Distrikt 1880Rotary vor Ort
von Ulrike Löw |
| Lesezeit: 2 Minuten

Rotary-Mitglieder als Stadtteilpaten

Distrikt 1880: Nürnberg – Nürnberg-Fürth trägt der Club bereits im Namen – und auf den Stadtteil Muggenhof, der genau an der Stadtgrenze der beiden mittelfränkischen Städte liegt, blickt der RC Nürnberg-Fürth seit zehn Jahren sehr genau

Die Rotarierinnen und Rotarier verstehen sich als Stadtteilpaten für einen konkreten Stadtteil – und das nicht zu-fäl­lig: Der Name ihres Clubs zielt auf dieses Quartier, denn es hat höheren Ent­-wick­lungs­be­darf als andere Wohnge­biete. In den vergangenen Jah­ren wurden über 100.000 Euro für den „Nürnberger Kulturrucksack“ gespendet, um Bildungsbarrieren abzubauen: Kinder erhalten Eintrittskar­ten für verschiedene kulturelle Angebote, etwa Theater- und Konzertkarten, damit Mäd­chen und Jungen aus allen sozialen Schichten professionelle Kunst erleben dürfen. In diesem Jahr wird bereits zum dritten Mal ein Musical an der Geschwister-Scholl-Realschule initiiert, auch hier un­ter­stützt der Club mit 25.000 Euro. Und im Projekt „Jazz in der Schule“ machen an der Friedrich-Wanderer-Grund­schule Eltern und Kinder gemeinsam Musik und treten vier­mal im Jahr auf.

Doch es wird nicht nur ­geswingt, getanzt, geklatscht, gesungen – gesponsert werden auch Bands im Stadtteil, ein Aktivspielplatz, Schwimm­kurse und Projekte zur Gewaltprävention in Form von Anti-Aggressions-Kursen.

„Kitt“ für die Gemeinschaft liefern

Das soziale Engagement lässt sich in Zahlen fassen: Häufig ist es am Jahresende sechsstellig. „Wir wollen“, so schildern es der amtierende Präsident Joachim Roth, Klaus L. Wübbenhorst und Joachim Hübner, „soziale Bindungen fördern, Entwicklungschan­cen anbieten, ‚Kitt‘ für die Gemeinschaft liefern.“ Sie wollen, dass die Projekte des RC Nürnberg-Fürth bei den Menschen in ihrem sozialen Umfeld für Vertrauen sorgen und Ent­wicklungschancen bieten. 200 Euro für einen Schwimm­kurs können für ein Kind die wichtige Erfahrung bringen, dass es vorankom-men und seine Fähigkeiten entwickeln kann. So entsteht Zuversicht für die Zukunft.

Bitte nicht mit der Gießkanne

Joachim Hübner betont, dass die Projekte immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden, auch in der Stadtverwaltung gibt es längst feste Ansprechpartner. „Wir wollen ja schließlich nicht nach dem Gießkannenprinzip spenden!“ Auch die Idee, Freundschaften zu pflegen, nimmt man im Club ernst und bekennt sich ausdrücklich zum internationalen Gedankenaustausch. Freundschaften werden mit dem RC Saint-­Nicolas-de-Port aus Nancy und den Wiener Freunden des RC Perchtoldsdorf unterhalten.


 

In Kürze: Die Challenge läuft

Die Apothekerin Birgit Schleicher (RC Bautzen /Budyšin) kämpft als Polio-Beauftragte gegen die Kinderlähmung. Sie warnt: Die Einsicht, dass man gegen Polio-Erreger impfen muss, schwindet – und das ist gefährlich. Noch ist der Erreger in mindestens zwei Ländern aktiv. Auch im deutschen Abwasser finden sich Viren, denn in einer globalisierten Welt werden auch Viren importiert. Krankheiten kennen keine Grenzen, das Virus interessiert sich nicht dafür, wo ein Mensch geboren wurde – es sucht jene, die nicht aus­reichend geschützt sind. Ein ausführlicher Bericht: rotary.de/distrikte/1880

Ulrike Löw

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