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RC Furtwangen/Triberg

Aktives Clubleben auch über den Bildschirm

RC Furtwangen/Triberg - Aktives Clubleben auch über den Bildschirm
Beim Rotary Club Furtwangen-Triberg trafen sich die Mitglieder in den vergangenen Wochen zu ihren wöchentlichen Meetings per App. Clubpräsidentin Lioba Kühne – hier bei einem der Treffen per Bildschirm zugeschaltet – freute sich über diese Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. © RC Furtwangen-Triberg

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Auch beim Rotary Club Furtwangen-Triberg beherzigt man diese Devise. Die Rotarier halten mittels moderner Kommunikation zusammen, Projekte laufen weiter.

Ulrike Vogt15.06.2020

Weil aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen keine regelmäßigen Treffen der Mitglieder im Club-Lokal im Hotel "Ochsen" in Schönwald mehr möglich waren, sattelte man kurzerhand auf elektronische Alternativen um. Ziel war es, im regelmäßigen Austausch zu bleiben, gemeinnützige Projekte fortzuführen und das Clubleben und die rotarische Freundschaft lebendig zu halten.  

Mitte März hatte auch die rotarische Weltorganisation Rotary International gemäß der Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen, persönliche Treffen zu verschieben, abzusagen oder anderweitig abzuhalten. Die amtierende Club-Präsidentin Lioba Kühne - als Ärztin in Furtwangen tagtäglich mit den Auswirkungen und Risiken der Corona-Pandemie direkt konfrontiert - ließ sich gleich für die Idee begeistern, dass sich die rotarischen Freunde deshalb per Bildschirm wenigstens virtuell treffen. Clubmitglied Josef Burger brachte das Ganze mit viel Einsatz und Enthusiasmus auf den Weg, lud alle zu den Meetings über die Internetplattform Zoom ein und motivierte die rotarischen Freunde unermüdlich,  sich zu den einmal wöchentlich stattfindenden Online-Treffen von zuhause aus zuzuschalten.

Und siehe da: Es klappte und klappt hervorragend. Neben den Besprechungen, wie die rotarischen Hilfsprojekte vor Ort und in der Welt weiterlaufen sollen, fanden in den vergangenen Wochen auch noch interessante Vorträge externer Referenten statt –  hier war’s dann sehr praktisch, dass diese nicht extra anreisen mussten, sondern sich ebenfalls ganz einfach über Zoom einwählten und dann ihre Vorträge halten konnten. So war kürzlich zum Beispiel Stéphane Koch, Past-Präsident des RC Ribeauvillé aus dem Elsass zugeschaltet. Der Wirtschaftsprofessor referierte zu der Frage, warum es mit Europa eigentlich nicht vorangeht. In der Woche zuvor ließ Hobby-Historiker Gerhard Dilger aus Furtwangen seine Zuhörer "Sagenhaftes, Historisches und Heutiges aus dem Schwarzwald" erfahren. Und ein anderes Mal machte die rotarische Freundin Ulrike Weiß vom Rotary Club Elzach-Waldkirch zum Beispiel Lust auf Wandertouren in der Nachbarschaft: Die Geschäftsführerin der Elztal- und Simonswäldertal-Tourismus GmbH stellte den Zwei-Täler-Steig vor.         

Meetings mit technischen Hilfsmitteln

Der Club geht sichtbar mit der Zeit. Den Rotariern ist es wichtig, dass ihr Einsatz für die Gemeinschaft – lokal und international – weiterläuft. Dass dafür moderne Mittel zum Einsatz kommen, war selbstverständlich, was ja durchaus beachtlich ist, wenn man bedenkt, dass etliche Mitglieder die 70 bereits überschritten haben. Dass Zoom zum Einsatz kam, wurde gerade von ihnen stark forciert und am Ende profitierte der ganze Club in seiner sehr gemischten Altersstruktur maßgeblich davon.

Rotarische Hilfsprojekte liefen in der Zeit des Corona-Lockdowns unterdessen unvermindert weiter. Und es kamen noch neue dazu: An Ostern wurden Schokoladenhäschen an die Bewohnerinnen und Bewohner  und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Seniorenheime verteilt (siehe rotary.de/a15824). Und weil auch der Tafelladen in Triberg wie berichtet geschlossen haben musste, entschied sich der Club, Betroffenen spontan zu helfen. Einkaufsgutscheine wurden an mehrere Familien ausgegeben, um sie in der Zeit zu unterstützen, in der es ihnen nicht möglich war, vergünstigt im Laden in der Schulstraße einkaufen zu können. 52 Gutscheine wurden insgesamt verteilt, der Wert richtete sich nach der Zahl der Familienmitglieder. Der Club half insgesamt mit 3000 Euro über die harte Zeit hinweg. Mittlerweile konnte der Tafelladen wieder öffnen.

Dass es auch einmal eine "Zeit nach Corona" geben wird, darauf freuen sich die Clubmitglieder natürlich genauso sehr wie allen anderen. Die Freunde endlich wieder persönlich zu treffen, das fehlt allen und das wird selbstverständlich sehnlichst erwartet. Wenn es soweit ist, will man im Rotary Club aber nach Möglichkeit auch auf das in der Krise Ausprobierte weiter zurückgreifen. So gibt es derzeit Überlegungen, zu den wöchentlichen Treffen auch eine Zuschaltung der Clubmitglieder zu ermöglichen, die nicht selbst persönlich daran teilnehmen können, um so dauerhaft gut in Kontakt zu bleiben. Insofern gilt also auch hier die viel zitierte Devise: In jeder Krise liegt eine Chance.

Ulrike Vogt

Ulrike Vogt (RC Müllheim-Badenweiler) verheiratet, drei erwachsene Kinder, Musikerin (Musikhochschule Freiburg) und Musikpädagogin.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas Vogt leitet sie die Initiative "Musik für den Frieden" mit dem Ensemble MIR, ein zivilgesellschaftliches Austauschprojekt von jugendlichen russischen und deutschen Musikern und Tänzern. Ulrike und Thomas Vogt  haben zusammen mit ihrem russischen Partner Andrey Korjakov für "Musik für den Frieden" den Göttinger Friedenspreis 2022 erhalten. Distriktreporterin im Distrikt 1930 seit 2020, Assistant Rotary Public Image Coordinator (ARPIC) Zonen 15&16.
Kontakt über E-Mail: Rotary-Magazin@distriktbeirat.de

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