https://rotary.de/bildung/talentschmiede-im-randbezirk-a-6328.html
Berlin

Talentschmiede im Randbezirk

Berlin  - Talentschmiede im Randbezirk
Ceyda Aleyna (hinten) und Andrea Neumann – eine Patenschaft, von der beide profitieren © Bürgerstiftung Neukölln

Kinder mit besonderen Begabungen aus dem Problembezirk Neukölln fördert der RC Berlin-Alexanderplatz

Matthias Schütt14.11.2014

Jedes Kind hat ein Talent“, sagt Carmen Wagle von der Bürgerstiftung Neukölln. Und weil in dem sozialen Problembezirk durchaus Gefahr besteht, dass Talente unentdeckt bleiben, versucht die Bürgerstiftung frühzeitig Kindern zu helfen, ihre Interessen zu entwickeln. Daraus ist 2008 das Projekt „Neuköllner Talente“ entstanden, dem der RC Berlin-Alexanderplatz einen besonderen Dreh hinzufügte: Mit 4000 Euro ermöglichte der Club 2013 das Sonderprojekt „Talente²“ zur Förderung besonders begabter Kinder.
Das ursprüngliche Angebot richtet sich an Kinder ab acht Jahren, die durch ehrenamtliche Paten „neue Welten und Lebensweisen“ kennenlernen sollen, wie es im Konzept heißt. Dazu verbringen Paten und Kinder ein Jahr mit gemeinsamen Aktivitäten, die kein bestimmtes Ziel verfolgen müssen. Was passiert aber, wenn etwa ein begnadetes Musiktalent entdeckt wird? Dafür war das Konzept nicht ausgelegt, bis Organisatoren und Club auf die Idee mit den Talenten „hoch 2“ kamen.
Ceyda will Pianistin werden
Fünf Jugendlichen zwischen zwölf und 19 wurden Paten aus einem Sachgebiet vermittelt, in das sie gerne einsteigen wollen. Zum Beispiel Duygu (14), die mithilfe einer Redakteurin des Tagesspiegel erste Schritte im Journalismus unternimmt. Oder Ceyda Aleyna (13), deren Leidenschaft für das Klavier von der Dipl.-Pianistin Andrea Neumann geleitet wird. Ganz nebenbei lernt die Pianistin von Ceyda Türkisch …
Bildung, Jugend, sozialer Brennpunkt – das sind für den Club die ausschlaggebenden Kriterien für die Förderung. Nach der erfolgreichen Modellphase hält der Beauftragte Maximilian Müllner ein längerfristiges Engagement für sinnvoll, zumal die Bürgerstiftung inzwischen vier weitere „Quadrattalente“ entdeckt hat. Bei der Suche nach dem oder der richtigen Paten/Patin steht der Club mit seinem Netzwerk bereit.

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.