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Göttingen-Hann. Münden

Präsidentschaft im Doppel

Göttingen-Hann. Münden - Präsidentschaft im Doppel
Andreas Gruber (links) und Olaf Feuerstein, die beiden Co-Präsidenten © RC Göttingen-Hann Münden

Bundesweit sind sie nicht die ersten, die zu zweit einen Club leiten. Im Distrikt 1800 aber ist die Doppelspitze des Rotary Clubs Göttingen-Hann. Münden etwas Besonderes.

Gabriele Arndt-Sandrock01.04.2021

Ein Club mit zwei Präsidenten: Das ist bei Rotary immer noch die große Ausnahme. So war es beim PETS 2020 auch erst einmal recht still im Saal, als Olaf Feuerstein und Andreas Gruber ihr Vorhaben ankündigten. Governor elect Dietmar Bräuer sagte seinerzeit, für ihn gelte weiter der Grundsatz "Ein Club, ein Präsident", andererseits: "Wir können nicht nur von Change reden. Wenn wir uns verändern wollen, müssen wir auch neue Dinge ausprobieren."

Von der Not zur Tugend

Was aus einer gewissen Not geboren war, nämlich keine einzelne Person für dieses Amt zu finden, hat sich im südniedersächsischen Club als gute und erfolgreiche Lösung erwiesen.

"Eigentlich hatte ich mir immer vorgestellt, als Ruheständler Präsident zu werden", sagt Gruber. "Das geht vielen Rotariern so", ergänzt Feuerstein, "allerdings sind dann auch wichtige berufliche Kontakte weg. Ich finde unsere Lösung richtig gut."

Das Programm ihres gemeinsamen Jahres unter dem Motto "Nachhaltig - Sozial - Regional - Freundschaft" hatten die beiden bereits ein halbes Jahr vor der Amtsübernahme erarbeitet. "Alle Clubmitglieder wussten bereits am 1. Juli 2020 genau, welche Aktivitäten es im kommenden Jahr geben würde", so Andreas Gruber. "Das gab sowohl uns beiden als auch den Freundinnen und Freunden Sicherheit."

Mit „Geling-Garantie“

Gruber und Feuerstein nennen drei Grundpfeiler für das Gelingen ihres Experiments: die absolute gegenseitige Verlässlichkeit, das uneingeschränkte Vertrauen ineinander und natürlich ein großer Spaß an dem Amt. 

Dieser "Spirit" der beiden Präsidenten hat sich auf den gesamten Club ausgewirkt: "Plötzlich sind alle begeistert von den dynamischen Prozessen, den neuen Ideen. Es gab kein Problem mehr in einer Doppelspitze, Sekretäre zu finden," sagen beide übereinstimmend. "Die Angst, dass es zu Informationsverlust oder Kompetenzschwierigkeiten kommen könnte, ist absolut unbegründet – ganz im Gegenteil: Zwei Personen können sich hervorragend ergänzen und die Tätigkeit in einer viel größeren Tiefe wahrnehmen."

Die Folgen dieser überzeugenden Co-Präsidentschaft sind in Göttingen-Hann. Münden schon jetzt sichtbar: Auch für die Amtsjahre 2021/22 und 2022/23 haben sich jeweils zwei Doppelspitzen gefunden.