bei den Kriterien jedoch gibt es keine Kompromisse: „Der Schutz der Jugendlichen hat höchste Priorität.“

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.