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Freiburg

Vernissage "Keep together"

Freiburg - Vernissage
© RC Freiburg

Der RC Freiburg organisierte eine Ausstellung für die Bilder von 20 Kindern und Jugendlichen einer Flüchtlingsunterkunft.

Peter Leinberger01.06.2019

Vom 23. März 2019 bis zum 31.Mai 2019 haben Kinder und Jugendliche aus der Flüchtlingsunterkunft Bissierstrasse in Freiburg i.Br. ihre eigenen Bilder ausgestellt. Die Vernissage fand  im Stadtteiltreff Betzenhausen-Bischofslinde, Haus Albert, Sundgauallee 9 in Freiburg statt, wo die Bilder während der Dauer der Ausstellung zu sehen waren.

Engagiert seit vier Jahren
Initiiert und finanziert wurde die Ausstellung vom Rotary Club Freiburg. Er hatte zuvor bis Sommer 2018 mit finanzieller Unterstützung des Distrikts vier Jahre lang Sprachkurse für Flüchtlinge finanziert, die sonst nicht in den Genuss eines öffentlich geförderten Unterrichts gekommen wären. Der Unterricht erfolgte im Zusammenwirken mit der Volkshochschule Freiburg (VHS) und dem Deutschen Roten Kreuz als Kooperationspartner durch eine Fachlehrerin der VHS. Zusätzlich wurden die Flüchtlinge von Mitgliedern des Clubs individuell begleitet. Der Unterricht wurde mit ihnen vor- und nachbereitet und die Flüchtlinge - wo möglich - in Arbeit vermittelt.

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Eine kleine Künstlerin ganz stolz mit ihrem Werk: Jedes Kind bekam hier viel Aufmerksamkeit. © RC Freiburg

Nach dem Auslaufen dieses für den RC Freiburg bislang bedeutendsten Hands-on-Projekts sollte das Augenmerk nun geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Freiburger Flüchtlingsunterkunft an der Bissierstraße gelten, das mit 400 Plätzen das größte Freiburger Wohnheim ist. Die Mehrheit seiner Bewohner, Einzelpersonen wie Familien, befindet sich im Asylverfahren. Sie suchen Schutz vor politischer oder religiöser Verfolgung oder anderen tiefgreifenden Gefahren in ihrer Heimat.

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Jasin, 6 Jahre, malte seinen liebsten Teddy. © RC Freiburg

Es versteht sich, dass das Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen auf so beengtem Raum wie einem Wohnheim alle Beteiligten immer wieder vor große Herausforderungen stellt – und es sind immer wieder die Kinder, die am meisten unter diesen Verhältnissen leiden. Ihre Vergangenheit ist eine andere als diejenige, auf die unsere Generation hier bei uns zurück blicken kann. Ihre Vergangenheit ist gekennzeichnet von Unruhen, von schrecklichen Erlebnissen in der Heimat wie auf dem Weg hierher, sei es zu Fuß, mit dem Wagen oder mit dem Boot. Hinter ihnen liegt wahrlich keine Urlaubsreise und sie müssen sich nun in der kaum kindgerechten Umgebung einer Unterkunft in einer neuen Welt zurecht finden.

Hier wollten der Rotary Club ein wenig helfen und die Kinder und Jugendlichen, die im Rahmen des Projekts „Keep together“ mit großer Begeisterung an einem Malkurs mit Kunsttherapeutinnen teilnehmen, wenigstens für einen Tag aus ihrem Alltag im Wohnheim herausholen. Die jugendlichen Mal-Talente sollten öffentliche Anerkennung für ihre Werke bekommen, die sonst nicht öffentlich zu sehen gewesen wären.

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"Ich kann auch gut malen." - Jedes Kind zeigte in der Ausstellung sein kleines Kunstwerk. - "Und Spaß gemacht hat es auch." © RC Freiburg


Ein Weg aus dem Alltag

Partner des Projekts waren erneut der DRK-Kreisverband Freiburg, der für die soziale Betreuung in der Unterkunft verantwortlich ist, die Stadt Freiburg als deren Trägerin und der Stadtteiltreff, der sein“offenes Wohnzimmer“ für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hatte. Nicht zuletzt wirkte auch der Rotaract Club Freiburg an der Veranstaltung mit. Seine Mitglieder gestalteten den spielerischen Teil der Ausstellungseröffnung, bei der 20 junge Künstlerinnen und Künstler ihre Bilder ausstellten.

Ausdruck großer Lebenslust
Neben jungen Künstlerinnen und Künstlernn mit ihren Eltern, Rotariern mit Angehörigen und Rotaractern konnten auch viele Interessierte zur Vernissage begrüßt werden. Sie zeigten sich von den Werken, die nicht nur Erlebtes verarbeiteten, sondern auch viel Lebenslust und Fröhlichkeit ausstrahlten, sehr beeindruckt. Auch der SWR hatte ein Fernsehteam geschickt und in der Landesschau Baden-Württemberg über die Vernissage berichtet..

Nach dem offiziellen Teil der Ausstellungseröffnung feierten alle an dem Projekt Beteiligten noch mit einem Buffet mitgebrachter Speisen und die Rotaracter veranstalteten Spiele mit den Kindern. Den krönenden Abschluss bildete schließlich eine Märchenerzählerin mit packenden Geschichten und ließ so diesen Tag für alle zu einem ganz besonderen werden.

Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.