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Rotary und Social Media

Distrikt 1900 entdeckt Facebook

Rotary und Social Media - Distrikt 1900 entdeckt Facebook
Facebook-Beiträge funktionieren über den Humor und das Augenzwinkern. So war dieses Foto überschrieben mit dem Text: "Governor Ulrich Schürmann spricht seiner Favoritenente vor dem Start beim Kamener Entenrennen am 21.9.2013 noch einmal Mut zu. Überliefert ist leider nicht, ob das finale Coaching auch geholfen hat." © www.facebook.com/RotaryDistrikt1900

Thomas Meier-Vehring08.10.2013

Die ersten „Gehversuche“ in den Social Media liegen für den Distrikt 1900 schon einige Zeit zurück; die Fanpage wurde 2012 eingerichtet, aber lange Zeit wenig frequentiert. Mit dem Start des neuen Governorjahres 2013-14 kam die Wende.

Mit den privaten Profilen hatten wir schon viel mehr Erfahrung in dieser virtuellen Welt mit so vielen Freunden gesammelt, aber für Rotary schien dort nur wenig Platz zu sein – dachten wir.  Was wollen wird da? Dass Rotary International und Rotary Deutschland seit 2010 mehr oder weniger regelmäßig „gepostet“ haben, hatten wir registriert. Aber weil das für uns ohne nachhaltige Wirkung einfach so geschah, waren die Posts schnell abgehakt. Mit dem Start des neuen Governorjahres 2013-14 kamen wir mehr durch Zufall auf den Gedanken, die Tour des Governors durch den Distrikt fotografisch im Facebook zu präsentieren. Die sogenannte Fanpage gab es ja schon, allerdings war die Resonanz mit 28 „Likern“ überschaubar.

Das änderte sich schlagartig am 12. Juli 2013 mit den ersten Posts von Fotos der Governorbesuche in den Clubs. Mit einem Male erhielt die Fanpage eine lokale Bedeutung und ein „Gesicht“ - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier präsentierte sich der Governor, den man sonst als „einfacher Rotarier“ nur maximal drei Mal bei den beiden Distriktveranstaltungen und beim Clubbesuch sehen konnte, beinahe täglich auf dem Bildschirm im Büro oder in der eigenen Wohnung. Zwei gezielte Einladungsrunden an schon bekannte „Facebook-Rotarier-Freunde“ via EMail reichten aus, die Zahl der Fanpage-Follower schnell über die magische 100er-Grenze zu bringen.

Wöchentliche Reichweite von 2000 Lesern

Danach erhielt der Facebook-Auftritt eine nie erwartete Dynamik: Anfang September, also gut drei Monate nach dem Start der Governor-on-Tour-Posts lag die wöchentliche Reichweite bei weit mehr als 2.000 Lesern – und das trotz Sommerloch und Ferienzeit.

Interessant war die Tatsache, dass die Fanpage schon nach wenigen Wochen exakt in der vermuteten Hauptzielgruppe gelandet war: Die Rotarierinnen und Rotarier zwischen 45 und 65 Jahren stellen – anders als im übrigen Facebook – die größte Gruppe der Follower unserer Distriktseite. Dazu noch eine respektabel große Gruppe von jugendlichen Likern, die wir vor allem durch die Rotaract und Rotex affinen Posts erreicht haben. Der „Mittelbau“ im Alter von 25 bis 44 Jahren ist schwächer besetzt, warum auch immer.

Facebook bietet eine Reihe hilfreicher Statistiktools an, mit denen die Entwicklung der Fanpage sehr gut beobachtet werden kann. Natürlich probiert man einiges aus, postet lustige und ernste Fotos oder teilt Posts und Links von RI, Rotary Deutschland oder End Polio Now. Wie diese Beiträge ankommen, wird im Detail für den oder die Administratoren der Fanpage dann sehr schnell sichtbar.

Erstaunlich ist, dass bis zum heutigen Zeitpunkt nur ein einziges Foto in der Lesergunst ganz vorne landete und den Spitzenwert erhielt: Das Schwarz-weiß-Foto einer Verkehrsüberwachungskamera mit dem Bild des Governors am Steuer seines Fahrzeugs, das am 16. August 2013 auf der Distrikt-Fanpage gepostet wurde, erfreut sich immer noch allergrößter Beliebtheit. Es ist aber nicht nur der Clubbesuch ansich und das dabei entstehende Foto wichtig. Im Facebook darf und muss es „menscheln“: Die Textposts zu den Fotos dürfen humorvoll sein, ein wenig Selbstironie, keine Angst vor auffälligen Gesten und immer den Spaß an der Sache zeigen – die richtige Mischung trägt dazu bei, dass die Follower der Fanpage uns mit einem Sympathievorschuss versehen und weiter folgen. Denn auch das Gegenteil kann im Facebook schnell passieren.

Vorsicht in Bezug auf Urheberrechte

Mit diesem Wissen über die Sympathie der Follower, haben wir dann auch Veranstaltungshinweise von Clubs im Distrikt 1900 gepostet: vom Tulpenmarkt in Hattingen über das Stadtfest in Lüdenscheid oder das RYLA-Seminar in Lübbecke – wo Rotary lokal beteiligt ist und aktiv wird, kann auf der Distrikt-Fanpage geworben werden. Ob es dadurch einen Effekt für die Veranstaltung vor Ort gibt oder gegeben hat, lässt sich allerdings nur schwer ermitteln. Und es darf nicht für jede Veranstaltung einfach so geworben werden, jedenfalls nicht mit allen Fotos. Eine aktuelle Ausstellung im Folkwangmuseum Essen, die von den Essener Rotary Clubs und der National Bank möglich gemacht wurde, ist mit einem Preview für geladene Gäste vorab eröffnet worden. Ein zufällig dabei entstandenes Foto des Governors neben einer mannshohen Frauenskulptur machte uns (durch leidige Erfahrung geprägt) skeptisch. Darf man das Kunstwerk einfach so zeigen, öffentlich im Facebook präsentieren? Die Antwort der VG Bildkunst, die über die Urheberrechte von Künstlern wacht, hatten wir schon befürchtet. Ohne das Einverständnis des Künstlers dürfen seine Werke nicht öffentlich gezeigt werden. Dass bei Zuwiderhandlungen auch Schadenersatz zu leisten sein wird, versteht sich dabei fast von selbst. Wir haben auf die Veröffentlichung verzichtet und raten zu größtmöglicher Vor- und Umsicht beim Einsatz „fremder“ Fotos oder bei der Verwendung von Motiven, an denen Urheberrechte bestehen könnten.

Die Facebook-Statistik zeigt uns zwar, wie viele Fans aus welcher Stadt kommen, aber ob die dann deswegen zu den lokalen Ereignissen kommt, bleibt erstmal ungewiss. Da der amtierende Governor Ulrich Schürmann aus Dortmund kommt, hat die Fanpage des Distrikts dort auch die meisten Fans. Dass die Posts aber auch in Schweden, Mali, Surinam, Italien, Argentinien, in den Niederlanden oder Taiwan und vielen anderen Ländern mehr gelesen werden, macht uns zum lebendigen Teil der weltweiten Rotaryfamilie.

Wie diese internationale Rotaryfamilie sich versteht und virtuell aufgestellt ist, wird am Beispiel eines Fotos der Rotary-Lok, das von Freund Ulrich Stelter aus Koblenz gepostet wurde, deutlich. Wir haben das Foto als Distrikt-Fanpage geteilt und damit in den Niederlanden größere Aufmerksamkeit erhalten: Dort wurde es auf die nationale Fanpage gestellt und mit dem Kommentar versehen, dass man das doch auch mal in den Niederlanden umsetzen solle. Spätestens bei diesem Ereignis hatten wir als Administratoren der Distrikt-1900-Fanpage das Gefühl, dass Facebook jetzt endlich erwachsen geworden ist. Es geht doch – und das Facebook und Rotary scheinen wie füreinander gemacht zu sein.



Verfasst von Rot. Thomas Meier-Vehring RC Kamen / Kommunikation Distrikt 1900

Mehr Information und einen eigenen Eindruck erhalten Sie unter: www.facebook.com/RotaryDistrikt1900