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Distrikt

Fluthilfe-Beispiele aus Franken und Thüringen  

Distrikt - Fluthilfe-Beispiele aus Franken und Thüringen  
Vielerorts "Land unter" an der Ahr: Die Clubs aus Thüringen und Franken schickten Pumpen und Spenden, ermöglichten Ferienaufenthalte © Rainer Jung

nnerhalb kürzester Zeit entstanden in unseren Clubs spontane, koordinierte und langfristige Hilfsmaßnahmen.

Gehler Matthias 01.09.2021

„Wir vom RC Altena-Werdohl-Plettenberg wollen Betroffenen helfen. In Abstimmung mit anderen Organisationen und den Verwaltungen der Städte schauen wir, wo die Not am größten ist und wer besonders der Hilfe bedarf ...“, schrieb Hans-Ulrich Holtkemper an benachbarte und befreundete Clubs. Solche Aufrufe von Rotariern aus dem Katastrophengebiet werden auch im Distrikt 1950 gehört und beantwortet: So unterstützt zum Beispiel der RC Weimar-Bauhaus ein Projekt im Ortsteil Schweinheim in Euskirchen. Der RC Schmalkalden überwies sofort 1000 Euro auf das Distrikt-Spendenkonto und spendete auch für seinen belgischen Partnerclub, den RC Eupen. Außerdem wurde ein Benefizkonzert in der Schmalkaldener Stadtkirche geplant.

Besonders nett ist die Idee des RC Herzogenaurach: Der Club sammelte nicht nur Geld, um es an Rotary Clubs in den Hochwasserregionen weiterzugeben, sondern überlegt auch, betroffene Eltern zu entlasten und Kindern eine Woche Ferienaufenthalte zu ermöglichen. Auch Alexander Brehm, Präsident des RC Fränkische Schweiz-Wiesenttal teilt mit: „Als Ad-Hoc-Maßnahme bieten wir an, Jugendliche von Betroffenen temporär aufzunehmen, um die Aufbaumaßnahmen für die Eltern zu erleichtern.“

Trinkwasserprojekt geplant

Der RC Schweinfurt-Peterstirn spendete sofort mehrere Schmutzwasserpumpen, der RC Obernburg organisierte die Hife von Firmen mit sieben Lkw, sieben Baggern, 22 Einsatzkräften und mehr. Der RC Kronach unterstützte das THW, das vor Ort im Einsatz war. Der RC Schöllkrippen-Kahlgrund beteiligte sich an einer gemeinsamen Zeitungsanzeige von Clubs am Bayrischen Untermain mit Spendenaufforderungen für das Distriktkonto. Da die Frisch- und Abwasserstruktur im Ahrtal beschädigt ist, wurde versucht, ein Trinkwasserprojekt anzuschieben.

Der RC Sömmerda spendete 5000 Euro an den RC Adenau-Nürburgring, nachdem dieser seine Maßnahmen vorgestellt hatte. Ein Spendenaufruf beim RC Mühlhausen brachte in kurzer Zeit 2400 Euro, die aufs Distriktkonto gingen. Nach einer Lagebeschreibung des RC Bad Neunahr-Ahrweiler zur Lage im Hochwassergebiet, sammelte der RC Bamberg-Domreiter in kurzer Zeit 10.000 Euro.

Auch der RC Rothenburg warb bei seinen Mitgliedern um Spenden und betonte, dass Hilfe insbesondere die brauchen, die keine Versicherung haben und die Mittel nachhaltig eingesetzt werden sollten. Neben Geldspenden des RC Würzburg-Stein sowie des RC Schweinfurt und des RC Bad Kissingen will letzterer auch eine Benefiz-Jugendmusikaufführung gestalten.

Gehler Matthias
Matthias Gehler, geb. 1954, ist Theologe und Journalist. Er war nach den Wendetagen 1989 Regierungssprecher im Kabinett der letzten DDR-Regierung. Seit 1992 arbeitete er als Programmchef und Chefredakteur des MDR in Thüringen. Er übernahm jahrelang Lehraufträge, zum Beispiel an der Universität Erfurt und tritt zudem als Liedermacher auf. 2018 wurde er Rotarier im RC Arnstadt und übernahm im Dezember 2020 die Aufgabe des Distriktberichterstatters für D1950.