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Distrikt

Hand in Hand für Kinder und Jugendliche in Marokko

Distrikt - Hand in Hand für Kinder und Jugendliche in Marokko
Helga und Jürgen Münstermann (Mitte) und Brahin Bouakal, der alle Altersgruppen schulisch betreut. © Afous Rofous / Jürgen Münstermann

Jürgen Münstermann (RC Dortmund-Hörde) engagiert sich zusammen mit seiner Frau seit Jahren für kleine und große Kinder.

Thomas Meier-Vehring05.01.2020

„Nach unserem beruflichen Ruhestand 2006 stellten wir uns für die dritte Lebensphase die Aufgabe, uns für die Entwicklung von Kindern zwischen drei und sechs Jahren zu engagieren. Dazu wollten wir die Montessori-Methode nutzen“, blicken Jürgen und Helga Münstermann zurück. Daraus ist ein Engagement für das Kinderhaus „Afous Rofous“ (berberisch für „Hand in Hand“) in Marokko geworden, das sich mithilfe des Rotary Clubs Dortmund-Hörde und weiterer Helfer schnell zu einem renommierten Projekt und Aushängeschild für nachhaltig wirkendes Handeln entwickelt hat.

Potenzial wecken
„Der Grundgedanke war dabei, dass Kinder zwischen drei und sechs Jahren die größte Aufnahmefähigkeit besitzen für alles, was in ihrer Umgebung vor sich geht. Daher ist es unbedingt notwendig, die im Kind schlummernden Kapazitäten durch ein Bildungsangebot mit geeignetem Material zu wecken. Dies ist das beste Mittel, ein Kind beim Start ins Schulleben zu unterstützen und damit den Grundstein für ein späteres aktives Leben zu legen“, erklärt Helga Münstermann. Kernpunkt der sozialen Aktivitäten wurde die Errichtung eines Kindergartens, der im August 2008 eröffnet wurde.

Der damalige Kindergarten befand sich in El Kharoua, ein Dorf mit 500 Einwohnern und rund 50 Kilometer südlich von Marrakesch am Fuße des Atlasgebirges gelegen. Die Bewohner sind ausschließlich mit Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigt oder verdingen sich in den größeren Städten als Gelegenheitskräfte. Mit den Jahren ist der Kindergarten am Ort zu einem Kinderhaus geworden: Im Kindergarten sind 15 Kinder, im Zweig der Grundschule neun Kinder, eine gymnasiale Ausbildung erhalten elf Jugendliche und fünf Jugendliche sind in einer Berufsausbildung.

„Die Kinder und Jugendlichen stammen aus äußerst einfachen, traditionell orientierten Verhältnissen. Die laufenden Betriebskosten werden durch Spendengelder getragen. Hierbei leistet der RC Dortmund-Hörde einen großen Beitrag. Die Spenden werden durch Patenschaften für einzelne Kinder ergänzt“, erklärt Jürgen Münstermann.

Die ersten haben Abitur
Im Herbst 2018 konnte „Afous Rofous“ das zehnjährige Bestehen feiern. Die Bilanz der ersten Jahre ist bemerkenswert: Die ersten Mädchen aus dem Dorf El Kharoua haben das Baccalaureat bestanden. Elf weitere Schüler sind auf gymnasialem Weg, acht von denen sind Mädchen. Die Schulabbrecher haben durch „Afous Rofous“ die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Der Besuch des Kindergartens ist nach wie vor kostenlos.

Weitere Infos: afousrofous.org und facebook.com/afousrofous