Distrikt 1890Rotary vor Ort

„Wo Wasser fließt, wächst Gleichheit“ …

von Ulrike Löw | 
 |  Lesezeit: 3 Minuten

Distrikt 1880 … heißt es bei den Vereinten Nationen. Aber was wird aus der Gleichheit, wenn Wasser zur Mangelware wird?

Was in Deutschland aus dem Hahn kommt, ist erste Klasse: Leitungswasser unterliegt strengeren Kontrollen als Mineralwasser, ist günstig und kommt ohne Verpackung aus. „Wir sind im Umgang mit Wasser sehr verwöhnt“, sagt Dirk Brinschwitz (RC Torgau-Oschatz Katharina v. Bora). Er ist Hydrogeologe und Wasserexperte, im Hauptberuf Geschäftsführer der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH. In seiner Freizeit engagiert er sich als einer der Vorstände des gemeinnützigen Vereins „Wasser ohne Grenzen“ (WoG). Dieser unterstützt im Norden Ugandas – hier herrscht akuter Wassermangel – die Malteser International. Für 1,6 Millionen Menschen in einem Flüchtlingscamp wurden solarbetriebene Wasserversorgungsanlagen instand gesetzt.

Für Krankenhäuser in Madagaskar wurden Regenzisternen gebaut, ein weiteres Projekt hat Waisenhäuser in Haiti im Blick, und in Sierra Leone wurde ein Berufsschulzentrum aufgebaut und weiter begleitet. Wasser und Abwasser werden hier immer zusammen gedacht, denn es geht auch um Hygiene und Gesundheit.

Große Wasserprobleme …

„Wasser ohne Grenzen“ ist der deutsche Partner der Water, Sanitation and Hygiene Rotary Action Group (WASH RAG), der die internationalen rotarischen Aktivitäten auf diesem Gebiet bündelt. Doch „Wasser ohne Grenzen“ blickt nicht nur auf Entwicklungsländer. Die Grundwasserreserven in Deutschland schrumpfen. Und damit beginnt „der Klimastress vor der eigenen Haustür“, sagt Brinschwitz. Wird das Grundwasser knapp oder verunreinigt, wird auch das Trinkwasser knapper und teurer. 60 Prozent der deutschen Haushalte bekommen Trinkwasser aus dem Grundwasser. Doch die chemische Industrie, wasserintensive Rechenzentren, die Landwirtschaft und wir Verbraucher entnehmen, vor allem im Sommer (Duschen, Garten, Pool), sehr viel Wasser.

… gibt es auch hierzulande

Zu wenig Wasser aus dem Niederschlag bedeutet Ernteausfälle und höhere Preise für Obst und Gemüse. Zwar müssen wir uns noch nicht sorgen, dass kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt, aber wir müssen neue Konzepte finden. Wie die „Schwammstadt“: Sie berücksichtigt, dass Regenwasser durch weniger versiegelte Flächen, besser versickert und gespeichert werden kann. Mehr Bäume in der Stadt spenden Schatten und sorgen dafür, dass weniger Wasser verdunstet. Wer sich für das Thema Wasser interessiert, wende sich an Dirk Brinschwitz (brinschwitz@wasser-ohne-grenzen.de). Derzeit ist auch ein Themenclub Wasser in Vorbereitung.


Themenclub Gesundheit

Als Governor im Distrikt 1880 hat Hans Neuser (RC Vogtland Schloß ­Voigtsberg) die Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention in den Mittelpunkt seiner Amtszeit 2024/25 gestellt. Nun wirbt der Arzt und Kardiologe für den neuen Themenclub „Für Gesundheit – gegen Krankheit“. Zielgruppe sind Ärzte, Hebammen, Ernährungsspezialisten sowie Menschen, die von Berufs wegen gar nichts mit Gesundheit zu tun haben, doch Interesse mitbringen. Der Themenclub versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu traditionellen Clubmodellen. Mehr Infos: neuser.pl@t-online.de