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Distrikt

Welle der Hilfsbereitschaft

Distrikt - Welle der Hilfsbereitschaft
Christoph Mohler (l.) und das Team des Nierenzentrums Lüdenscheid danken allen, die der Dialysepraxis mit Tipps, Kontakten und Schutzmaterial geholfen haben. © Nierenzentrum Lüdenscheid

Christoph Mohler (RC Lüdenscheid-Mark) und das Team des Nierenzentrums Lüdenscheid standen mit dem Rücken zur Wand, sie hatten zu wenig Schutzkleidung – das rotarische Netzwerk half.

Thomas Meier-Vehring01.05.2020

Zusammen mit seinen Kollegen und Pflegenden sowie medizinischen Fachangestellten betreut Mohler eine große Anzahl an Dialysepatienten in Lüdenscheid und Plettenberg. „Natürlich hatten wir in gewissem Maß Desinfektionsmittel und Schutzkleidung auf Lager, aber das reichte zu diesem Zeitpunkt nur für zwei bis drei Wochen“, blickt Christoph Mohler zurück. Was passiert wäre, wenn sich er und sein Team infiziert hätten und für Wochen ausgefallen wären, mag man sich gar nicht vorstellen.

Mit Social Media aktiviert

Mohler wandte sich an Governor Peter Oser-Veltins und bat um die Aktivierung des rotarischen Netzwerkes. Wenige Telefonate später stand ein Aufruf zur Aktivierung und speziell zur Spende von Schutzmasken und Schutzkleidung auf der Fanpage des Distrikts 1900 in Facebook. „Nach dem Aufruf kam eine gewaltige Welle ins Rollen – lokal mit Angeboten von Nähkreisen, die uns Nase-Mund-Masken zur Verfügung stellten, Handwerkern, die aufgrund aktuell fehlender Aufträge nicht benötigte hochwertige Schutzmasken an uns lieferten, sowie Hilfe von Mitbürgern, die uns Desinfektionsmittel und auch Einmalmasken oder Handschuhe vorbeibrachten, die bei häuslicher Pflege nicht mehr benötigt wurden“, berichtet Mohler.

Innerhalb von vier Wochen hat der Beitrag inzwischen mehr als 86.000 Personen erreicht, wurde 114-mal „gelikt“, hat 65 Kommentare erhalten und wurde 1102-mal geteilt. Sehr beeindruckend ist auch die Zahl von 16.616 Interaktionen zum Post – ein für rotarische Facebook-Seiten sensationeller Wert. „In der lokalen Presse sowie über den örtlichen Radiosender Radio-MK sowie überregional über den WDR wurde über die unglaubliche Resonanz berichtet“, freut sich Christoph Mohler. „Es folgten enorm wichtige weiterführende Kontakte über rotarische Freunde, die zum Teil seit Jahrzehnten in China beruflich unterwegs sind, und die uns halfen, Schutzmasken zu einigermaßen fairen Preisen zu beziehen: Über einen technischen Großhandel vor Ort sowie einen Malereinkauf in Hamburg konnten wir zum Einkaufspreis Schutzanzüge beziehen; über eine Wiesbadener Chemiefirma zu einem günstigen Preis größere Mengen an Desinfektionsmitteln kaufen“, ist Christoph Mohler beeindruckt, was man mit einem Post in den sozialen Netzwerken alles erreichen kann.

„Wir sind nun für die nächsten drei bis vier Monate soweit gut aufgestellt, dass wir unser Personal und unsere Patienten nach menschlichem Ermessen ausreichend schützen können. Ich möchte allen Beteiligten ein sehr herzliches Danke sagen.“