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Konferenz des Distrikts in Kiel

Ein rotarischer Jungbrunnen

Konferenz des Distrikts in Kiel - Ein rotarischer Jungbrunnen
Die Inbounds, betreut von Rotexern, reisten an zum Dankesagen © D 1890

Governor Frank Sonntag führt die Clubs in ein besonderes Jahr: 111 Jahre Rotary, 100 Jahre Foundation und neun Jahrzehnte Rotary in Deutschland.

Can Özren01.08.2016

Obwohl Rotary seit der Gründung des RC Hamburg im Jahr 1927 eine Institution in Deutschland ist, hat der scheidende Governor Bernd Diepenhorst (RC Kiel-Düsternbrook) einen besonderen Geist von Rotary gespürt. „Die Clubbesuche waren ein Jungbrunnen für mich“, sagte er vor mehr als 250 Teilnehmern der Distriktkonferenz in den Räumen der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Besonders beeindruckt war er von der Begeisterung junger Rotarier: „Bei der RI Convention in Seoul traf ich sieben Mitglieder des erst vor einigen Monaten von jungen Leuten gegründeten RC Hamburg-Winterhude.“

Amtskollege Max Ustrup vom dänischen D1461 empfahl den Rotariern, sich noch weiter für neue Mitglieder zu öffnen. „Es gibt viele gute Leute, heißen Sie sie willkommen“. Rotary bleibe weiterhin wichtig, vor allem auf internationaler Ebene. Vor dem Hintergrund der vielen Kriege und Krisen auf der Welt sagte Nachbargovernor Ustrup: „Die Welt braucht Rotary mehr denn je.“

Engagement bereichert
Wie positiv Rotary Leben verändern kann, berichteten die Inbounds. 32 Jugendliche aus 16 Staaten nahmen in diesem Jahr am nach ihren Angaben „besten Austauschprogramm der Welt“ teil. Sie begründeten diese Begeisterung mit neuen Erfahrungen, die sie in Deutschland machen durften. Eine Austauschschülerin berichtete davon, dass sie sich um Flüchtlinge gekümmert hätte – ein Engagement, das sie auch in ihrer US-amerikanischen Heimat fortsetzen wolle.

Die Integration der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten in Europa sei eine ebenso wichtige Aufgabe wie Unterstützung der arabisch-islamischen Gesellschaften bei der Herstellung stabiler politischer Verhältnisse. Das betonte Kerstin Oldendahl, Professorin für Internationales Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Mitglied im RC Kiel. In ihrem Festvortrag betonte sie, dass sich die arabische Welt im größten Umbruch ihrer Geschichte befinde. Zugleich stellte sie die Ursachen für viele der aktuellen Konflikte heraus. Sie gingen teilweise zurück auf den Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten und hätten sich auch im Chaos entladen, das nach dem Arabischen Frühling enstanden sei. Hinzu kämen eine lang anhaltende Dürre, eine hohe Geburtenrate und Analphabetentum. „Es gibt aber Zeichen der Hoffnung“, so Odendahl. Diese gingen von den stabilen Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Auch der Arabische Frühling habe den Willen und das Potenzial zur Erneuerung in der Region belegt.

Damit viele Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung schöpfen können, wird der neue Governor Frank Sonntag die Foundation zu deren 100-jährigem Bestehen unterstützen. Sonntag kündigte an, eine distriktweite Aktion zu organisieren. Unterstützung erhält er von Gov. elect Jörg Krause (RC Eckernförde-Dänischer Wohld).