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Klettern macht Freu(n)de

Distrikt - Klettern macht Freu(n)de
Jede Menge Spaß beim Klettern hatten diese Inbounds, die sich erst in Strausberg kennenlernten

In Strausberg ging’s gleich sportlich zur Sache: Zum Auftakt ihrer ersten Orientation wurden die neuen Austauschschüler erst mal in die Bäume geschickt

Matthias Schütt01.12.2015

„Orientation“ ist Englisch und wird auch so ausgesprochen. So nennen die Jugenddienstleute die beiden Seminare, mit denen die Inbounds (Austauschschüler) auf ihr Jahr in Deutschland vorbereitet werden. Wie gelingt Integration, welche Regeln muss ich einhalten, wo kann ich mir Rat holen? Diese und viele weitere Fragen werden dort geklärt. Ihre erste Orientation erlebten die 61 neuen Inbounds des Dis–trikts aus 20 Ländern an einem Wochenende in Strausberg, wo sie sich auf Anhieb verstanden: Die Klettertour schuf sofort
eine ausgesprochen fröhliche Gemeinschaft.


„So eine tolle Stimmung hatten wir noch nie“, freut sich Kerstin Frenzel (RC Strausberg), langjäh­rige Mitarbeiterin im Distriktjugenddienst. Eingeladen in den Kletterwald „Climb up!“ hatte die Inbounds der Präsident des RC Strausberg, Holger Zeiger, der mit dem Inhaber Sonderkonditionen aushandeln konnte. Trotz Sicherheitsgurten war das sowohl Mutprobe als auch sportliche Herausforderung, bei der sich nicht nur Gabriela Prudencio einen gehörigen Muskelkater holte. „Aber es war ein Riesenspaß“, lacht die 17-Jährige aus Bolivien.


Inbounds in Nöten
Die Klettertour hat sich ausgezahlt, noch ganz anders, als die Organisatoren erwartet hatten: In kleiner Runde wurde deutlich, dass ein Mädchen aus Brasilien nicht das Geld hat, um an der vorgesehenen Paris-Reise teilzunehmen. Daraufhin ließen die Kletter-Helden einen Hut rumgehen – und mit 400 Euro (!) war das Problem vom Tisch. Es blieb sogar noch etwas übrig, um Winterkleidung zu kaufen. Unter den Spendern waren auch vier andere Inbounds, die zwar nach Paris mitkommen können, für die aber die traditionelle Europareise im Frühjahr unerschwinglich ist.


Die engagierten Jugenddienst-Mitarbeiter im Dis–trikt sind aber überzeugt, dass sich in Abstimmung mit den Gastclubs der vier eine Lösung finden lässt. 

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.