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Distrikt 1820

Der Jugenddienst - das schönste Amt bei Rotary …

Distrikt 1820 - Der Jugenddienst - das schönste Amt bei Rotary …
In- und Outbounds in diesem Jahr auf ihrer Thüringenreise in Erfurt © alle Fotos: Gerhard Thutewohl

Das Distriktteam für den Jugenddienst wurde von 4 auf 9 Rotarier erweitert und möchte nun weitere Clubs für eine Beteiligung am Austausch gewinnen.

Christian Kaiser25.04.2017

Gerhard Thutewohl (RC Bad Vilbel), seit 2011 Distriktbeauftragter für den Jugenddienst, kommt sich beim ersten Vorbereitungstreffen für den Schüleraustausch regelmäßig vor wie ein Aufseher in einem orientalischen Basar: Die Gastschüler aus dem Ausland, die „Inbounds“, versuchen in einem reihum organisierten Frage- und Antwortspiel die deutschen „Outbounds“ von den Vorzügen ihrer jeweiligen Heimatländer zu überzeugen. Sie sind dabei häufig so erfolgreich, dass die Austauschkandidaten noch in letzter Minute ihre Länderwahl ändern.

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Weitere Deutschland-Stationen der In- und Outbounds: Neben Erfurt (0ben) auch Schloss Sanssouci in Potsdam, ...

Die Outbounds wurden danach auch dieses Jahr an drei Wochenenden auf ihr Austauschjahr vorbereitet. Hierbei ging es unter anderem um die Vermittlung der für Minderjährige strengen Regeln. Daneben wurde das Verhalten in nicht vertrauten Situationen besprochen. Auch Rhetorik und Körpersprache standen auf dem Programm.

Die Inbounds verbringen üblicherweise gleich nach ihrer Ankunft zwei Wochen im Sprachcamp auf der Wasserkuppe. Hier lernen sie zudem die attraktiven Freizeitangebote der Rhön kennen. An einer bald danach stattfindenden Dreitagesreise durch Thüringen nehmen auch wieder die Outbounds teil und nutzen dabei erneut ihre Chance, sich gleich aus erster Hand über ihr künftiges Gastland zu informieren. Weiterer Höhepunkt für die Inbounds ist eine einwöchige Reise nach Berlin.

Europatour und Papstmesse

Absolutes Highlight dagegen war in diesem Jahr eine gemeinsam mit D 1860 durchgeführte dreiwöchige Europatour mit der Papstmesse am Ostersonntag auf dem Petersplatz als „Krönung“. Bedürftige Gastschüler wurden bei aus einem Rotary Fonds unterstützt, so dass alle teilnehmen konnten.

Die Inbounds danken diese intensive Betreuung, indem sie auf vielfältige Weise das Leben in ihren Gastclubs bereichern. Ein Beispiel hierfür ist das „Kochen der Austauschschüler“, ein schon traditionelles gesellschaftliches Ereignis, das einmal im Jahr die Mitglieder der beiden Marburger Klubs mit Partnern und engagierten Familien zusammen führt.

Zudem bildet der Auftritt der In- und Outbounds bei der Distriktkonferenz regelmäßig einen Höhepunkt des rotarischen Jahres. Diese bieten dabei mit den mitgeführten Nationalflaggen und den mit Abzeichen geschmückten Blazern nicht nur ein farbenprächtiges Bild sondern sorgen mit Tanzeinlagen und originellen Persiflagen auf deutsche Tugenden, wie  Pünktlichkeit und Obrigkeitshörigkeit stets für viel Heiterkeit und Applaus.

Dennoch rückläufig...

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... von Teambuiliding-Events quer durch alle Länder-Fraktionen ...

Insgesamt ist der Austausch rückläufig; waren es 2013/14 noch 43 Outbounds und 43 Inbounds – so sind für  2017/18 nur noch 29 Out- und 36 Inbounds gemeldet.

Die Inbound-Überzahl resultiert aus dem Engagement einiger Clubs, die einen Inbound für ein Jahr aufnehmen, ohne selbst einen jungen Menschen wegzuschicken.

Die Zahl der Gast- bzw. Entsendeländer ist dagegen auf 12 beziehungsweise 15 angewachsen. Ganz vorne rangiert schon länger Lateinamerika. Neben Japan, Australien und Südafrika steht aber auch Europa mit Italien und Finnland auf der Liste. Zu den zwölf Aufnahmeländern für deutsche Schüler kommen noch Zimbabwe, Namibia und Venezuela als weitere Entsendeländer hinzu.

In einem Gespräch mit dem Berichterstatter würdigte Gerhard Thutewohl das starke Engagement der Jugenddienstbeauftragten in den Clubs sowie der Gasteltern, die er auf den regelmäßigen Vorbereitungstreffen kennengelernt hat.

Gleichzeitig bedauerte er, dass sich weniger als die Hälfte der Clubs in unserem Distrikt am Schüleraustausch beteiligt. Das Distrikt-Team, das  inzwischen von vier auf neun Rotarier erweitert wurde, sieht sich auch für eine größere Zahl an Austauschschülern gerüstet.

Motivierend sind für die Jugenddienstler immer wieder die Jahresberichte der Outbounds zum Thema „Wenn ich an mein Austauschjahr denke …“ – zeigen diese doch in sehr eindringlicher Weise, wie sich junge Menschen der Herausforderung des Schüleraustauschs stellen und daran wachsen, beispielsweise mit dem Resümee  “Ich habe mich in diesem Jahr neu entdeckt und bin erwachsen geworden”  

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.. bis hin zum Abschlussfoto - und den Abschiedstränen, denn die Teilnehmer waren sehr zusammengewachsen.

www.rotary-jugenddienst.de  

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.