„Zusammenarbeit ist tief in den Strukturen verankert”

Leistet ShelterBox Katastrophenhilfe ist Dave Ray zur Stelle. Wir sprachen mit ihm.
Dave Ray arbeitet als Technical Lead for Shelter und berät Hilfsbedürfte, wie sie mit dem Material von ShelterBox sich eine bestmögliche Unterkunft bauen können.
Zunächst einmal: Wie lange arbeitest du bereits für ShelterBox?
Ich habe 2013 angefangen, aber ich war schon seit 2008 als Freiwilliger dabei.
Wie lautet deine Tätigkeitsbeschreibung?
Ich bin in Notfalleinsätzen der technische Leiter für Unterkünfte.
Und was bedeutet das konkret, wenn du hier im Einsatz bist?
Meine Aufgabe ist es, Beratung zu Unterkunftslösungen zu geben – sowohl strategisch-programmatisch als auch auf technischer Ebene, also zu den technischen Aspekten der Unterkünfte, die die Menschen am Ende bauen.

Gibt es außer dir noch weitere Personen in dieser Rolle?
Ja, wir sind zu zweit.
Und der zweite Kollege – ist der jetzt in der Karibik oder wo?
Er ist diese Woche in Syrien.
Bevor du hierher gekommen bist, warst du in Somalia, dann für eine Nacht in London und jetzt hier. So viele Zeitzonen in so kurzer Zeit – bist du nicht müde?
Es scheint nicht so zu sein, nicht besonders. Ich bin jetzt seit etwa fünf Wochen im Einsatz, ich habe mich daran gewöhnt.
Wie ist dein Eindruck vom Einsatz hier?
Sehr gut. Es ist ein klassisches ShelterBox-Projekt auf den Philippinen: sehr direkt, sehr schnell, sehr gemeindeorientiert. Gute Hilfspakete, gute Umsetzung – und es ist großartig zu sehen, wie ShelterBoxen ausgeliefert werden.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Rotary hier?
Sehr gut. Auf Projektebene funktioniert die Zusammenarbeit wirklich hervorragend – mit den Clubs, den Distrikten und den landesweiten Rotariern. Historisch gesehen ist ShelterBox Operations Philippines schon seit seiner Gründung eng mit Rotary verbunden. Rotary ist seit sieben oder acht Jahren ein enorm wichtiger Unterstützer und Partner – und das setzt sich fort. Die Zusammenarbeit ist wirklich tief in den Strukturen verankert.
„Es st ein klassisches ShelterBox-Projekt: sehr direkt, sehr schnell, sehr gemeinorientiert.”
Wie wichtig ist es, ein lokales ShelterBox-Team hier vor Ort zu haben?
Enorm wichtig. Wir können schnell reagieren und verstehen die lokalen Systeme genau. Das Team hat Erfahrung in solchen Einsätzen. Die Kenntnisse, das Verständnis und die Lokalisierung sind riesige Vorteile. Wir haben ein Lagerhaus voller Materialien und wissen, wie wir sie bewegen müssen. Das Team hier weiß wirklich, wie man Dinge schnell und qualitativ hochwertig ins Rollen bringt. Unser Team aus der Zentrale ist im Grunde nur zur Unterstützung bei Spitzenlasten hier.
Was ist die größte Herausforderung hier auf den Philippinen?
Zu viele Katastrophen. Alles kommt gleichzeitig. Dieses Jahr gab es Erdbeben, zwei Taifune, ein weiterer ist unterwegs – und das betrifft das ganze Land, von Luzon im Norden bis Mindanao im Süden. Als Inselstaat ist es außerdem schwierig, Ausrüstung schnell zu transportieren, wenn man auf Schiffsverbindungen angewiesen ist. Die Häufigkeit der Ereignisse, die geografische Zerstreuung und ein momentan kleines Team machen es schwer, alles gleichzeitig abzudecken.

Was war dein härtester Einsatz in deiner Zeit bei ShelterBox?
Schwer zu sagen – jeder Einsatz hat seine eigenen Herausforderungen. Die großen Erdbebeneinsätze, zum Beispiel Nepal 2015, sind immer besonders schwierig. Es ist alles zerstört, man hat unglaublich viel Arbeit – und gleichzeitig wartet man ständig auf das nächste Erdbeben. Das ist psychisch belastend und macht die Arbeit schwieriger, weil man ständig auf Nachbeben vorbereitet sein muss.



















