Distrikt 1842Rotary vor Ort

Authentizität vor Algorithmus

von Maria Hack | 
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Distrikt 1842: Freyung | Seit 22 Jahren fördert der Rhetorik-Wettbewerb des Rotary Clubs Freyung-Grafenau freie Rede, Präsenz und Persönlichkeit ­junger Menschen

Künstliche Intelligenz kann heute vieles – aber nicht immer überzeugen. Genau hier setzt der Rhetorikwettbewerb des RC Freyung-Grafenau an, der seit mehr als zwei Jahrzehnten junge Menschen dazu ermutigt, ihre Gedanken klar, strukturiert und wirkungsvoll zu formulieren.

Initiiert wurde das Projekt 2004 von Andreas ­Alteneder (†). Seine Überzeugung: Wer früh lernt, verständlich und glaubwürdig zu sprechen, ­gewinnt eine Schlüsselkompetenz für Studium, Beruf und gesellschaftliches Engagement. Heute wird der Wettbewerb federführend von Thomas Aigner engagiert weitergeführt.

Hochaktuelles Thema

Das Konzept ist dreistufig angelegt. Im Vorentscheid präsentieren Schüler der Jahrgangsstufe zwölf ein frei gewähltes Thema vor einer Jury. Moderne Hilfsmittel – auch KI-gestützte Vorbereitung – sind erlaubt. Die Jury bewertet Struktur, Argumentation und Verständlichkeit. Im Finale vor Publikum treten die fünf besten dann ohne technische Unterstützung an. Jetzt ­zählen freier Vortrag, persönliche Präsenz und authentische Wirkung. Der Sieger oder die Siegerin und die weiteren Finalisten erhalten ein Preisgeld. Auf dem Programm stand in diesem Jahr ein Thema, das kaum ­aktueller sein könnte: „Informationsbeschaffung“. Es wurde von Schülerinnen und Schülern aus den Gymnasien der Region aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Vom Wettbewerb zur Kompetenz

Ein besonderer Mehrwert entsteht im anschließenden Rhetorikseminar. Dort ­re­flektieren die Teilnehmer ihre ­Erfahrungen: Was hat überzeugt? Wo entstehen ­Unsicherheiten? Und wie lässt sich Wirkung gezielt ­gestalten? Die Eindrücke aus dem Wettbewerb werden so in konkrete kommunikative Fähigkeiten übersetzt.

Das Rhetorik-Finale 2026 war ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig Bildung, kritisches Denken und Kommuni­kationsfähigkeit in unserer Gesellschaft sind. Wer Informationen versteht und einordnen kann, gestaltet die Zukunft aktiv mit. „Der Wettbewerb zeigt Jahr für Jahr, wie viel Talent, Engagement und gedankliche Klarheit in jungen Menschen steckt. Gerade im Zeitalter von KI wird deutlich: Überzeugung entsteht nicht durch Algorithmen, sondern durch Persönlichkeit“, sagte ­Thomas Aigner.


Nicht ­nachlassen!

Im Gemeinschaftsprojekt „Medizinische Hilfsgüter für die Ukraine“ engagieren sich unzählige Clubs aus München, dem Distrikt und weltweit. „Durch die Bündelung der Kontakte und Kompetenzen im rotarischen Netzwerk gelingt es, dringend benötigte Medikamente für einen Bruchteil des eigentlichen Preises ohne großen bürokratischen Aufwand in die Ukraine zu bringen“, so Projektleiter Oliver Pannke (RC München-Bavaria). Um weiter helfen zu können, freut sich das Projektteam über Spenden – Fragen gerne an Oliver Pannke: rotary@pannke.de