In drei Monaten zum Erfolg

Distrikt 1880 – Zwei BWL-Studenten der Universität Bayreuth bauten ein Start-up auf, das Bio-Olivenöl von einer kleinen Farm auf Sizilienvertreibt. Ein Bericht ihrer Mentorin Susanne Höllbacher
Wenn Florian Gatzweiler und Jonas Hoffmann von Sizilien sprechen, erzählen sie von Erntearbeit, staubigen Händen und Oliven, die noch am Tag der Ernte gepresst werden. Urlaub ist dabei kein Thema. Das bayernweite Lehrformat „Fünf-Euro-Business“ ermöglicht Studierenden, mit minimalem Startkapital reale Unternehmen zu gründen. Begleitet werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren aus der Wirtschaft. Der Ansatz entspricht dem Kern des rotarischen Berufsdienstes: unternehmerische Erfahrung weiterzugeben und junge Menschen bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle zu unterstützen.
Das große Potenzial …
Florian Gatzweiler und Jonas Hoffmann verfolgten von Beginn an das Ziel, eine faire und transparente Wertschöpfungskette zu etablieren. Sie arbeiteten selbst auf der Farm, verhandelten Preise mit den Erzeugern, entwickelten Verpackung und Markenauftritt und erschlossen Absatzmärkte in Gastronomie und Einzelhandel – regional wie überregional. Parallel vertreiben sie ihr Olivenöl online.

Das Modell sichert den Bauern stabilere Erlöse und bietet den Kundinnen und Kunden ein qualitativ hochwertiges, nachvollziehbares Produkt. Ich habe das Projekt als Business-Mentorin begleitet, vor allem als Sparringspartnerin und durch die Einbindung unseres rotarischen Netzwerks. Der Rotary Club erwies sich dabei als wichtiger Resonanzraum: mit kritischen Fragen, konstruktivem Feedback und konkreten Kontakten.
… studentischer Start-ups
Im ersten Clubmeeting des Jahres stellten die beiden Gründer ihr Projekt „Mare Monte“ vor. Ein eigens entwickeltes Menü machte das Produkt sensorisch erlebbar. Olivenöl lässt sich prüfen, indem wenige Tropfen auf der Handinnenfläche verrieben werden: Durch die Wärme entfalten sich Aromen von Kräutern, Früchten und frischen, grasigen Noten – ein Indikator für Qualität und Frische.
Mit Bildern und kurzen Videosequenzen aus Sizilien zeigten die Gründer zudem, wie ihr unternehmerischer Alltag aussieht. Sie stellten sich den Fragen der Mitglieder und erhielten wertvolles Feedback. Auch aufseiten des Clubs wurde deutlich, welches Potenzial in der Begleitung studentischer Start-ups liegt. Mit Engagement, fachlicher Unterstützung und verlässlichen Sparringspartnern können daraus Unternehmen entstehen, die über die Projektphase hinaus Bestand haben – eine Chance, die Rotary aktiv nutzen sollte.
In Kürze: Dreierlei aus Erlangen
1. Künstler Dieter Erhard (RC Erlangen-Schloß, RC Guatemala Norte) ist in seiner zweiten Heimat Guatemala mit der „Royal Medal of Honor“ geehrt worden. Mit Unterstützung seines Clubs entstand in Guatemala ein Gesundheitszentrum.
2. Bereits seit 1998 organisieren die Rotarier der RCs Erlangen, Erlangen-Ohm und Erlangen-Schloß den Erlanger Berufsinformationstag. Heuer interessierten sich 600 Schüler für 18 Berufsfelder. 50 Referenten informierten über Ausbil-dungsmöglichkeiten und Berufsalltag, auch Schnup-pertage wurden verabredet.
3. Vor Weihnachten überreichte der RC Erlangen-Ohm 30 Geschenkpäckchen an das örtliche Frauenhaus.





