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Ein Jahr im Doppelpack

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Sonne, Tiere, rotarisch Beeindruckendes und Familie – so lautete die Erfolgsformel für die diesjährige Distriktkonferenz in D1800 im Zoo Hannover

Nicht nur Tiger, Elefanten und Co. hatten in Hannover einiges zu staunen. Auch nicht-rotarische Zoobesucher lernten den Distrikt 1800 rund um den Dschungelpalast kennen: Stände am Rundweg luden zur Stippvisite zu den Themen Polio, KidsCamp und dem Tungiasis-Projekt der 1800er Clubs ein – und wurden ebenso neugierig beäugt von putzigen Languren-Äffchen.

Der Prunksaal des nachgebauten Maharadscha-Palastes war ein würdiger Hintergrund für die diesjährige Ämterübergabe im Distrikt 1800. Und das zurückliegende Jahr brachte einige Besonderheiten. So teilten sich Mechthild Exner-Herforth und Michael Koch wegen eines krankheitsbedingten Ausfalls in der Governorstafette das Amt im Rotary-Jahr 2025/26. Für Michael Koch geht es nun noch zwölf Monate weiter. Die Besuche der 81 Clubs im Distrikt sind schon im Gange.

Gemeinsam stärker

Das Jahr im Doppelpack war quasi ein Jahr im Doppelpakt: Gemeinsam wurden Zeiträume verlängert, Absprachen getroffen, Initiativen gestartet. Der Rückblick zeigte: Regionalkonferenzen waren ein adäquates und erfolgreiches Instrument, um die rotarische Familie stärker zu verbinden: neu, inspirierend und mit Austausch über Clubgrenzen hinweg. Auch die Polio-Challenge, bei der Distriktmittel von 30.000 Euro eingesetzt wurden, kann als Erfolg verbucht werden. Ein gut besuchtes RYLA-Seminar und umfangreiche Katastrophenhilfe für die Türkei und im Nahen Osten zahlen ebenfalls auf die gute Bilanz ein.

Im Fokus hatten die beiden Governors auch das Thema Mitgliederwerbung und konnten auf den Themenclub „Starke Demokratie“ und einen weiteren Club in Gründung in Hannover verweisen. Gleichzeitig plädierten sie auf der Konferenz, die Attraktivität nach innen und echte Cluberlebnisse auszubauen, um Mitglieder zu halten. Dem will auch Axel Richter (RC Hildesheim), Governor elect und ab 2027 im Amt, entsprechen. Ihm wird 2028 Winfried Bettecken (RC Magdeburg Otto von Guericke) nachfolgen.

Plädoyer für Demokratie

Vor allem das Thema Sicherheit bewege. Und: Parteien sollten das Ringen und Streiten um Änderungen nicht auf offener Bühne austragen. Zudem gelte es, in einfacher Sprache zu vermitteln, was verhandelt werde – ohne Versprechen abzugeben, die nicht einzuhalten sind, so Weil. Er forderte umgekehrt auch einen fairen Umgang mit der Politik.

Im Fokus bleibe die Frage: Wie wird Demokratie umgesetzt? „Demokratie ist die Sache aller Menschen, der Gemeinschaft. Deshalb spielen nicht nur Unternehmen oder Vereine, sondern auch Rotary eine wichtige Rolle“, sagte Weil. Der Kampf um die liberale Demokratie müsse auf jeden Fall geführt werden. „Ich finde, wir haben was zu verteidigen“, schloss der ehemalige Landeschef.

Musik und Pointen

Einen musikalischen Höhepunkt bot der Knabenchor Hannover, dessen umfangreiches Repertoire – dargeboten in nahezu indischer Hitze mit Blick auf tigernde Vierbeiner – in der „Ode an die Freude“ gipfelte. Die rund 220 Teilnehmer stimmten kräftig mit ein und zollten den jungen Sängern Respekt für Repertoire und stimmlichen Höhenflüge.

Ein weiteres Highlight bot Kabarettist Matthias Brodowy vom RC Hannover-Ballhof. Von unangenehmen Krankenhaus-Erlebnissen über Ausfälle der FIFA-Ethikkommission bis zur Unendlichkeit des Internets – der Wortartist lenkte den Blick der Rotarierinnen und Rotarier auf Privates wie Gesellschaftliches. Angesichts der aktuellen Lage wurde er ernst: „Wieviel ist uns Freiheit und Frieden wert?“, fragte er und plädierte für die obligatorische 4-Fragen-Probe für Staatschefs. Direkt danach testete er das Publikum: „Haben wir eigentlich genug Humor, um im Alltag mit einem Lächeln auf die Welt zu blicken?“

In der Distriktversammlung blickten die Amtsträger nach den Wahlen zu verschiedenen Gremien und dem Verweis auf die Vereinsgründung des Distrikts 1800 von RI e.V. „zurück in die Zukunft“. Thema war das Jubiläum „100 Jahre Rotary in Deutschland“. Zielsetzung, Inhalte, Projektplanung, Finanzen und ein Imagekonzept wurden vorgestellt.

Nicht gleichgültig

Zum Ämterwechsel verwies Governor Mechthild Exner-Herforth erneut auf Verbindendes in der rotarischen Familie. Zudem mahnte sie, Haltung zu zeigen. „Rotarier dürfen nicht schweigen, Neutralität darf nicht Gleichgültigkeit sein.“ Neben Freundschaft, Gemeinschaft und Vielfalt stünden Verantwortung und Leadership für Rotary.

Um das sichtbar zu machen, will Rotary in Deutschland zum Jubiläum eine Imagekampagne starten, führte Michel Koch aus. Ziel sei ein besseres Bild in der Öffentlichkeit, überhaupt mehr Sichtbarkeit. Die in Arbeit befindlichen Tools sollen auch den Clubs zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzierung der Kampagne unter dem Motto: „Gut für die Gesellschaft“ könnte aus den Rücklagen des Distrikts kommen. Dazu steht ein Beschluss der Clubs aus.

Distriktkonferenz D1800 Hannover
Bestes Distriktkonferenz-Wetter und alles frisch rotarisch geflaggt am Zoo Hannover© Rotary Magazin
Rotaracter am Stand auf der Distriktkonferenz in Hannover (D1930)
An den Ständen vor dem Maharadschapalast begrüßten unter anderem gut gelaunte Rotaracter die Gäste© Pierre Hinz
Begrüßten gemeinsam die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: die Governor des zurückliegenden Jahres Mechthild Exner-Herforth und Michael Koch© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Festredner und Rotarier Stephan Weil war ein gefragter Gesprächspartner© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Erfreute die Konferenzbesucher: der Knabenchor Hannover© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
In der Bullenhiitze irgendwie auch dabei: Tiger, Elefant und Co.© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Ex-Ministerpräsident Stephan Weil bei seinem Vortrag© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Die Jugenddientsverantwortlichen in D1800© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Weitere Höhepunkte in Hannover: die Auftritte von Kabarettist Matthias Brodowy und der Inbounds © Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Mit Musik, Witz und emotionalen Rückblicken beeindruckten die Inbounds die 220 Teilnehmer© Rotary Magazin
Distriktkonferenz D1800 Hannover
Steckt schon mittendrin: Governor Michael Koch, nachdem auch Mechthild Exner-Herforth ein halbes Jahr länger im Amt agierte© Rotary Magazin
Inbound-Spot(t)lights

Den Abschluss lieferten die Inbounds. Über 40 Austauschschüler aus mehr als 20 Ländern hatte der Distrikt im vergangenen Jahr aufgenommen. Unter den Augen der rotarischen Familie und indischer Großkatzen stand ein Großteil in Hannover auf der Bühne, darunter auch Edalva aus Brasilien. Sie möchte gern eine Ausbildung in einem Krankenhaus in Deutschland machen. Nach ihrem Austauschjahr und ihrer gerade absolvierten Sprachprüfung stehen die Chancen bestens.

Die Bühne im Dschungelpalast war zwar weit von einer Straße entfernt, doch sie verleitete die Inbounds auch, ihren Gastgebern mit Augenzwinkern den Spiegel zum Verhalten im Straßenverkehr vorzuhalten. Und Lucia aus Argentinien berichtete abschließend, wie sich für sie in den letzten zwölf Monaten alles verändert hat. Sie habe mit Rotarys Hilfe eine neue Sicht auf die Welt bekommen. Deutsche seien nicht kalt und distanziert. Ihre Gastgeber erlebte sie als Freunde, die sie mit offenen Armen empfingen und ihr ein zweites Zuhause boten, berichtete sie sehr emotional. „Ein Jahr, das ich nicht missen mag“, schloss sie.

Demnächst in Goslar und Barcelona

Nach dem Ausmarsch der jungen Leute in Sticker-besetzten Jacketts hinaus zu Languren-Äffchen und kleinen Pandas fehlte nur noch eins – der Ausblick aufs nächste rotarische Jahr: Governor in D1800 bleibt – nun auch offiziell mit Staffelstab – Michael Koch. Am 18./19. Juni 2027 lockt die nächste Distriktkonferenz in Goslar und nur eine Woche später, am 26. Juni 2027, hoffen die Distriktverantwortlichen auf ein Wiedersehen bei der RI Convention in Barcelona.

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