Eyecamp for Kids in Nepal

Große Hilfe mit kleinem Budget
Bei mehr als 1.000 Menschen verbesserte sich die Lebensqualität deutlich – durch Wiederherstellung oder spürbare Verbesserung der Sehfähigkeit, insbesondere bei Katarakt-Fällen.
Deshalb fühlten sich Rotarier des RC Passport D1900 und RC Ruhr (D1900), des RC Oberer Bodensee (Distrikt 2000, Schweiz) und des RC Gummersbach bei der Planung eines Trekking-Events in Nepal von diesem Ansatz sofort angesprochen. Das aktuelle Eye-Camp war besonders interessant wegen seiner zwei Zielrichtungen: Behandlung von Augenkrankheiten und Unterstützung von Kindern mit Lehr- und Lernmitteln.
Das Fundraising war erfolgreich: Der Förderverein der Gummersbacher Rotary Clubs förderte das Projekt gemeinsam mit dem RC Passport; über Distrikt Grants wurden die Einlagen jeweils verdoppelt. Dazu unterstützte der RC Oberer Bodensee (CH) und der Schweizer Distrikt 2000. So kam eine Gesamt-Fördersumme von 19.000 Euro zusammen.
Auch die Kooperation mit lokalen Rotary Clubs wurde rechtzeitig eingefädelt: Der RC Kathmandu-West unterstützte das Projekt und half bei der Organisation vor Ort. Eine große Hilfe war Präsident Shreeram Adhikari.
Das Camp wurde medizinisch betreut vom Bharatpur Eye Hospital in Chitwan. Die Ärzte haben viel Erfahrung in der Behandlung von Augenkrankheiten und bauten vor Ort einen lokalen Operationssaal auf, in dem Katarakt-Operationen durchgeführt wurden.
Im Legatum Prosperity Index, einem der umfassendsten Indizes für Wohlstand, Sicherheit und persönliche Freiheit, liegt Nepal auf Rang 110 von 167. Das ist unteres Mittelfeld. Besser als viele Länder in Südasien und Afrika, aber deutlich schlechter als die meisten Staaten Europas oder Ostasiens.
Ländliche Regionen Nepals sind wegen fehlender Infrastruktur oft schwer erreichbar. Entsprechend schwierig ist dort eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung. Kinder leben und lernen unter sehr eingeschränkten Bedingungen; einfache Lernmittel und Spielsachen fehlen.
Das Augenarzt-Fachmagazin Aumedo zitiert die WHO: Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen mit Sehbehinderungen, weil sie nicht die Versorgung erhalten, die sie für Erkrankungen wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Glaukom (Grüner Star) und Katarakt (Grauer Star) benötigen. In Nepal bleiben diese Krankheiten besonders häufig unbehandelt: Auf dem Land gibt es kaum augenmedizinische Versorgung, die Einkommen sind niedrig, der Weg in die nächste Stadt ist aufwendig und teuer.
Augenerkrankungen sind in Nepal weit verbreitet. Gründe: schlechte Hygiene, Mangelernährung, verschmutztes Wasser, Staub und starke Sonneneinstrahlung – vor allem auf den Reisfeldern. Die Folgen bei Erwachsenen reichen bis zu massiven Sehbeeinträchtigungen oder Erblindung. Ohne Behandlung droht Erwerbsunfähigkeit. Kinder mit Sehproblemen haben Nachteile in der Schule: Sie können sich schlechter konzentrieren und dem Unterricht schwerer folgen.
Oft lassen sich diese Probleme mit einfachen Mitteln beheben. Gegen Kurz- und Weitsichtigkeit helfen preiswerte Lösungen wie die 1-Dollar-Brille. Sie wurde in Deutschland entwickelt; Landesorganisationen in Afrika, Asien und Südamerika sorgen damit im globalen Süden für gutes Sehen. Manche Augenkrankheiten lassen sich mit Augentropfen lindern, ein Katarakt mit einer kurzen ambulanten Operation beheben.
Mit wenig Geld lässt sich hier viel bewirken. Eine Brille für einen Dollar kann das Leben einer ganzen Familie grundlegend verbessern. Dafür müssen die Menschen auf dem Land erreicht werden: Daher müssen Helfer und medizinische Kräfte in die Dörfer gehen und dort praktische Hilfe leisten.
Seit 1978 arbeitet der in Miesbach (Bayern) ansässige Verein „Freunde Nepals e.V.“ in diesem Sinne. Ziele des Vereins sind:
• die Beziehungen und Kontakte zum Partnerland auf kulturellem, wissenschaftlichem, touristischem und karitativem Gebiet pflegen; • mit kleineren Mitteln verschiedene Projekte unterstützen; • relevante Informationen zu Nepal über Links veröffentlichen; • Erfahrungen austauschen und Interesse wecken.
Mitglied sind auch Menschen, die ihren Beruf als Berufung leben: Sie bieten Trekking-Reisen, Besichtigungen und vielfältige kulturelle Erlebnisse in Nepal an – verbunden mit der Arbeit in sozialen Projekten vor Ort, frei nach dem Motto: „Einer Person zu helfen verändert vielleicht nicht die Welt, aber sie kann die Welt für diesen Menschen verändern.“
Auch der Helfer profitiert, denn Helfen macht glücklich. Hilfe für Menschen, Tier und Natur birgt neben der Chance, selbst Neues zu lernen, auch ein enormes Glückspotenzial.
Dieses Motto ist dem rotarischen „Service above self“ durchaus vergleichbar.
Das EyeCamp in Fulkharka, Distrikt Dhading in Nepal, fand vom 9. bis 11. Oktober 2025 statt. Ein fünfköpfiges Team des RC Ruhr mit dem Projektleiter Marc Schulte reiste vom 3. bis 17. Oktober 2025 nach Nepal. Die Reisekosten trugen die Teilnehmer selbst.
Vom 9. bis 11. Oktober lief das EyeCamp im Basislager Fulkharka. Am 11. Oktober fuhr das Team zurück – Richtung Pokhara, der nächsten größeren Stadt mit Flughafen.
Am 5. Oktober ging es per Jeep nach Fulkharka. Bis zum 8. Oktober bereitete das Team vor Ort alles vor. Unterstützt wurde es von Freunde Nepals, Höhenmeter4Nepal, SupportNCare und dem Bharatpur Eye Hospital.

Heftige Regenfälle hatten in Nepal Straßen unterspült und Häuser überflutet. Bei Unwettern kamen mindestens 44 Menschen ums Leben. Nach fünf Vermissten wurde gesucht, teilten die Behörden mit. Starke Monsunregenfälle lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Mehrere Straßen und Brücken wurden nach Angaben der Polizei schwer beschädigt oder weggespült. Im Kathmandu-Tal traten Flüsse über die Ufer und überfluteten Tausende Häuser. Die Rettungseinsätze wurden durch die Unwetter erschwert.
Auch Rotarier aus der Region waren dabei: Mitglieder des RC Kathmandu-West unterstützten Fulkharka vom 8. bis 10. Oktober mit eigenem Fahrzeug. Die nepalesischen Rotarier halfen – und trugen ihre Kosten selbst.

Umso eindrücklicher war zu sehen, wie Hilfe ankommt. Die angebotenen medizinischen Leistungen waren umfangreich – und wurden angenommen:
- untersuchte Personen: 2.288
- ausgegebene Brillen: 939
- Katarakt-Operationen: 138
Bei vielen Patienten konnte mit einer Ein-Dollar-Brille geholfen werden.
Zudem wurden umfangreiche Lehr-, Lern- und Schulverbrauchsmittel ausgegeben und eingesetzt.

Das Projekt erreichte vor allem ärmere Dorfbewohner, weil Zugangsbarrieren durch wohnortnahe Untersuchung und Versorgung entfielen. Reisekosten für die Bevölkerung wurden minimiert.




















