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Straßburg/Europapark Rust

Distrikt 1930

Straßburg/Europapark Rust - Distrikt 1930
Die Teilnehmer des RYLA-Seminars 2019 im Europaparlament, Straßburg © Gerold Hellwig, RC Pfullendorf-Meßkirch (alle Fotos)

Anfang April 2019 veranstaltete der Distrikt 1930 ein RYLA-Seminar zur Frage: „Wie gestalten wir Europa?“ in Straßburg und im Europapark Rust - mit 47 Teilnehmern zwischen 16 und 25 Jahren.

Peter Leinberger24.04.2019

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Die Statuen für die Sieger in Projektwettbewerb des RYLA 2019 standen bereit.

Nach dem Check-In am Donnerstagnachmittag im EtC Hotel im Zentrum von Straßburg starteten die RYLA-Organisatoren Christian Falkenstein (RC-Bad Waldsee-Aulendorf), Barbara Vollert (RC Schopfheim-Wiesental), Susanne Hackenbracht und Gerold Hellwig (beide RC Pfullendorf-Meßkirch) das Programm mit Vorträgen von Distrikt-Governor Ullrich Flechsenhar zu „Was ist Rotary?“ und Dr. Otmar Philipp (Informationsbüro des Europäischen Parlaments a.D.) zur Geschichte und Arbeitsweise des Europäischen Parlaments. An das gemeinsame Abendessen mit Impulsvortrag von Prof. Dr.  Frey (Hochschule für öffentliche Verwaltung, Kehl) schloss sich ein geführter Rundgang durch die Straßburger Altstadt an.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der europäischen Institutionen.  Es wurden das Europäische Parlament und der Europarat besichtigt, viele Fragen zu den beiden Institutionen und deren Unterschieden gestellt und darüber diskutiert. Ein Impulsvortrag zur Personalpolitik der EU und Karrieremöglichkeiten für junge Menschen rundete die Vorträge in Straßburg am Nachmittag ab.  Das Abendprogramm begann nach Fahrt und Bezug der Blockhäuser im Europapark mit einem gemeinsamen Abendessen. Daran schloss sich ein Impulsvortrag im „Refektorium“ des Europaparks von Prof. Dr. Stephane Koch aus Frankreich an.  Prof. Koch referierte eindrücklich, im Angesicht von Brexit, Europawahlen und der Unzufriedenheit mancher EU-Bürger, über die Dringlichkeit, die EU mit neuen Ideen auf einen guten Weg in die Zukunft zu bringen. 

Danach diskutierten Dr. Andreas Schwab (EU-Abgeordneter, Deutschland), Isabelle Negrier (Deutschlandreferentin von En Marche, Frankreich), Karolina Belina (Geschichtsstudentin, Polen) und Ina Ruppert (Europazentrum Baden-Württemberg) über die vorher von Prof. Koch gestellte Frage: „Was ist los in und mit Europa?“ Die von Stefan Kühlein (Programmchef von Regio-TV) moderierte und durch einen Teilnehmer simultan ins Deutsche übersetzte Diskussion wurde nach ihrem Ende noch spontan in kleinen Gruppen fortgeführt.

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Eröffnung der Podiumsdiskussion im "Refektorium" des Europaparks Rust durch Christian Falkenstein

Der Samstagvormittag stand unter dem Thema „Europa Himmelwärts“. Die jungen Menschen mussten während und nach ihrem Besuch des am Morgen wieder eröffneten Europaparks Fragen zu ausgelosten europäischen Ländern diskutieren, reflektieren und dann mit Hilfe der bereitgestellten künstlerischen Mittel zum Ausdruck bringen.

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Blick in das Skulptur-Netzwerk der Künstlerin Susanne Hackenbracht zu Europa

Rund 200 gestalteten „Karton-Wolken“ wurden am Sonntagmorgen  von der Bildhauerin Susanne Hackenbracht, die das Projekt entwickelt hat, mit vielen Schnüren zu einer begehbaren Skulptur (Netzwerk) neu zusammengefügt. Das Betreten der begehbaren Skulptur eröffnete nochmals neue und bisher nicht geahnte Sichtweisen auf das gemeinsame Europa.

Am Nachmittag wurden Vorträge zu den Themen „Europa-Leitbild der Landesregierung Baden Württemberg“, Referent Willi Stächele, Vorsitzender des Europaausschusses im Baden Württembergischen Landtag, „Kreislaufwirtschaft-Europa lebt Visionen“von Hugo-Maria Schally, EU-Kommission, „Wann gibt es wieder Zinsen?“ von Dirk Freytag, Bundesbankdirektor i.R. und „Was ist Rotaract?“ von Lino Kagel-Schüber, Rotaract Club Freiburg gehalten.

Am Sonntagvormittag trugen die einzelnen Gruppen noch ihre Motive zur Gestaltung der begehbaren Skulptur vor.  Danach wurde das Thema: „Was wollen wir in Europa gestalten?“ in sieben Gruppen bearbeitet, präsentiert und von den jeweils anderen Gruppen bewertet. Der Art und Weise der Recherche waren während 1,5 Stunden keine Grenzen gesetzt. Es war begeisternd zu sehen, wie kreativ und zielstrebig die Gruppen sich mit dem Thema auseinandersetzten.

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Das gutgelaunte Siegerteam nach der Preisverleihung

Nach der Gruppenarbeit hielt Hugo-Maria Schally den Abschlussvortrag mit dem Titel: „Die Zukunft Europas-gibt es eine Alternative?“ Das Siegerteam erhielt anschließend den zum ersten Mal von Susanne Hackenbracht künstlerisch gestalteten RYLA-Award verliehen.  Nach der Verabschiedung durch Christian Falkenstein und Pastgovernor Wilfried Gehart, traten die jungen Menschen mit einem Lunchpaket ausgestattet die Heimreise an.

Das RYLA-Organisationsteam möchte sich beim Distrikt 1930, allen Referenten, dem Land Baden Württemberg, dem Europarat, dem Europäischen Parlament, der Stadt Straßburg, dem Europa-Park und allen rotarischen Freunden, die das Seminar mit Ideen, Geld, Vorträgen und Unterkunft unterstützten, bedanken. Besonderer Dank gilt den jungen Menschen, die zusammen mit den Rotariern diese vier Tage verbrachten und aktiv mitgestalteten.  Dabei wurde auch viel über das Organisieren eines solchen Events und den Einsatz von sozialen Medien gelernt. Allen Teilnehmern viel Glück in Ausbildung, Beruf und in der Politik! Vielleicht wird eine/r der Teilnehmer zukünftig als Politiker/in in Europa aktiv sein. Deshalb die Bitte der Organisatoren an die Jugendlichen: "Engagiert euch weiter so und bitte geht vom 23. bis 26. Mai 2019 zu den Europawahlen."

Das nächste RYLA-Seminar des Distrikts 1930 wird zum Thema „Afrika“ im Mai 2020 in Konstanz stattfinden. 

Gerold Hellwig (RC Pfullendorf-Meßkirch)

und das RYLA-Orgateam District 1930
Christian Falkenstein (RC Bad Waldsee-Aulendorf),
Barbara Vollert (RC Schopfheim-Wiesental),
Susanne Hackenbracht (RC Pfullendorf-Meßkirch)


Lesen Sie hier Interviews mit den Eindrücken einiger Teilnehmer.

Name:             Fritz Lukas Pötter
Alter:              25
Wohnort:    Dresden

Was machst Du gerade?

Ich studiere Maschinenbau und werde in Kürze mit meiner Diplomarbeit beginnen.

Wie bist Du auf RYLA aufmerksam geworden?

Über Umwege und Freunde, die mich auf das Angebot auf einem Portal für berufliche Orientierungsangebote hingewiesen haben.

Was war Deine erste Motivation zur Teilnahme und mit welchen Erwartungen bist Du gekommen?

Ich wollte die politischen Institutionen der EU und deren Politik kennen und besser verstehen lernen - eben erfahren: „Wie wird EU-Politik gemacht.“

Was hat Dir besonders gut gefallen?

Die Gruppenarbeit und die Möglichkeit zum Austausch, die Meinungsvielfalt und das Bewusstmachen einer gemeinsamen Vision für Europa. Ich bin inzwischen ein Fan des RYLA-Formats.

Was kann noch verbessert werden?

Ich hätte gerne noch mehr Zeit am europäischen Parlament verbracht und von der Stadt Strassburg noch mehr gesehen.

Was wird Dir das RYLA-Seminar bringen? Was nimmst Du von hier mit?

Die, auf dem Seminar entstandene Vernetzung mit jungen Europäern und den Referenten.

Mit welchem Emoji würdest Du das RYLA bewerten?

2019, emoji, glühbirne, gedanke, einfall

Name:            Jana Maria Bardack
Alter:              20
Wohnort:     Villingen-Schwenningen

Was machst Du gerade?

Ich studiere International Business als duales Studium.

Wie bist Du auf RYLA aufmerksam geworden?

Mein Arbeitgeber hat mich über RYLA informiert und unterstützt meine Teilnahme.

Was war Deine erste Motivation zur Teilnahme und mit welchen Erwartungen bist Du gekommen?

Es war eine Impulsentscheidung. Vorher hatte ich eher wenig Interesse an so etwas, aber das Line-Up der Referenten und die geplanten Vorträge, zum Beispiel zur Frage, wann es wieder Zinsen geben wird, haben mir die Entscheidung leicht gemacht.

Was hat Dir besonders gut gefallen?

Die abwechslungsreiche Kombination aus Information (EU-Parlament), Vorträgen und viel frei verfügbarer Zeit zum diskutieren und reflektieren 

Was könnte noch verbessert werden?

Die Organisation sollte mehr Wert auf das Einhalten des Zeitplans legen, nicht zu viele Transfers einplanen und noch mehr die sozialen Medien zur Organisation vor Ort nutzen.

Was wird Dir das RYLA-Seminar bringen? Was nimmst Du von hier mit?

Erweiterung des Wissenshorizontes, Freundschaft und ganz wichtig: die Verknüpfung von Wissen und Erleben. 

Mit welchen Emoji würdest Du das RYLA bewerten? 

2019, emoji, Daumen hoch, alles gut, klasse
Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.