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Hamburg

Hörgeräte für Rio de Janeiro

Hamburg - Hörgeräte für Rio de Janeiro
Kleine Gabe mit großer Wirkung: Sebastian Hetzel (RC Hamburg-Walddörfer, r.) und Clubfreund Robert Leitl mit Christa Bohnhof-Grühn, links, und Expertin Dagmar Kienaß (RC Rendsburg-Mittelholstein). © RC Hamburg-Walddörfer

Hilfe für die Schwachen, internationale Zusammenarbeit und Völkerverständigung: Zwei Hamburger Rotary Clubs unterstützen die Initiative brasilianischer Rotarier zur Versorgung Hörgeschädigterten.

Can Özren01.09.2019

Drei Clubs in Rio de Janeiro hatten das Projekt 2004 ins Leben gerufen, um Kinder und mittellose Erwachsene mit schweren Hörschäden zu unterstützen. Die Versorgung mit Hörgeräten durch das brasilianische Gesundheitssystem ist schlecht, daher haben besonders hörgeschädigte Kinder aus der ärmsten Bevölkerungsschicht keine Chance, am "normalen" Leben teilzunehmen. 2005, zum 100-jährigen Bestehen von Rotary, präsentierten die Initiatoren das Projekt auf der Convention als Beispiel für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit.

Hamburgerin vor Ort engagiert
Die Rotarier bildeten ein Team, bestehend aus einem Ohrenarzt, zwei Hörakustikern, einer Sozialassistentin und der seit 43 Jahren in Rio de Janeiro lebenden Hamburgerin Christa Bohnhof-Grühn, die die Kontakte herstellt und um Unterstützung des Projektes bittet. Ein Rotarier aus Dortmund hat sich dem Projekt angeschlossen und sammelt gebrauchte Hörgeräte, und die RCs Bad Neuenahr-Ahrweiler, Balsthal/Schweiz, Bremen-Roland, Hamburg-Hanse und Hümmling zu Sögel beteiligen sich ebenfalls. Seit 2017 unterstützt der RC Hamburg-Walddörfer das Projekt und sammelt regelmäßig gebrauchte Hörgeräte, erzählt Pastpresident Sebastian Hetzel.

Bedarf ist sehr groß
In Rio prüfen der Ohrenarzt und die Hörakustiker die "Kandidaten" für ein Gerät (Behandlung, Audiometrie, Anpassung der Geräte), die Sozialassistentin sucht die Kinder und Erwachsenen aus, die ein Gerät erhalten sollen. Sie trägt selbst ein Hörgerät und arbeitet in zwei Instituten, die schwerhörige Menschen betreuen. Die Empfänger müssen sich in regelmäßigen Abständen melden, um die Geräte reinigen, prüfen und reparieren sowie mit neuen Batterien ausstatten zu lassen. "Der Bedarf an Hörgeräten in der Sieben-Millionen-Stadt ist sehr gross. Wir haben eine lange Warteliste und sind für Spenden von gebrauchten Geräten sehr dankbar", so Hetzel.

"Da jedoch die gebrauchten Geräte häufig von älteren Menschen stammen, fehlen uns die auf sehr schwer geschädigte Kinder abgestimmte Geräte. Wir haben bereits Spenden von neuen Geräten von Unternehmen erhalten, aber es warten noch viele Kinder auf einen Bescheid von uns. Insgesamt haben wir bis heute 1.253 Menschen mit Hörgeräten versorgt." Bereits im November 2007 übernahm die heutige Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, die Schirmherrschaft für das Projekt. Das Engagement der studierten Medizinerin sei mit keiner finanziellen Unterstützung verbunden, habe jedoch Einfluss auf die Spendenfreudigkeit der Hörgerätehersteller und –verkäufer.