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RC Wedel

Innovation für die sichere Heimkehr

RC Wedel - Innovation für die sichere Heimkehr
Rotarier Prof. Dr. Dirk Harms (von links) und Prof. Dr. Ulrich Hoffmann überreichten den Scheck an die Preisträgerinnen Nina Wolter und Lara Ludwig © RC Wedel

Mit der Verleihung des Innovationspreises hat der RC Wedel bereits zum fünften Mal Forschung und Innovationen junger Menschen gewürdigt. Nina Wolter und Lara Ludwig, Absolventinnen des Masterstudiengangs E-Commerce an der Fachhochschule Wedel, erhielten ihn dieses Jahr für ihre gemeinsame Arbeit "Watchdog, der virtuelle Begleiter".

Can Özren16.10.2016

Der RC Wedel vergibt den Innovationspreis seit 2012 jährlich an Studenten der Fachhochschule Wedel. Mit diesem Preis würdigen die Rotarier Projekte oder Arbeiten, die eine Innovation für Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen haben. "Wir wünschen uns, dass die potenziellen Arbeitgeber die Förderung der Bildung aufnehmen und diesen Preis zukünftig unterstützen. Denkbar ist die Einrichtung eines Innovationsfonds", sagte RC-Präsident Günter Gerland.

In diesem Jahr haben Nina Wolter und Lara Ludwig den mit 2.500 Euro dotierten Preis erhalten. Lara Ludwig hatte in ihrer Arbeit die Erhebung von Standortdaten und deren Übermittlung an Dritte untersucht, Nina Wolter war für die Einbindung eines Bluetooth-Buttons zuständig. Die Handy-App ermöglicht es Menschen, sich auf dem Heimweg von einer Vertrauensperson virtuell begleiten zu lassen. Möglich gemacht durch die Arbeit "Watchdog, der virtuelle Begleiter - Konzeption und Implementierung einer Android App zur Mitteilung des Aufenthaltsortes".

Aktuelle Ereignisse als Auslöser

Die Idee dazu hatten die beiden Studentinnen bereits im Februar dieses Jahres, zum einen getrieben von den Ereignissen der Silvesternacht in Köln, bei der es zahlreiche Übergriffe auf Frauen gegeben hatte, zum anderen, weil sie selbst häufig gemeinsam ausgehen und gern über das sichere Heimkehren der anderen Bescheid wissen. Ein Kapitel ihrer Arbeit widmet sich der Recherche über bereits bestehende Programme und Apps dieser Art. Das Fazit: "Es gibt einige Apps, die das Live-Tracking ermöglichen, aber keine, die tatsächlich die Option der Benachrichtigung im Falle eines Notfalls anbietet", betonte Lara Ludwig.

Wolter fügte hinzu: "Auch gibt es bisher keine Möglichkeit, eine derartige App per Bluetooth-Button zu steuern." Die Aktivierung bereits am Markt platzierter Apps könne nur durch das Handy selbst erfolgen. Doch wer nachts verunsichert mit dem Handy hantiert, strahlt alles andere als Selbstbewusstsein aus. Der Bluetooth-Button ist mit dem Handy gekoppelt und lässt sich einfach von der Jackentasche aus bedienen. Ein verunsicherter Blick auf das Handy ist dadurch nicht mehr notwendig - und das Selbstbewusstsein gesteigert.

Sichere Daten, schnelle Löschung

Im Hinblick auf den grassierenden Datendiebstahl haben sich Wolter und Ludwig auch mit der Fragestellung befasst, wie sich die Daten am sichersten verarbeiten lassen. "Die Daten sind nur für den Zeitpunkt relevant und auch nur von der Person einsehbar, die als Vertrauensperson freigeschalten ist, das heißt sobald die App deaktiviert ist, werden die Daten unverzüglich gelöscht", so Ludwig.

Das Geld möchten die Absolventinnen für die Gründung ihres gemeinsamen Unternehmens verwenden. Unter anderem wollen sie davon einen Server finanzieren, um die übermittelten Daten zeitpunktbezogen zu speichern. Derzeit bewerben sich Ludwig und Wolter für ein Gründerstipendium. Nicht nur, um weitere finanzielle Unterstützung zu erhalten, sondern vielmehr, um in organisatorischen Fragestellungen begleitet zu werden. "Wir haben uns bisher nur mit der technischen Aufbereitung befasst. Das Gründerstipendium soll uns in erster Linie bei der Erstellung eines Businessplans unterstützen", sagt Nina Wolter. Zur Erinnerung an diese Auszeichnung erhalten die beiden Studentinnen eine Trophäe. Diese soll im gemeinsamen Büro einen besonderen Platz finden. Und selbst wenn es das Projekt Watchdog nicht auf den Markt schafft, so sind sich die beiden sicher, dass sie an einem anderen Projekt gemeinsam weiter arbeiten werden.

Andrea Koehn