Neues vom RC Bröckedde - Folge 127 - Wann hält der ICE?

© Illustration: Marcus Schäfer/pengfingerstudio.tumblr.com

01.03.2017

Neues vom RC Bröckedde - Folge 127 

Wann hält der ICE?

Alexander Hoffmann

Bröckedde liegt im Herzen Deutschlands – dort, wo Rhein und Donau in den schönen Bröckeddesee münden. Hier trifft sich im Bröckedder Hof der RC Bröckedde zum Meeting – jeden Mittwoch um 13 Uhr im Salon Hindenburg.

Da sich beim RC Bröckedde mangels regulärer Vorträge die Plaudermeetings häuften, führte Präsident Pröpke die Institution „Im­pulsvortrag“ ein. Dabei wurde ein Freund gebeten, aus dem Stand für drei bis fünf Minuten ein aktuelles Thema zu beleuchten.

Als Pröpke erstmals um einen Impulsvortrag bat, fühlte er sich an seine Jugend erinnert, an die Klasse 6b in seinem Gymnasium. Im Salon Hindenburg war es totenstill, keiner hob die Hand. Die Freunde schienen förmlich unter den Tischen zu verschwinden. Freund Warrenstein blickte energisch in sein Weinglas, Freund Boppert nestelte verlegen an seiner Kra­wattennadel und Freund Müller empfahl sich rasch auf die Toilette.

Den ersten Impulsvortrag zum Thema musste Pröpke daher selbst halten. Leider war gerade Saure-­Gurken-Zeit, in der Zeitung hatte nichts Besonderes gestanden. In seiner Not griff Pröpke auf den Dauerbrenner zurück, der Bröckedde seit 1991 beschäftigte: „Wann hält endlich der ICE in Bröckedde?“

Drei Minuten lang umstreifte er das Thema, so fulminant wie faktenreich. Er war stolz auf sich und sagte in die Runde: „Die Diskussion ist eröffnet.“

Wieder Stille. Pröpke sah sich um, dann nagelte er Freund Ullensbach fest – „Lieber Freund, wie stehen Sie dazu?“ Ullensbach erhob sich, knöpfte den Zweireiher zu, brachte sich in Position und sagte gewichtig: „Ich schließe mich vollinhaltlich den Ausführungen mei­nes Vorredners an.“

Dann war wieder Stille, und Gott sei Dank kam der Nachtisch.

In den folgenden Monaten erfreute sich der Club einiger interessanter Vorträge, das Clubleben blühte. Bis wieder mal Flaute war und Pröpke erneut um einen Impulsvortrag bat. Im Salon Hindenburg ­hörte man nur noch das Klacken der alten Wanduhr, Freund Hürr­limann verschwand unter dem Tisch, seine Schnürsenkel binden, Freund Munzinger hatte einen Husten­anfall, der ihn zum sofortigen Verlassen des Salons nötigte.

Da hob Freund Müller die Hand, Pröpke war hocherfreut.

„Mein Lieber, welches Thema hätten wir denn?“ Und Müller meinte: „Ich spreche sicher im Namen aller Freunde – wir hätten gerne wieder etwas über den ICE gehört.“

Erschienen in Rotary Magazin 3/2017

Alexander Hoffmann
Alexander Hoffmann (RC Frankfurt/Main-Römer) ist korrespondierendes Mitglied des RC Bröckedde. Nach langen Jahren als politischer Redakteur bei namhaften Tageszeitungen (zuletzt „Süddeutsche Zeitung“) ist Hoffmann heute als Unternehmensberater tätig. Daneben zahlreiche Sachbuchveröffentlichungen zu den Themen Zeitgeschichte und Medizin sowie satirische Beiträge für den Rundfunk. Der erste Roman „Der Wolkenschieber“ erschien 2006.

Rotary Magazin 4/2017

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