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Flensburg

Chance für "Risikoschüler"

Flensburg - Chance für
Iilja Radanovic aus Hamburg-Altona und Christin Grygas aus Preetz nahmen an der Sommerakademie teil. „Besonders beliebt waren die Gesangs- und Tanzkurse“, sagt der 14-jährige Iilja

7 Prozent der Schüler in Hamburg und Schleswig-Holstein verlassen die Schule ohne Abschluss

Kai-Axel Aanderud15.09.2013

So viel Spaß hat mir Lernen noch nie gemacht“, sagt Christin Grygas. Die Achtklässlerin ist eine von 35 „Risikoschülern“ aus Hamburg und Schleswig-Holstein, die sich in der „Leuphana-Sommerakademie“ in der Internationalen Bildungsstätte Scheersberg bei Flensburg drei Wochen lang auf ihren Hauptschulabschluss und Berufseinstieg vorbereitet haben. Zum ersten Mal fand die „Sommerakademie“ im Norden Deutschlands statt, finanziert von 22 norddeutschen Rotary Clubs des Distrikts 1890 und der Agentur für Arbeit. Rund sieben Prozent der Schüler in Hamburg und Schleswig-Holstein verlassen die Schule ohne Abschluss. „Die Sommerakademie kommt dem Ziel eines Schulabschlusses aktiv entgegen. Sie ist wichtig, denn nur gut ausgebildete Kräfte werden auf dem Arbeitsmarkt von morgen bestehen können“, sagt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. 75 Prozent der bisherigen Teilnehmer haben nach Kompaktkurs und einjähriger Nachbetreuung am Heimatort den Hauptschulabschluss geschafft, 25 Prozent gelang die mittlere Reife. 2009 wurde das Projekt vom Bundespräsidenten als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet, allein in diesem Jahr finden bundesweit acht Kompaktkurse statt. Rund 4000 Euro pro Schüler kostet die „Sommerakademie“ einschließlich der individuellen Nachbetreuung. „Eine gute Investition“, sagt Sönke Fock, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hamburg, „denn ohne Berufsausbildung kommt die Unterstützung über Hartz IV den Staat und die Gesellschaft deutlich teurer zu stehen.“
Kai-Axel Aanderud

Kai-Axel Aanderud volontierte im 1. Jahrgang der „Journalistenschule Axel Springer“, war im Hauptstadtstudio von SAT.1 tätig und schrieb für „Welt am Sonntag“, „Bild“ und „Berliner Morgenpost". Nach einem Management-Trainee-Programm wechselte er ins Vorstandsbüro der Axel Springer AG. In der Bauer Media Group verantwortete er den Bereich Elektronische Medien. 1999 gründete Aanderud seine eigene Agentur für Kommunikation für Unternehmen und Institutionen in Deutschland und Skandinavien.