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99,9 Prozent sind nicht 100 Prozent

von Olayinka H. Babalola | 
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Präsidentenbrief jeden Monat direkt aus Evanston

Aminu Ahmed Tudun-Wada weiß, was die Kinderlähmung einem Kind antut. Als kleiner Junge erkrankte er in Kano/Nigeria an Polio und trug eine lebenslange Lähmung davon.

Als sich Nigeria Jahrzehnte später um die Ausrottung der Kinderlähmung bemühte, beschloss Aminu, etwas für den Schutz anderer Kinder zu tun.

Er brachte Polio-Überlebende zusammen und ging von Tür zu Tür, um mit den Eltern über die Polio-Impfungen zu sprechen. Die Überlebenden sprachen über ihr Leben und zeigten den Familien, was die Kinderlähmung anrichten kann. Und sie baten die Eltern inständig darum, ihre Kinder vor demselben Schicksal zu bewahren.

2021 zählte die von Aminu gegründete Gruppe der Polio-Betroffenen bereits mehr als 400 Mitglieder. Ihr Engagement half Nigeria, einen Meilenstein zu erreichen, der einst unmöglich schien: Im Jahr 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation Nigeria und die gesamte afrikanische Region für vom Polio-Wildvirus befreit.

Wenn wir über die Ausrottung der Kinderlähmung sprechen, denke ich immer sofort an Menschen wie Aminu. Die Ausrottung der Krankheit bedeutet, dass kein Kind mehr die Erfahrung machen muss, nicht mehr laufen zu können. Dass keine Eltern mehr miterleben müssen, wie ihr gesundes Kind gelähmt wird, was durch Impfungen hätte verhindert werden können.

Lassen Sie uns die Generation sein, die nachhaltige Veränderungen bewirkt und dafür sorgt, dass niemand mehr an Polio leiden muss

Olayinka H. Babalola

Und dass diejenigen, die sich noch an Polio erinnern, die letzte Generation ist, die dazu in der Lage ist. Seit mehr als vier Jahrzehnten beteiligt sich Rotary an diesem Kampf. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir die Impfung von mehr als drei Milliarden Kindern unterstützt, haben mehr als drei Milliarden Dollar in die weltweiten Bemühungen investiert und die Zahl der durch das Polio-Wildvirus verursachten Krankheitsfälle um 99,9 Prozent gesenkt. 99,9 Prozent sind aber nicht 100 Prozent.

In Afghanistan und Pakistan ist das Polio-Wildvirus weiterhin endemisch verbreitet. Solange es noch irgendwo zirkuliert, sind Kinder überall gefährdet. Und auch nach der vollständigen Beseitigung des Polio-Wildvirus in einem Land müssen wir mit starken Impf- und Surveillance-Systemen dafür sorgen, dass es keinen Weg zurück findet.

Aminu hätte auf sein Leben zurückblicken und sich fragen können: „Warum gerade ich?“ Stattdessen stellte er eine andere Frage: „Was kann ich tun, damit dies keinem anderen Kind widerfährt?“ Das ist der Geist, den wir jetzt brauchen.

Das letzte Stück einer Reise ist oft das schwerste. Wir sind jedoch so weit gekommen, wir haben so viel hineingesteckt, wir haben so viele Kinder geschützt – wir dürfen jetzt einfach nicht nachlassen.

Denken wir immer daran, warum wir damit begonnen haben. Hören wir den Menschen zu, die selbst an der Kinderlähmung erkrankt waren. Lassen Sie uns die Generation sein, die nachhaltige Veränderungen bewirkt und dafür sorgt, dass niemand mehr an Polio leiden muss.

Ihr Yinka

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