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Distrikt

Austausch mit jähem Ende

Distrikt   - Austausch mit jähem Ende
Abschiedsfoto am Frankfurter Flughafen nach abenteuerlicher Heimreise © Lene Kahabka

75 Prozent der Outbounds kamen zurück, aber nur 25 Prozent der Inbounds reisten ab – Jugenddienst in Zeiten von Covid-19.

Christian Kaiser01.07.2020

Die Covid-19-Krise stellte auch den Distrikt 1820 vor besondere Herausforderungen – für insgesamt 26 In- und 20 Outbounds musste einzeln geklärt werden, ob er oder sie im Gastland bleiben kann, darf und will. Zunächst aber galt es, mit Rotary International eine grundsätzliche Vorgehenswese abzustimmen. Man kam dann überein, dass das Programm nicht grundsätzlich abgebrochen werden solle, Priorität hätten die Wünsche der Eltern oder des entsendenden Distrikts. Die Eltern sollen für das Buchen/Umbuchen der Flüge verantwortlich sein, die Gastclubs beziehungsweise die Gasteltern für die Anreise zum Flughafen.

Die meisten blieben hier

Verbunden mit der globalen Reisewarnung hatte das Auswärtige Amt weltweite Rückholaktionen gestartet, allerdings war es gar nicht so einfach, diese Flüge auch zu erreichen, denn teilweise waren dafür mehrstündige Autofahrten nötig – trotz Fahrverboten und Ausgangssperren. Das Team des RJD war zeitweise rund um die Uhr beschäftigt, natürlich auch aufgrund der Zeitverschiebung. Mitte Mai befand sich dann Dreiviertel (von D 1820?) der Outbounds wieder in der Heimat, umgekehrt brach nur ein knappes Viertel der 26 im Distrikt befindlichen Inbounds den Aufenthalt ab – sechs Jugendliche reisten vorzeitig ab. Offiziell endet das Austauschprogramm im Juli, der RJD geht davon aus, dass dann wieder Flüge stattfinden.

Ein dicker Wermutstropfen war natürlich, dass die von allen Austauschschülern heiß ersehnte Europareise ausfallen musste. Auch die vom Distrikt 1820 organisierte Thüringen-Tour, die Berlin-Tour, das zweiwöchige Language- und Erlebniscamp und das Kulturwochenende fielen der Krise zum Opfer, des weiteren die Distrikt-Konferenz mit dem anschließenden Verabschiedungs-Wochenende.

So geht es weiter

In diesem Sommer wird kein Jahresaustausch beginnen, Start für die 33 feststehenden Kandidaten könnte aber dann Dezember sein – als Halbjahresaustausch. Alternativ wäre auch eine Verschiebung um ein Jahr denkbar. Auch der Kurzzeitaustausch STEP kann im Sommer 2020 nicht stattfinden, hier wird ebenfalls über eine Verschiebung um sechs oder zwölf Monate nachgedacht.

Die Veranstaltung für neue Bewerber*innen für 2021/22 wird auch erst später stattfinden. Der Vorstand des RJD ist zuversichtlich, dass der Jugenddienst trotz aller Hindernisse bald wieder normal läuft und damit ein Aushängeschild für rotarische Aktivitäten bleibt.

Kurt Wengenroth

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.