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Rotarys Schwerpunktbereiche

Die Rotary Foundation hat sechs Schwerpunktbereiche definiert, in denen Club- und Distrikt- ­projekte finanziell gefördert werden können. Damit soll das Serviceprofil der Organisation geschärft werden – auch zur Vereinfachung der Suche nach internationalen Partnerorganisationen

Matthias Schütt31.10.2015

Lebensretter aus Lübeck

Krankheitsvorsorge &  -behandlung

Die Warteliste auf eine lebensrettende OP für Kinder mit angeborenen Herzfehlern in Sri Lanka ist mit 4000 Namen so lang, dass viele ihren OP-Termin nicht erleben. Der RC Lübeck-Burgtor hat unter Leitung des Arztes Armin Wegener mit zwei Grants wesentliche Verbesserungen erreicht. In den vergangenen vier Jahren wurden im  Gesamtvolumen von rund 150.000 US- Dollar 62 Kinder operiert und mit Investitionen in Geräte wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen, die „tödliche“ Warteliste abzuarbeiten. Zwar sind im Lady-Ridgeway-Kinderhospital in Colombo die personellen Kapazitäten für die OPs vorhanden, es fehlen aber wichtige Apparate. So wurden von den Lübecker Rotariern zwölf Bedside-Monitore, ein Beatmungsgerät und eine „Central Unit“ angeschafft. Ein weiteres Projekt mit dem RC Wattala zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Kindern ist bereits in Vorbereitung.

 

Kenia folgt Nigeria

Gesundheitsvorsorge

Die wesentlich von deutschen Rotariern getragene Rotary Action Group for Population & Development (RFPD), die mit einer Kombination aus Familienplanung und verbesserter medizinischer Betreuung von Müttern und Kindern die Bevölkerungsentwicklung steuern will, hat ein neues Projektgebiet. Nachdem in 20-jähriger Aufbauarbeit in Nigeria bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden konnten, soll das Modell jetzt auch auf Kenia übertragen werden. Mit einem Global Grant von 100.000 US-Dollar sollen zunächst sieben Krankenhäuser in der Region mit den höchsten Sterblichkeitsraten aufgerüstet werden. Das Projekt wird bisher von fünf Rotary Clubs in Kenia mitgetragen und insbesondere auch von der First Lady des Landes, Margaret Kenyatta, unterstützt. 

 

Friedenslauf mit Exzellenzen

Frieden/Konfliktprävention 

Den Friedenslauf, den der RC Villa Real Tegucigalpa in der Hauptstadt von Honduras 2015 zum zweiten Mal organisiert hat, gilt nicht dem Weltfrieden, sondern der Stärkung der zivilen Kräfte in dem mittelamerikanischen Land. „Wir versuchen auf diese Weise, ein Stück öffentlichen Raum von den kriminellen Kräften zurückzugewinnen“, sagt Rita Taphorn, eine Deutsche aus Cloppenburg, die für die EU-Delegation in Honduras arbeitet und 2006 ­in Stockholm Rotarierin wurde. Sie konnte für den Lauf die deutsche Botschafterin, Beatrix Kania, als Läuferin und Sponsorin gewinnen, die ihrerseits den US-Botschafter James Nealon zum Mitlaufen gewann. Die Erlöse aus dem Benefizlauf mit 1200 Teilnehmern fließen in ein Renovierungsprogramm für Schulen in armen Stadtbezirken. 

 

Aus acht mach 17

Wirtschafts- und Kommunalentwicklung

17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Sie liegen auf einer Linie mit den sechs Schwerpunktbereichen Rotarys und sind Kern des Folgeprogramms zur Überwindung grundlegender Miss-Stände wie Hunger, schlechte Gesundheitsversorgung, fehlende Bildungsangebote, die erstmals ab 2001 mit den acht Millennium Development Goals angegangen wurden. Trotz großer Erfolge bleibt die Weltgemeinschaft weiterhin stark gefordert.

 

Ein Programm gegen Analphabetismus

Elementarbildung: Lesen & Schreiben

Auf rund 780 Millionen schätzt die UNESCO die Zahl der Menschen, die nicht lesen und schreiben können, in der Mehrzahl sind das Frauen und Mädchen. Ein Kernproblem in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber nicht nur: Auch in Deutschland gibt es eine große Zahl von Erwachsenen, die diese grundlegenden Fertigkeiten nicht (mehr) beherrschen. Zum UNWelttag für Alphabetisierung wurde für Deutschland die Zahl von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten genannt (14 Prozent aller Erwachsenen). Das sind Menschen, die zwar lesen und schreiben gelernt haben, mangels Übung aber beides nicht beherrschen. Deshalb hat Bundes­bildungsministerin Johanna Wanka eine „Dekade für Alphabetisierung“ ausgerufen, um mit neuen Programmen Analphabeten eine Brücke zur gesellschaftlichen Teilhabe zu bauen. Die Zielgruppe schließt auch Flüchtlinge ein. 180 Millionen Euro stehen insgesamt zur Verfügung.

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.