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Neuguss einer gestohlenen Büste

Heine kehrt zurück

Neuguss einer gestohlenen Büste  - Heine kehrt zurück
Nach dem Neuguss der Büste kehrte Heinrich Heine ans Brandenburger Havelufer zurück © RC Brandenburg/Havel

Dank der Spende des RC Brandenburg/Havel konnte eine gestohlene Bronze-Büste des Dichters Heinrich Heine durch einen Neuguss ersetzt werden.

Matthias Schütt12.01.2018

Mit einem kleinen Festakt feierten die Stadt Brandenburg an der Havel und der RC Brandenburg/Havel die Rückkehr der bronzenen Heinrich-Heine-Büste auf den verlassenen Sockel am Brandenburger Heine-Ufer. Trotz Sturm und Regen war der Tag gut gewählt: Am 13. Dezember 2017, dem 220. Geburtstag des Dichters, wurde nach fast vier Jahren eine schmerzliche Lücke im Stadtbild geschlossen.

Im Januar 2014 war der Diebstahl der Original-Büste festgestellt worden; die Diebe konnten nie ermittelt werden. Nach Recherchen des Denkmalamtes der Stadt wurde die alte Gussform des namhaften Bildhauers Karl Mertens (Rathenow) aus dem Jahr 1954 aufgespürt. Die Hinterbliebenen gestatteten den Nachguss. Der RC Brandenburg/ Havel folgte dem Spendenaufruf der Stadt zum Neuguss der Büste, um dieses für Brandenburg bedeutende Denkmal wieder herzustellen. Die 2.500 Euro vom Rotary Club waren die größte Einzelspende.

Nach einer Besichtigung des Rohgusses in der Kunstgießerei Seiler waren die Clubmitglieder überzeugt, dass die Spende gut angelegt ist. Da die Originalgussform Verwendung fand, bleibt auch der Denkmalstatus erhalten.

Die Verse auf dem Sockel stammen aus der ersten Handschrift des „Wintermärchens“, wurden aber nie gedruckt, weil Heine an dieser Stelle den Text später änderte. Der Denkmaltext ist vielfältig interpretierbar, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Büste 1960 in der damaligen DDR aufgestellt wurde:

Heine, Heine-Denkmal, RC Brandenburg/Havel, Brandenburg, Heine-Ufer
Auszug aus dem Original des "Wintermärchens" auf dem Sockel des Heine-Denkmals in Brandenburg

 

          „Seitdem du uns verlassen hast,

           hat manches sich hier verwandelt.

           Es wuchs ein junges Geschlecht heran,

           das anders fühlt und handelt.“

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.