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Friedrichshafen/Lindau

Pappeln am Bodensee, Feigenbäume in Syrien

Friedrichshafen/Lindau - Pappeln am Bodensee, Feigenbäume in Syrien
Schülerinnen und Schüler der Stephan-Brodmann-Schule pflanzen Schwarzpappeln in Immenstadt © Christian Flemming

Sowohl am bayerischen und baden-württembergischen Bodenseeufer als auch in Syrien pflanzte der RC Friedrichshafen-Lindau über 160 Bäume

Peter Leinberger01.02.2019

Kaum war der Aufruf von Ian Risely im Club vorgestellt worden, begannen intensive Diskussionen: Besser möglichst viele Bäume am „anderen Ende der Welt“ pflanzen, oder lieber lokal tätig werden, auch wenn die Kosten pro Baum deutlich höher ausfallen? Soll es nur um CO2-Wirkung gehen, oder spielen nicht vielmehr Arterhaltung, Habitatfunktion, landschaftsbildliche Wirkung, Stadtraumgestaltung oder andere Aspekte ebenfalls eine wichtige Rolle? Die Antwort besteht in einem Kombi-Projekt, das verschiedene Aspekte vereint, und mit Hilfe eines Distrikt-Grants, großzügigen Spenden der Mitglieder sowie Expertise aus dem Club und der BN Ortsgruppe deshalb erst im Spätherbst 2018 umgesetzt werden konnte.

Hands-On vor Ort
An vier Standorten in Lindau, Wasserburg, Nonnenhorn und Immenstaad wurden 23 Schwarzpappeln gepflanzt. Die autochthone Schwarzpappel ist ein selten gewordener Baum: vielerorts wurde er durch Hybridpappeln verdrängt, die zwar schneller wachsen, aber weniger standhaft am manchmal stürmischen Seeufer bestehen. Durch Bastardisierung sind auch ursprünglich genetisch reine Schwarzpappeln hybridisiert worden. Die neuen Pflanzungen ersetzen an vielen Fällen daher „Sturmopfer“.

International im bestehenden Hilfsprojekt
Im Rahmen eines bestehenden Kontaktclubprojekts (gemeinsam mit den Kontaktclubs Asti, Avignon und Interlaken) zur medizinischen Versorgung in Syrien wurden 140 Feigenbäume gepflanzt. Sie spenden Schatten und befestigen den Boden, werden aber vorwiegend agrarisch genutzt. Gerade in den aktuell politisch schwierigen Zeiten in Syrien kommt der Selbstversorgung ein hoher Stellenwert zu.

Schulprojekte
Unterstützt wurden die Pflanzungen vor Ort von zahlreichen Schülern, die auch Patenschaften für die Bäume übernahmen. Zusammen mit den regionalen Zeitungen werden in mehreren Workshops in den kommenden Wochen Zeitungsseiten zum Thema erarbeitet sowie Materialien für den Schulunterricht aufbereitet. Den Abschluss der Pflanzungen bilden schließlich vier neue Bäume für den Schulhof des Karl-Maybach-Gymnasiums in Friedrichshafen.

Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.