Live-Chat  - Das sind John und Jennifer von Rotary International

11.08.2016

Live-Chat

Das sind John und Jennifer von Rotary International

Sabine Meinert

Am 11. August haben sich RI-Präsident John Germ und Vize-Präsidentin Jennifer Jones erstmals einem Live-Chat bei Facebook präsentiert. Eine Premiere mit Hindernissen

Erstmal bleiben die Stühle der beiden RI-Spitzen leer. Immerhin, die Kaffeetassen stehen schon da. Trotzdem haben sich Tausende Rotarier und Rotaracter aus aller Welt erwartungsvoll im Netz eingefunden: Ein unablässiges "Hello" und "I am here too" in der Kommentarleiste auf Facebook kündet davon. Alle freuen sich, John und Jennifer einmal live zu erleben, auch wenn man ihnen nicht die Hand schütteln kann.

Dann gehts los. Ein lockeres Gespräch entspinnt sich, ab und zu werden die Fragen, die Rotarier vorher in den Kommentaren hinterlassen haben, beantwortet. Aber eigentlich geht es den beiden darum, mal zu sagen, wie sie Rotary sehen, wohin die Organisation sich entwickeln soll, was ihnen wichtig ist dabei.

WENN DA NICHT...

Eine schöne Sache, wenn man etwas verstehen könnte. Der Ton ist echt mau: extrem leise, mit viel Raumgeräusch. Manche hören gar nichts, kann man den Kommentaren entnehmen. Und das Bild ruckelt immerzu. Manchmal bleibt es völlig stehen. Dann - wenn man erleichtert denkt "Aber jetzt..." - läuft es ungefähr dreimal so schnell. Mitsamt dem Ton, Mickey-Mouse-ähnlich. Leider kann man dem Gespräch so zeitweise nicht folgen.

Dann läuft es mal wieder ein bisschen - naja, wenn man von der Unschärfe absieht. Die man im übrigen schnell vergisst, weil man ja dem kaum zu verstehenden Gespräch folgen will und wegen der leisen Übertragung ganz genau hinhören muss. Vielleicht hätten zwei Kragen-Mikrofone weitergeholfen, selbst ein Tischmikrofon neben den Rotary-Coffee-Mugs wäre gut gewesen... Aber ich will nicht meckern.

Denn dieses einstündige Gespräch der beiden hat mir - trotz der vielen Holpersteine - doch noch einen großen Einblick gegeben. Vor allem: Wer John Germ und Jennifer Jones sind - das kann ich mir nun viel besser vorstellen. Auch, wie sie zusammenarbeiten und welche Themen ihnen wichtig sind.

FRAUEN, JUGEND, PRÄSENZ, FOUNDATION...

So zum Beispiel, dass viel mehr Frauen in die rotarische Welt gehören, denn derzeit sind weltweit nur 22 Prozent der Rotarier weiblich. Auch jünger könnte Rotary werden, finden sie. "Aber eigentlich kommt es nicht auf das Alter an. Viele Rotarier sind junge Denker, das ist viel wichtiger als ein bestimmtes Geburtsjahr", sagt John Germ.

Auch Familie und Rotary passen gut zusammen, finden Jennifer Jones und John Germ. Deshalb sei es auch gar nicht falsch, wenn manche Clubs - entsprechend der neuen, vom CoL verabschiedeten Regeln - entscheiden, dass sie sich nur zwei Mal monatlich treffen. "Die meisten engagieren sich trotzdem stark in Aktionen. Es kommt darauf an, Rotary zu leben", ist die Meinung an dem kleinen Kaffee-Tischchen in Evanston. Flexibel sein, aber gleichzeitig Projekte anzustreben, die Rotary in der Gesellschaft sichtbar machen - das regt Germ an.

Wichtig ist den beiden RI-Spitzen auch der 100. Geburtstag der Rotary Foundation. Er soll sich nach Möglichkeit, in allen Distrikten in diesem rotarischen Jahr wiederfinden. "Alle sollen mitmachen." Und in Atlanta soll dann ordentlich gefeiert werden. "Kuchen, Kerzen, große Luftballon-Trauben", verspricht John Germ, der von "the biggest birthday party ever" träumt.

POLIO KURZ VOR AUSROTTUNG

Auch die Krankheit Polio bewegt die beiden Rotarier. Dass heute nur noch 19 Fälle im Jahr weltweit gezählt werden, dass Afrika schon zwei Jahre poliofrei ist, dass es noch vor wenigen Jahren Impfaktionen für Millionen gegeben hat - das soll sich am World Polio Day im November auch wiederfinden. Und dafür rufen Germ und Jones alle auf mitzumachen.  Denn so John Germ: "Mein größter Rotary-Moment kommt erst noch. Es wird der Tag sein, an dem Polio vollständig ausgerottet ist."

Aus den Chat-Kommentaren kommt deshalb auch gleich die Frage: "Welche Krankheit gehen wir dann an?" Aber das haben die beiden RI-Vertreter nach einer Stunde Gespräch wohl nicht mehr mitbekommen. Und auch nicht den Wunsch: "Show us your pin." Naja, der war bestimmt an der Anzugjacke. - Die er beim Gespräch abgelegt hatte. Und das helle Kleid von Jennifer hätte durch den Pin wohl auch Schaden genommen. Vielleicht beim nächsten Mal - hoffentlich dann ohne technische Schwierigkeiten.


Der Chat ist als Video-Aufzeichnung unter dieser Adresse anzusehen (technisch optimiert).

 

Sabine Meinert
Die Journalistin Sabine Meinert arbeitet als Redakteurin für www.rotary.de. Sie war zuvor jahrelang im privaten und öffentlichen Rundfunk tätig, außerdem als Multimedia- und Online-Redakteurin für die Financial Times Deutschland.

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