Wie werden wir zukunftsfähig?

Distrikt 1820 Mit dieser Frage hatte Governor Gisela Falk die Dialogrunde auf der Halbjahreskonferenz in Marburg überschrieben und einen offenen Austausch angestoßen
Der Status quo sei nicht bedrohlich, aber herausfordernd. Das machte Cara Dielmann (RC Frankfurt/M.-Rhein-Main) deutlich. Mit gut 4000 Mitgliedern in 79 Clubs blieben die Basiszahlen im Distrikt seit Jahren stabil. Doch in den vergangenen fünf Jahren gab es 765 „Abgänge“: Rund 250 Mitglieder starben, etwa 125 zogen um, doch die meisten verließen Rotary bereits in den ersten fünf Jahren nach der Aufnahme. Die zen-trale Herausforderung sei der demografische Wandel. Mit nur 4,3 Prozent Mitgliedern unter 40 Jahren und einem Frauenanteil von 16,5 Prozent bilde der Distrikt die Gesellschaft nicht ab. Rotary werde häufig nicht als modern wahrgenommen und passe aus Sicht vieler Jüngerer nicht zu deren Lebens- und Arbeitswirklichkeit.
Für Johannes Strohm, Distriktsprecher von Rotaract, fehlt es an Transparenz. Rotaracter fragten sich: „Wen will Rotary überhaupt? Was muss ich tun, um zu Rotary zu kommen?“ Niedrigschwel-lige Zugänge und klare Perspektiven seien entscheidend, um engagierte junge Menschen zu gewinnen.
Lernen – Helfen – Feiern
Frank Balzer (RC Marburg), viele Jahre bei Rotaract, warb für eine neue Haltung. Junge Menschen sollten sich ermutigt fühlen, Verantwortung zu übernehmen und Chancen zu sehen. Die Älteren seien gefordert, offen zu bleiben für neue Ideen und Formen des Miteinanders.Zu oft richte sich der Blick auf Defizite. Junge Menschen seien ein Garant für Aufbruch und Zuversicht nach dem Rotaract-Motto: „Lernen – Helfen – Feiern“.
Cyril Niederquell (RCKorbach-Arolsen) berichtete, sein Club habe nach der Pandemie eine Strategie entwickelt, um jährlich drei bis fünf neue Mitglieder zu gewinnen. Transparenz, offene Meetings und ein zügiger Aufnahmeprozess haben sich bewährt. Neue Mitglieder teilten die Projekte des Clubs in sozialen Medien und stärkten so damit ein modernes Bild von Rotary.
„Rotary NextGen“
Gaston Michel (RC Wiesbaden Rhein-Main) rief mit „Rotary NextGen“ ein Netzwerk für die mittlere Generation ins Leben. Es richtet sich an Freundinnen und Freunde bis 49 Jahre und entwickelt neue Ideen zur Mitgliedergewinnung. Bereits 54 Mitglieder aus 25 Clubs treffen sich regelmäßig – auch online – und verstehen sich als Brücke zwischen den Generationen. Governor Gisela Falk folgerte, Rotary verfüge über starke Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft: ein weltweites Netzwerk, engagierte Projekte und verbindende Freundschaften. Entscheidend sei, diese Stärken sichtbar zu leben, offen füreinander zu bleiben und gemeinsam nach vorn zu schauen. So könne Rotary auch künftig Menschenbegeistern.
In Kürze: Rotary Action Day am 9. Mai
„Eine gute Chance, rotarisches Engagement sichtbar zu machen und gemeinsam Wirkung zu entfalten: Wenn viele Clubs an diesem Tag aktiv werden – gern auch in Kooperation –, entsteht ein starkes Zeichen für Rotary in der Öffentlichkeit“, sagt Gov. Gisela Falk. Der RC Marburg folgt ihrer Empfehlung, den Action Day als Familientag zu gestalten. Unter dem Motto „Sauberhafte Lahn“ sind Mitglieder, Familien und Freunde eingeladen, gemeinsam mit der Stadt Marburg Müll zu sammeln und aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Eine Belohnung für die Helfer ist vorgesehen. Weitere Clubs sind herzlich eingeladen.





