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Nepal

In Nepals Bergen geht das Licht an!

Nepal - In Nepals Bergen geht das Licht an!
Es wurde Licht – Isabelle Buschulte mit Projektleiter Karma Sherpa © Isabelle Buschulte

Der Rotary Club Rüsselsheim-Mainspitze setzt ein abgelegenes Dorf mit Hilfe eines Global Grants
unter Strom

Christian Kaiser01.06.2018

Chepel, ein kleines nepalesisches Dorf unterhalb des Mount Everest, war bis Anfang November 2017 noch ohne Stromversorgung. Konkret bedeutete dies unter anderem, dass offenes Feuer die einzige Lichtquelle war und Brotgetreide von Hand mit Steinmühlen gemahlen werden musste. Der abgelegene Ort ist nur über Fußmärsche zu erreichen.

Touristen verirren sich nicht hierher – abgesehen von einer für Chepel ganz entscheidenden Ausnahme: Isabelle Buschulte, begeisterte Bergsteigerin, entdeckte das Dorf 2012 auf einem ihrer Streifzüge. Angesichts der schwierigen Lebensbedingungen der Dörfler beschloss sie spontan, sich für diese Menschen zu engagieren. Ihr ein paar Monate später beim RC Rüsselsheim-Mainspitze gehaltener Vortrag wirkte derart aufrüttelnd, dass die Rotarier bereits kurz danach eine Hilfsinitiative starteten. Isabelle Buschulte, damals noch nicht Mitglied des Clubs, trieb – bald als Rotarierin – das Projekt voran. Nachdem mit Wasser, Hygiene und Elementarbildung entscheidende Foundation-Schwerpunkte abgedeckt werden, waren die Voraussetzungen für ein Global Grant gegeben.   

"Ein erhebender Moment"
Der RC Rüsselsheim-Mainspitze übernahm rund 13.000 Dollar des Gesamtvolumens von 100.000 Dollar. Außerdem beteiligt waren der englische Partnerclub Rugby, der Distrikt 1820, die Rotary Foundation, der Hostclub RC Patan sowie die nepalesische Regierung. Nach Vorliegen der Bewilligungen ging es an die Umsetzung – angesichts der isolierten Lage des Dorfes eine riesige logistische Herausforderung. So musste das gesamte Baumaterial von 60 Trägern befördert werden. Buschulte, inzwischen Präsidentin des RC Rüsselsheim – Mainspitze, besuchte Anfang November 2017 Chepel, um sich vom Fortschritt der Arbeiten zu überzeugen. 

Ihre Erwartung war groß, als Projektleiter Karma Sherpa eine Überraschung ankündigte. „Etliche Einwohner von Chepel, das Bauteam und vier Ingenieure standen mit mir im Kraftwerksgebäude. Auf einmal waren Fließgeräusche zu vernehmen. Die Ingenieure drehten immer wieder an den Armaturen, alle schauten gebannt auf die Kontrollinstrumente an der Wand. Und auf einmal leuchtete die allererste Glühbirne in Chepel. Das war wirklich ein erhebender Moment!“, so berichtet Isabelle Buschulte begeistert. In jedem der 114 Häuser erstrahlt nun LED-Licht. Außerdem gibt es jetzt elektrische Getreidemühlen, einen Kühlschrank und Computerequipment für die Schule. Schließlich ist die jetzt mögliche Verlängerung des Tages in ihrer Wirkung auf das Leben der Menschen nicht hoch genug einzuschätzen.

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.